Korn, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Korn(e)s · Nominativ Plural: Körner/Korne
Aussprache
Wortbildung mit ›Korn‹ als Erstglied: ↗Kornblume · ↗Kornboden · ↗Kornbrand · ↗Kornbranntwein · ↗Kornbrot · ↗Kornbörse · ↗Kornfeld · ↗Kornfäule · ↗Korngarbe · ↗Korngröße · ↗Kornhaus · ↗Kornkaffee · ↗Kornkammer · ↗Kornkasten · ↗Kornkreis · ↗Kornkäfer · ↗Kornland · ↗Kornmagazin · ↗Kornmuhme · ↗Kornmühle · ↗Kornnelke · ↗Kornpuppe · ↗Kornrade · ↗Kornraster · ↗Kornrose · ↗Kornsack · ↗Kornschnaps · ↗Kornschwinge · ↗Kornsilo · ↗Kornspeicher · ↗Korntruhe · ↗Kornwurm · ↗Kornähre · ↗Körnchen · ↗Körnerfresser · ↗Körnerfrucht · ↗Körnerfutter · ↗Körnergebläse · ↗Körnermais · ↗Körnlein · ↗korngelb · ↗körnig
 ·  mit ›Korn‹ als Letztglied: ↗Einkorn · ↗Eiskorn · ↗Feinkorn · ↗Gerstenkorn · ↗Getreidekorn · ↗Gewürzkorn · ↗Goldkorn · ↗Graupelkorn · ↗Grobkorn · ↗Haferkorn · ↗Hagelkorn · ↗Heidekorn · ↗Hinterkorn · ↗Hirsekorn · ↗Kümmelkorn · ↗Maiskorn · ↗Mohnkorn · ↗Mutterkorn · ↗Pfefferkorn · ↗Pimentkorn · ↗Pollenkorn · ↗Pulverkorn · ↗Reiskorn · ↗Roggenkorn · ↗Saatkorn · ↗Salzkorn · ↗Samenkorn · ↗Sandkorn · ↗Schmachtkorn · ↗Schrotkorn · ↗Senfkorn · ↗Sommerkorn · ↗Staubkorn · ↗Vollkorn · ↗Weizenkorn · ↗Welschkorn · ↗Winterkorn
 ·  mit ›Korn‹ als Binnenglied: ↗Rundkornreis  ·  mit ›Korn‹ als Grundform: ↗körnen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Getreide, die wichtigste Getreideart eines Landes
Grammatik: nur im Singular
a)
Beispiele:
Korn anbauen, säen
das Korn reift, wächst jetzt schnell, steht in diesem Jahr gut
der Mähdrescher erntet das Korn
Korn mit der Sense mähen, schneiden
Korn aufhocken, einfahren, dreschen
das Korn wogt im Winde
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichdie Flinte ins Korn werfen (= vor einer unüberwindlich erscheinenden Schwierigkeit sogleich den Mut verlieren und aufgeben)
b)
Sammelbezeichnung für die Frucht des Getreides
Beispiele:
das Korn zu Mehl mahlen
das Korn in Säcke füllen
das Schiff hat Korn geladen
Korn einführen
2.
(runde) Frucht von geringer Größe, besonders bei Getreide oder Gräsern, Samenkorn
Grammatik: Plural ