Konnexion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Konnexion · Nominativ Plural: Konnexionen · wird meist im Plural verwendet
WorttrennungKon-ne-xi-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben vorteilhafte, fördernde Beziehung, Verbindung
Beispiele:
Du hast so viele Konnexionen, sprich mit dem Minister! [ViebigSchlafendes Heer444]
Gelegenheit ... in der Gefangenschaft wertvolle Konnexionen anzuknüpfen [St. ZweigBalzac156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

annektieren · Annexion · Konnexion · Konnex · Nexus
annektieren Vb. ‘gewaltsam und widerrechtlich in Besitz nehmen, sich aneignen, einverleiben’. Dieser zuerst bei Marx und Engels (1850) nachgewiesenen Bedeutung geht historisch die Annexion des Staates Texas durch die USA voraus, verbal durch engl. to annex, frz. annexer ausgedrückt, daher unter engl.-frz. Einfluß auch annexieren. Im heute veralteten Sinne von ‘anhängen, anknüpfen’ ist annektieren schon seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. bezeugt und aus gleichbed. lat. annectere (annexum) entlehnt, vgl. lat. nectere ‘binden, knüpfen’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Annexion f. ‘Aneignung, gewaltsame Einverleibung fremden Staatsgebiets’, zuerst vereinzelt 1858, semantisch beeinflußt durch amerik.-engl. annexation of Texas (1845). Als Napoleon III. Savoyen 1860 annektiert und diesen Vorgang in bewußter Anlehnung an das amerikanische Beispiel mit frz. annexion bezeichnet, wird dieses Wort in Europa allgemein bekannt. Rasche Verbreitung erfahren Annexion, seine Ableitungen und Zusammensetzungen nach Preußens Annexion einzelner norddeutscher Staaten (seit 1864), vgl. Annexionist ‘Anhänger der Annexionspolitik’ (1864), annexionistisch (1865), Annexionspolitik (1865), Annexierung (1860) und Annektierung (1866). Die dem Amerik.-Engl. angelehnten Annexation (1860) und Annexationist (vgl. Sanders, Fremdwb. 1871) haben sich nicht durchzusetzen vermocht. Allen Formen zugrunde liegt spätlat. annexio (Genitiv annexiōnis) ‘Verknüpfung’, mlat. ‘das Anhängen, Hinzufügung’. Konnexion f. ‘Verbindung, Beziehung, Bekanntschaft’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. connexion, dieses aus lat. cōnexio (cōnexiōnis), zu lat. cōnectere (cōnexum) ‘verknüpfen, verbinden’, lat. nectere (s. oben). Konnex m. ‘Zusammenhang, Verbindung, Kontakt’, entlehnt (19. Jh.) aus lat. cōnexus m., dem substantivierten Part. Perf. von lat. cōnectere (s. oben). Nexus m. ‘Verbindung, Zusammensetzung, rechtliche Verbindlichkeit’, Übernahme (18. Jh.) von in der Rechtssprache üblichem gleichbed. lat. nexus, zu lat. nectere (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Konnexion · ↗Verbindung

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Genügt aber, was im Leben angehen mag, als Motivation für eine solche Konnexion in einem literarischen Text?
Die Welt, 22.01.2000
Ohne Geld, ohne Konnexionen, ohne nur die Sprache zu kennen, war er nach Rom gegangen.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10212
In den Salons des Adels glänzt er mit seinem Klavierspiel, er verschafft sich Konnexionen.
Die Zeit, 13.07.2009, Nr. 28
Der rechte Künstler bedarf keiner Marktschreierei, keiner Presse, keiner Konnexionen.
Wilhelm II. (Kaiser des Deutschen Reiches): Die wahre Kunst. In: Johann, Ernst (Hg.), Reden des Kaisers, München: Deutscher Taschenbuch-Verl. 1966 [18.12.1901], S. 96
Wo Sie doch Konnexionen haben und Ihnen die Wege zu einer behaglich en Existenz geebnet sind.
Hauptmann, Gerhart: Die Ratten, Berlin: S. Fischer 1942 [1911], S. 460
Zitationshilfe
„Konnexion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Konnexion>, abgerufen am 23.10.2019.

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