Kontrahent, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kontrahenten · Nominativ Plural: Kontrahenten
Aussprache
WorttrennungKon-tra-hent
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Gegner im Streit oder Wettkampf
Beispiele:
er zertrümmerte eine Flasche auf dem Kopf seines Kontrahenten
Einst zählten die Begegnungen der beiden Kontrahenten zu den wichtigsten Spielen unserer Oberliga bei der Vergebung des Meistertitels [Tageszeitung1963]
[sie] bildeten einen Kreis, in dessen Mitte die beiden Kontrahenten ihren Kampf auszufechten hatten [JensMann58]
2.
Kaufmannssprache jmd., der mit einem anderen einen Kontrakt abgeschlossen hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kontrahieren · Kontrahent · Kontrakt · Kontraktion
kontrahieren Vb. ‘zusammenziehen, einen Vertrag schließen’. Die Entlehnung (16. Jh.) aus lat. contrahere (contractum) ‘zusammenziehen, eine geschäftliche Verbindung eingehen’ (vgl. lat. trahere ‘ziehen, schleppen’) bezeichnet zunächst nur ‘einen Vertrag schließen’ (woraus in der Studentensprache ‘einen Zweikampf verabreden’). Die Bedeutung ‘zusammenziehen’ (Anfang 19. Jh.) ist wohl (auch für kontrahieren als gramm. Terminus) durch erneute Anlehnung an das lat. Verb entstanden. Kontrahent m. ‘Vertragspartner, Rivale, Gegner im Zweikampf’ (16. Jh.), entsprechend dem Part. Präs. lat. contrahēns (Genitiv contrahentis). Kontrakt m. ‘Vertrag, Abmachung’, bereits im 15. Jh. in der Kanzleisprache aus gleichbed. lat. contractus. Kontraktion f. ‘Zusammenziehung, Verkürzung’ (19. Jh.), lat. contractio (Genitiv contractiōnis).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Antagonist · ↗Feind · ↗Gegenspieler · ↗Gegner · ↗Konkurrent · ↗Konterpart · Kontrahent · ↗Neinsager · ↗Opponent · ↗Rivale · ↗Widerpart · ↗Widersacher  ●  ↗Frondeur  franz. · ↗Sparringspartner  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Diskussionsteilnehmer · Kontrahent

Typische Verbindungen
computergeneriert

Duell Fernsehdebatte Verhandlungstisch abbeißen arg aufeinandertreffen beid bezwingen ebenbürtig einigen einstechen einstig erbittert ernstzunehmend gegenüberstehen gleichstark gleichwertig gratulieren höherklassig innerparteilich punktgleich rammen republikanisch siegreich stechen unbequem ungleich unterlegen zollen übermächtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kontrahent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In jedem Fall bekommen die beiden Kontrahenten eine zweite Chance.
Die Welt, 03.05.2005
Alles ist auch schon gesagt, von den beiden Kontrahenten mehrfach.
Der Tagesspiegel, 13.10.2001
Speziell weiblichen Kontrahenten dürfen Sie gelegentlich mit mildem Lächeln juristische Fehler nachweisen.
Delonge, Franz-Benno: Rückhaltlose Aufklärung, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000 [2000], S. 30
Seine Fehleinschätzung der Lage und der eigentlichen Absicht seines Kontrahenten in Paris hätte größer nicht sein können.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 1037
Alfredo war verblüfft, dachte, Lattek wolle ihn angreifen, wurde zornig und ging auf seinen Kontrahenten los.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 236
Zitationshilfe
„Kontrahent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kontrahent>, abgerufen am 22.05.2019.

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