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Koppel, das oder die

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Koppels · Nominativ Plural: Koppel
Nebenform österreichisch Koppel · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Koppel · Nominativ Plural: Koppeln
Aussprache [ˈkɔpl̩]
Worttrennung Kop-pel
Wortbildung  mit ›Koppel‹ als Erstglied: Koppelriemen · Koppelschloss · Koppelzeug
eWDG

Bedeutung

Leibriemen, zur Uniform gehörender Ledergürtel
Beispiele:
ein breites, ledernes, schwarzes Koppel
ein Koppel mit glänzendem Schloss
das Koppel umschnallen, ablegen, abschnallen, festziehen, aufhaken, putzen
den Brotbeutel, einen Revolver am Koppel tragen
Kluttig … straffte die Uniform unter dem Koppel [ ApitzNackt59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Koppel · Koppel · koppeln
Koppel n. ‘Leibriemen, Wehrgehenk’, mhd. koppel, kopel, kuppel, kupel f. (auch m. n.), mnd. koppel(e), köppel(e), kōpel n. f. ‘Band, Verbindung, Strick, Riemen (zur Befestigung des Zugtieres), Hetzriemen der Jagdhunde, zusammengebundene Tiere (besonders Hunde)’, daher auch ‘Schar, Haufen’, ferner ‘gemeinschaftliches Landstück, Weideland’, beruht zunächst auf einer Entlehnung (als höfisches Jagdwort?) von afrz. cople, couple ‘Band, Hunde-, Zugleine, Paar’ (frz. couple ‘Koppelriemen, zwei gleichartige Dinge, Paar’), hervorgegangen aus gleichbed. lat. cōpula. Doch könnte mhd. kuppel (s. oben) in allgemeiner Bedeutung auch ein ahd. kuppula ‘Band, Strick’ (Hs. 12. Jh.) fortsetzen, das ebenso wie zugehöriges ahd. kuppulōn ‘verbinden’ (Hs. 13. Jh.) direkt aus dem Lat. stammen dürfte (vgl. lat. cōpulāre ‘durch ein Band verknüpfen’). Aus der bereits im Mhd. und Mnd. üblichen Bedeutung ‘Landstück, Weideland’ entwickelt sich, zumal im Nordd., Koppel f. zu ‘Acker-, Feld-, Waldstück’, besonders ‘eingezäuntes Landstück (Feld, Wiese)’ und gelangt in diesem Sinne durch norddeutsche Schriftsteller auch in die Literatursprache (1. Hälfte 19. Jh.). – koppeln Vb. ‘mit Riemen aneinanderbinden’ (besonders Tiere), ‘beweglich miteinander verbinden’ (Fahrzeuge, Wagen), auch ‘zur Weide einzäunen’, mhd. koppeln, kopelen, kuppeln, kupelen ‘binden, an die Koppel legen (besonders Hunde), fesseln’, ebenfalls als Jagdausdruck entlehnt aus gleichbed. afrz. copler, coupler, dem lat. cōpulāre ‘durch ein Band verknüpfen, zusammenschließen, -binden’, übertragen ‘Personen vereinigen, zusammenbringen (auch zur geschlechtlichen Vereinigung und zur Eheschließung)’ voraufgeht. Direkt auf das lat. Verb in seiner letztgenannten übertragenen Bedeutung dürfte mhd. frühnhd. kop(p)eln, kup(p)eln ‘(geistig, in Liebe) vereinigen, zusammenbringen’ zurückgehen (s. kuppeln).

Typische Verbindungen zu ›Koppel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Koppel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Koppel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schloß ihr das Koppel, die Hose saß ziemlich stramm. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 45]
Und er stand da, das Koppel umgeschnallt, die beste Mütze auf dem Kopf, er stand wie im Nebel. [Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 179]
Ein Soldat schnallte sich das Koppel ab, ließ die Hosen herunter. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 16]
Zitationshilfe
„Koppel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Koppel#1>.

