Kompromiss, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kompromisses · Nominativ Plural: Kompromisse
Nebenform Kompromiss · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kompromisses · Nominativ Plural: Kompromisse
Aussprache
WorttrennungKom-pro-miss
HerkunftLatein
Ungültige SchreibungKompromiß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Kompromiss‹ als Erstglied: ↗Kompromissbereitschaft · ↗Kompromissformel · ↗Kompromisslösung · ↗Kompromisspapier · ↗Kompromisspolitik · ↗Kompromissvorschlag · ↗kompromissbereit · ↗kompromisslos
 ·  mit ›Kompromiss‹ als Letztglied: ↗Asylkompromiss · ↗Formelkompromiss
eWDG, 1969

Bedeutung

Verständigung, die durch beiderseitiges Nachgeben in einer strittigen Angelegenheit erreicht wird, beiderseitige Übereinkunft
Beispiele:
ein politischer, kläglicher Kompromiss
umgangssprachlich, abwertend ein fauler Kompromiss
ein(en) Kompromiss mit jmdm. schließen, machen, aushandeln, eingehen
der Prozess endete mit einem Kompromiss
Aber mit einer aufrichtigen Entschlossenheit ... verschmähen die beiden Liebenden jedes Kompromiß [St. ZweigBalzac203]
Zugeständnis
Beispiele:
sie war zu keinem Kompromiss bereit
Wir leben in der Welt der Kompromisse! [ZuchardtSpießrutenlauf289]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kompromiß · Kompromißler · kompromittieren
Kompromiß m. n. ‘Ausgleich, Verständigung, Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse’, im 15. Jh. aus dem bereits bei den Römern als Rechtsterminus üblichen lat. comprōmissum entlehnt, dem substantivierten Part. Perf. von lat. comprōmittere ‘sich gegenseitig versprechen, eine Entscheidung dem Schiedsrichter zu überlassen’, vgl. lat. prōmittere ‘hervorgehen lassen, versprechen’, lat. mittere ‘schicken, senden’ und s. die Präfixe ↗kon- und ↗pro-. Kompromißler m. ‘wer oft und rasch bereit ist, Kompromisse zu schließen’ (20. Jh.). kompromittieren Vb. ‘bloßstellen’, zunächst als Rechtsausdruck ‘sich einem Schiedsspruch unterwerfen’ (16. Jh.) aus dem Lat., in der Bedeutung ‘jmds. Ehre in Gefahr bringen, ihn bloßstellen’ (18. Jh.) unter Relatinisierung aus frz. compromettre entlehnt, das ebenfalls auf lat. comprōmittere (s. oben) zurückgeht. Das Frz. hat aus dem rechtlichen Gebrauch die Bedeutung ‘seine Sache in das Ermessen eines anderen legen, jmdn. in eine kritische Lage bringen (indem man ihn dem Urteil eines Dritten aussetzt)’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kompromiss · ↗Mittelweg · gütlicher Vergleich  ●  ↗Aurea Mediocritas  geh., lat. · goldener Mittelweg  ugs., floskelhaft
Assoziationen
  • (eine) Einigung erzielen · (eine) Einigung finden · (eine) Übereinkunft treffen · (einen) Kompromiss finden · (einen) Kompromiss schließen · (sich) einigen (auf) · (sich) verständigen auf · zu einer Einigung kommen · ↗übereinkommen
Synonymgruppe
Abmachung · ↗Absprache · ↗Agreement · ↗Arrangement · Gentleman's Agreement · Gentlemen's Agreement · Kompromiss · ↗Modus Vivendi · ↗Verabredung · ↗Vereinbarung · ↗Verständigung · gegenseitiges Einvernehmen · ↗Übereinkommen · ↗Übereinkunft
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bereitschaft Suche Vermittlungsausschuß abzeichnen akzeptabel ausgehandelt aushandeln billigen eingehen einigen einlassen erzielen erzielt fair faul finden gefunden historisch möglich ringen schließen schmerzhaft suchen tragbar tragfähig vernünftig verständigen vertretbar vorschlagen zustimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kompromiss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer wieder gingen sie in den vergangenen Jahren mit den Rechten parteitaktisch motivierte Kompromisse ein.
Die Zeit, 30.05.2011, Nr. 22
Er wird außerdem seine Macht - so der Kompromiß - teilen müssen.
Die Welt, 16.12.2004
Und so hat er sich bei der einzigen richtig strittigen Szene für einen Kompromiß entschieden.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.1998
Eine rationale Politik, die den höchsten Grad des Erfolges realisieren soll, erfordert optimale Kompromisse.
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 16
Insofern darf man diese Lösung als einen echten Kompromiß bezeichnen.
Albrecht, Hans: Editionstechnik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 23414
Zitationshilfe
„Kompromiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kompromiss>, abgerufen am 20.05.2019.

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