Kontaktbeschränkung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kontaktbeschränkung · Nominativ Plural: Kontaktbeschränkungen
Aussprache [kɔnˈtaktbəʃʀɛŋkʊŋ]
Worttrennung Kon-takt-be-schrän-kung
Wortzerlegung KontaktBeschränkung
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Einschränkung des Kontaktes zu bestimmten Personen, Personengruppen oder zur Außenwelt
a)
als Maßnahme, die die Ausbreitung von Viren, Krankheiten o. Ä. verhindern soll
siehe auch Kontaktverbot (b)
Beispiele:
Beim Anstehen an den Kassen, Toiletten oder auf den Liegewiesen müssten die Kontaktbeschränkungen und der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. [Südkurier, 18.06.2020]
Die bestehenden Kontaktbeschränkungen werden entsprechend dem Beschluss zwischen Bund und Ländern vom 26. Mai so weiterentwickelt, dass sich neben den bisher möglichen Konstellationen (Familie oder zwei Hausstände) eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen darf. [Aachener Zeitung, 29.05.2020]
Neuseeland versucht, die Ausbreitung des Virus durch eine vierwöchige Ausgangs‑ und Kontaktbeschränkung zu minimieren. [Millionen Arbeitsplätze in Gefahr, 07.04.2020, aufgerufen am 23.06.2020]
Nach Angaben von Kanzleramtschef Helge Braun könnten Kontaktbeschränkungen später einmal zunächst für junge und gesunde Menschen wieder gelockert werden. [Rückhalt für Maßnahmen in der Coronakrise, 26.03.2020, aufgerufen am 23.06.2020]
Alle Kontakte zu anderen außer den Angehörigen des eigenen Hausstands sollen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. […] Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden. [Rhein-Zeitung, 24.03.2020]
b)
als Maßnahme, um den Austausch von Informationen unter Gefangenen oder zwischen Häftlingen und ihren Anwälten kontrollieren zu können
siehe auch Kontaktverbot (c)
Beispiele:
In einzelnen italienischen Gefängnissen beispielsweise saßen zeitweilig bis zu 200 Terroristen der Roten Brigaden ohne Kontaktbeschränkungen zusammen – für Generalbundesanwalt Rebmann geradezu ein Alptraum. [Der Spiegel, 03.04.1989]
»Sie [Terroristen] bedürfen unaufhörlich der Bestätigung ihrer extremen Position durch Gesinnungsgenossen … Wenn es ihnen gelingt, jeden Kontakt mit anderen Personen zu vermeiden, können die Verschworenen wahrscheinlich nahezu unangefochten an ihren Wahnvorstellungen beziehungsweise an ihrem Gruppenfanatismus festhalten. Er befähigt sie, wie die Hungerstreiks gezeigt haben, zu außerordentlichen Willensleistungen.« Daher auch »die außergewöhnliche Empfindlichkeit für alle Maßnahmen der Kontaktbeschränkung, die sofort und landesweit – wo nicht international – als Isolationsfolter angeprangert werden«. [Die Zeit, 09.06.1978]
In England sind die Rechte und Pflichten der Untersuchungs‑ und Strafgefangenen durch die »Prison Rules« geregelt, die zwei Arten der Kontaktbeschränkung zulassen: Der Kontakt zu Mitgefangenen (Rule 43) kann unterbunden werden[…]. Der Kontakt nach außen (Rule 33) kann vom Innenminister eingeschränkt werden; ebenfalls wenn es die Aufrechterhaltung von Ordnung und Disziplin im Gefängnis erfordert[…]. [Der Spiegel, 05.12.1977]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Kontaktbeschränkung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kontaktbeschr%C3%A4nkung>, abgerufen am 16.05.2021.

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