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Koppel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Koppel · Nominativ Plural: Koppeln
Aussprache [ˈkɔpl̩]
Worttrennung Kop-pel
Wortbildung  mit ›Koppel‹ als Erstglied: Koppelrick · Koppelweide · koppelgängig
 ·  mit ›Koppel‹ als Letztglied: Hundekoppel · Pferdekoppel · Viehkoppel
eWDG

Bedeutungen

1.
durch einen Zaun oder Hecken abgetrenntes Stück des Weidelandes
Beispiele:
das Vieh auf, in die Koppel treiben
Pferde, Rinder weiden auf der Koppel
zwischen eingezäunten, häufig durch buschige Knicks oder niedrige Dämme getrennten Koppeln [ UhsePatrioten1,323]
2.
mehrere Tiere, die miteinander durch Riemen, Leinen verbunden sind
Beispiele:
eine Koppel Hunde, Pferde
der Jagdhund versucht, von der Koppel loszukommen
da sie die glänzende Koppel [Pferde] sahen [ KleistKohlhaas3,143]
Riemen, Leine zum Zusammenbinden und Führen mehrerer Tiere
Beispiel:
Hunde an der Koppel führen
bildlich
Beispiel:
daß man … auch selbst die Hand mit an der Koppel dieser Tiere hat, die zum Schnüffeln und Beißen bestellt sind [ AndresPortiuncula194]
3.
Verbindung
a)
Musik Vorrichtung an der Orgel, die ermöglicht, dass beim Spiel auf einem Manual die entsprechenden Töne eines anderen Manuals automatisch mit erklingen
b)
Technik verbindendes Glied eines Koppelgetriebes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Koppel · Koppel · koppeln
Koppel n. ‘Leibriemen, Wehrgehenk’, mhd. koppel, kopel, kuppel, kupel f. (auch m. n.), mnd. koppel(e), köppel(e), kōpel n. f. ‘Band, Verbindung, Strick, Riemen (zur Befestigung des Zugtieres), Hetzriemen der Jagdhunde, zusammengebundene Tiere (besonders Hunde)’, daher auch ‘Schar, Haufen’, ferner ‘gemeinschaftliches Landstück, Weideland’, beruht zunächst auf einer Entlehnung (als höfisches Jagdwort?) von afrz. cople, couple ‘Band, Hunde-, Zugleine, Paar’ (frz. couple ‘Koppelriemen, zwei gleichartige Dinge, Paar’), hervorgegangen aus gleichbed. lat. cōpula. Doch könnte mhd. kuppel (s. oben) in allgemeiner Bedeutung auch ein ahd. kuppula ‘Band, Strick’ (Hs. 12. Jh.) fortsetzen, das ebenso wie zugehöriges ahd. kuppulōn ‘verbinden’ (Hs. 13. Jh.) direkt aus dem Lat. stammen dürfte (vgl. lat. cōpulāre ‘durch ein Band verknüpfen’). Aus der bereits im Mhd. und Mnd. üblichen Bedeutung ‘Landstück, Weideland’ entwickelt sich, zumal im Nordd., Koppel f. zu ‘Acker-, Feld-, Waldstück’, besonders ‘eingezäuntes Landstück (Feld, Wiese)’ und gelangt in diesem Sinne durch norddeutsche Schriftsteller auch in die Literatursprache (1. Hälfte 19. Jh.). – koppeln Vb. ‘mit Riemen aneinanderbinden’ (besonders Tiere), ‘beweglich miteinander verbinden’ (Fahrzeuge, Wagen), auch ‘zur Weide einzäunen’, mhd. koppeln, kopelen, kuppeln, kupelen ‘binden, an die Koppel legen (besonders Hunde), fesseln’, ebenfalls als Jagdausdruck entlehnt aus gleichbed. afrz. copler, coupler, dem lat. cōpulāre ‘durch ein Band verknüpfen, zusammenschließen, -binden’, übertragen ‘Personen vereinigen, zusammenbringen (auch zur geschlechtlichen Vereinigung und zur Eheschließung)’ voraufgeht. Direkt auf das lat. Verb in seiner letztgenannten übertragenen Bedeutung dürfte mhd. frühnhd. kop(p)eln, kup(p)eln ‘(geistig, in Liebe) vereinigen, zusammenbringen’ zurückgehen (s. kuppeln).

Typische Verbindungen zu ›Koppel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Koppel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Koppel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schloß ihr das Koppel, die Hose saß ziemlich stramm. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 45]
Schon nach vierzehn Tagen hatte er die Koppel neben seinem Haus frisch angesät zurückbekommen. [Die Zeit, 05.04.1991, Nr. 15]
Mit einem Wiehern drängt das Tier zurück auf seine Koppel. [Die Welt, 13.10.2000]
Auf den sattgrünen Koppeln, die von jedem Zimmer des Hauses aus sichtbar sind, toben 35 Fohlen umher. [Bild, 27.08.1999]
In einer Stunde haben sie eine ganze Koppel Hunde beisammen und setzen sie auf die Spur. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 320]
Zitationshilfe
„Koppel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Koppel#2>.

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