Kopie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kopie · Nominativ Plural: Kopien
Aussprache 
Worttrennung Ko-pie (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Kopie‹ als Erstglied: ↗kopieren  ·  mit ›Kopie‹ als Letztglied: ↗Aktenkopie · ↗Arbeitskopie · ↗Blindkopie · ↗Briefkopie · ↗Filmkopie · ↗Fotokopie · ↗Privatkopie · ↗Raubkopie · ↗Schwarzkopie · ↗Sicherheitskopie · ↗Sicherungskopie · ↗Xerokopie · ↗Zeugniskopie
Herkunft aus copiamlat ‘Abschrift’, cōpialat ‘Vorrat, Menge, Fülle’
eWDG

Bedeutungen

1.
genaue Nachbildung eines Kunstwerks
Beispiele:
die Kopie eines Gemäldes, einer Statue
eine antike, geschickte, wertlose, schlechte Kopie
von einem Bild eine Kopie anfertigen
das Original mit der Kopie vergleichen
Es war natürlich eine Fälschung, eine Kopie [ BrodFrau358]
übertragen Nachahmung, Abbild
Beispiele:
die Kopie eines anderen Menschen liefern
sein Leben war die misslungene Kopie eines Künstlerlebens
2.
Zweitschrift, Durchschrift oder Photokopie eines Schriftstücks, die genau mit dem Original übereinstimmen muss
Beispiele:
die Kopie eines Briefes, seiner Berechnungen
die Kopie eines Schreibens anfertigen, aufbewahren, abheften
er besaß von seinem Zeugnis mehrere beglaubigte Kopien
3.
Fotografie, Film Bild, das von einem Negativ durch Belichten hergestellt wurde, Abzug
Beispiele:
von diesem Negativ werden fünf Kopien benötigt
die Kopie des Spielfilms traf verspätet im Kino ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kopie · kopieren
Kopie f. ‘Abschrift, Nachbildung’ (eines Kunstwerks), in der 2. Hälfte des 14. Jhs. aus mlat. copia ‘Abschrift’, lat. cōpia ‘Vorrat, Menge, Fülle’ entlehnt. Sowohl mlat. copia als auch frühnhd. copie, copy (vom 14. bis 18. Jh. auch diphthongiert copei; Schreibung mit k erst im 19. Jh.) gehören ursprünglich der Kanzleisprache an (den Vorrat vermehrende ‘Vervielfältigung, Abschrift eines Schriftstücks’). In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird Kopie auch auf Nachbildungen von Kunstgegenständen übertragen und allgemein als Gegensatz von Original gebraucht. kopieren Vb. ‘abschreiben, nachbilden, nachahmen’ (14. Jh.), von gleichbed. mlat. copiare.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fotokopie · Kopie · ↗Xerokopie
Assoziationen
Synonymgruppe
Exemplar · Kopie · Vervielfältigungsstück
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Kopie · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · ↗Replik · ↗Replikation · ↗Reproduktion  ●  ↗Ektypus  geh., griechisch · Gleichstück  geh. · ↗Replika  fachspr. · ↗Replikat  fachspr.
Unterbegriffe
  • billiger Abklatsch · müder Abklatsch · schlechte Kopie
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Abschrift · ↗Ausfertigung · ↗Doppel · ↗Duplikat · ↗Durchschlag · ↗Durchschrift · Kopie
Synonymgruppe
Abklatsch · ↗Attrappe · ↗Falsifikat · ↗Fälschung · ↗Imitat · ↗Imitation · ↗Klischee · Kopie · ↗Nachahmung · ↗Nachbildung · ↗Plagiat · ↗Schablone · ↗Simulation · Simulierung · Vorspiegelung falscher Tatsachen · Vortäuschung falscher Tatsachen · potemkinsches Dorf  ●  ↗Fake  ugs., engl. · ↗Mimikry  fachspr.
Assoziationen
  • Möchtegern... · billiges Imitat · ↗nachgemacht  ●  (...) für Arme  ugs. · ...-Verschnitt  ugs. · ↗...verschnitt  ugs.
  • billiger Abklatsch · müder Abklatsch · schlechte Kopie
  • Möchtegern- · Provinz-... · ↗amateurhaft · ↗dilettantenhaft · ↗dilettantisch · gut gemeint, aber schlecht gemacht · gut gewollt, aber schlecht gekonnt · ↗hobbymäßig · ↗laienhaft · nicht ernst zu nehmen · ↗stümperhaft · ↗unprofessionell · ↗unqualifiziert  ●  Hinterhof-...  ugs. · Hintertreppen-...  ugs. · Hobby-...  ugs. · Küchen-...  ugs. · Wald- und Wiesen-...  ugs. · ↗unmöglich  ugs., emotional
  • Original · ↗Originaldokument · ↗Urfassung · ↗Urschrift · ↗Urtext
  • nicht vollwertig · ↗reduziert  ●  ... light (nachgestellt)  engl., fig. · Schmalspur...  fig., abwertend · abgespeckt  fig. · nur das Nötigste  variabel · kein richtiger ... (keine richtige ... / kein richtiges ...)  ugs. · nicht das volle Programm  ugs.
  • Kopie · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · ↗Replik · ↗Replikation · ↗Reproduktion  ●  ↗Ektypus  geh., griechisch · Gleichstück  geh. · ↗Replika  fachspr. · ↗Replikat  fachspr.
  • epigonal · ↗epigonenhaft · nachahmend · nicht eigenständig · nicht kreativ · ↗unschöpferisch  ●  ↗eklektisch  geh. · in der Manier von  geh. · schon dagewesen  ugs.
  • Vorbild sein (für)  ●  (die) Blaupause liefern (für)  fig., variabel · (die) Vorlage darstellen (für)  Hauptform · (sich) bedienen (bei)  fig. · Modell stehen (für)  fig. · Pate stehen (für)  fig.
  • (ohne Kenntlichmachung) übernommen  ●  (woanders) abgeschrieben  ugs. · abgekupfert  ugs., negativ · geklaut  derb · plagiiert  fachspr.
  • erfunden · ↗falsch · gefälscht · ↗unecht · ↗unrichtig · ↗unwahr  ●  getürkt  ugs.
  • Maskenspiel  ●  ↗Maskerade  auch figurativ · ↗Mummenschanz  auch figurativ
Synonymgruppe
Fälschung · ↗Imitat · Kopie · ↗Nachahmung · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · ↗Plagiat
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kopie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kopie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kopie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb war es sogar schwierig, für Bonn eine zweite Kopie anzufertigen.
Die Welt, 16.06.2005
Bei jedem siebten installierten Spiel handelt es sich laut VUD um eine illegale Kopie.
Der Tagesspiegel, 30.08.2002
Die Statue wird für ein Original, von manchen Forschern jedoch für eine Kopie gehalten.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 27971
Nein, diesen Brief haben wir nicht, wir haben auch keine Kopie.
o. A.: Einhundertsiebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 18. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5592
Leider habe ich auch von diesen Reden bis heute noch keine Kopien erhalten.
o. A.: Achtzehnter Tag. Mittwoch, 12. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 27331
Zitationshilfe
„Kopie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kopie>, abgerufen am 19.04.2021.

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