Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Konstellation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Konstellation · Nominativ Plural: Konstellationen
Aussprache  [kɔnstɛlaˌʦi̯oːn]
Worttrennung Kon-stel-la-ti-on · Kons-tel-la-ti-on
Herkunft aus gleichbedeutend cōnstēllātiospätlat < stēllalat ‘Stern’
eWDG

Bedeutungen

1.
das Zusammentreffen von besonderen Verhältnissen, Umständen, die Lage, der Stand der Dinge
Beispiele:
eine günstige, verheißungsvolle, vorteilhafte, politische Konstellation
neue, böse, ungünstige Konstellationen traten ein
Daß ein Arzt … sich an leitender Stelle befindet, das ist eine Konstellation, die wir ausnützen müssen [ SchnitzlerBernhardiI]
ich ziehe gute Manieren und schlechte Verse der umgekehrten Konstellation entschieden vor! [ WeiskopfAbschied v. Frieden1,66]
2.
Astronomie von der Erde aus beobachtete Stellung der Sonne zu den Planeten oder Stellung der Gestirne zueinander
Beispiele:
die Konstellation der Himmelskörper spielte in der Astrologie eine große Rolle
Diese vier [Sterne] erschienen in einer ganz unwahrscheinlichen Konstellation [ Erh. KästnerZeltbuch42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Konstellation f. ‘Gruppierung, Zusammentreffen bestimmter Umstände und die sich daraus ergebende Situation, Planetenstand’. Der seit dem Beginn des 16. Jhs. im Dt. übliche Fachausdruck der Astrologie bezeichnet die Stellung der Gestirne zueinander und zugleich die vermeintlich sich daraus ergebenden Einflüsse auf das Schicksal des Menschen. Er ist entlehnt aus gleichbed. spätlat. cōnstēllātio (Genitiv cōnstēllātiōnis), das, gebildet zu cōnstēllātus Adj. (vgl. lat. stēllātus ‘mit Sternen besetzt’), zu lat. stēlla ‘Stern’, spätlat. auch ‘Gestirn, Konstellation’, gehört; stēlla ist verwandt mit Stern (s. d.). Im 18. Jh. wird die übertragene Bedeutung ‘aus dem Zusammentreffen bestimmter Umstände sich ergebende Lage’ vorherrschend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Faktor · Faktum · Fall · Gegebenheit · Konstellation · Rahmenbedingung · Tatsache  ●  Umstand  Hauptform
Astronomie
Synonymgruppe
Sternbild · Sternzeichen · Tierkreiszeichen  ●  Konstellation  lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
Collage (aus/von) · Kombination · Komposition · Verknüpfung · Zusammensetzung · Zusammenspiel  ●  Aneinanderreihung  abwertend · Zusammenstellung  Hauptform · Konstellation  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Konstellation‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Konstellation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Konstellation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohnehin kann man sich die Konstellation, in der politische Verantwortung zu übernehmen ist, selten aussuchen. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 221]
Es ist nicht möglich, für alle möglichen Konstellationen typische Formen zu suchen. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 134]
Aber diese Konstellation ist das Ergebnis einer sehr langen Entwicklung. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 11]
Diese Konstellation erwartete er für das Jahr 1943 bis 1945. [o. A.: Einhundertsiebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 18. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5601]
Die Nationen bekommen die postnationale Konstellation auch auf diese Weise zu spüren. [Die Zeit, 31.03.1999, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Konstellation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Konstellation>.

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