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Konjunktur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Konjunktur · Nominativ Plural: Konjunkturen
Aussprache 
Worttrennung Kon-junk-tur
Herkunft zu coniuncturamlat ‘Verbindung’ < coniungerelat ‘verbinden’ (Konjunktion)
eWDG

Bedeutung

Wirtschaftslage, Wirtschaftsentwicklung
a)
Beispiele:
eine rückläufige, steigende, fallende, (un)günstige Konjunktur
die Konjunktur ist normal, gut
das Auf und Ab der gesamten ökonomischen Konjunktur [ BebelFrau197]
b)
Hochkonjunktur
Beispiele:
eine neue Konjunktur setzt ein
die Konjunktur ausnützen
Nach einer größeren Krise / Kommt eine größere Konjunktur! [ BrechtGedichte209]
bildlich
Beispiel:
wenn ein Wagen schließlich herbeieilte, nützte sein Fahrer die Konjunktur und packte drei, vier verschiedene Gruppen von Fahrgästen … in den Fond [ KoeppenAmerikafahrt51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Konjunktur f. ‘Geschäftsgang, Wirtschaftslage, Periode wirtschaftlichen Aufschwungs’. Der aus mlat. coniunctura ‘Verbindung’, einer Bildung zu lat. coniūnctus, Part. Perf. von coniungere (s. Konjunktion), entlehnte Ausdruck ist zunächst ein Begriff der Astrologie und steht im 17. Jh. (wohl nur zufällig nicht früher belegt) für eine bestimmte Verbindung von Gestirnen in einem Tierkreiszeichen, ihre Konstellation und die sich daraus ergebenden vermeintlichen Einflüsse auf das Schicksal des Menschen (s. auch Konjunktion). Er bezeichnet danach allgemein die ‘Lage der Dinge’ (wie sie sich aus dem gemeinsamen Auftreten verschiedener Erscheinungen ergibt), im 18. Jh. in der Kaufmannssprache die ‘gute Geschäftslage’ und seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. die ‘günstige Wirtschaftslage der Industrie’; vgl. auch Hochkonjunktur.

Thesaurus

Synonymgruppe
Konjunktur · Konjunkturlage · Wirtschaftslage

Typische Verbindungen zu ›Konjunktur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Konjunktur‹.

Abkühlung Abschwächung Ankurbelung Anziehen Belebung Erholung Stützung abflauend abkühlend abschwächend abwürgen ankurbeln anspringen anspringend anziehen anziehend beleben boomend bremsen erholen flau lahmend nachlassend robust schleppend schwach schwächelnd stützen überhitzt

Verwendungsbeispiele für ›Konjunktur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Politisch engagierte Kunst hat dabei in letzter Zeit abnehmende Konjunktur. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 188]
Die günstige Konjunktur, die zeitweilig einen geradezu stürmischen Abbau hervorrief, weckte auch das fiskalische Interesse. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 446]
Frankreich dagegen versuche, die seit Jahren gute Konjunktur jetzt dauerhaft zu machen. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Denn die norwegische Konjunktur boomt – obwohl der Ölpreis deutlich abgesackt ist. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Andererseits bauen die Unternehmen unvermindert Personal ab – trotz besserer Konjunktur. [Die Zeit, 04.10.1996, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Konjunktur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Konjunktur>.

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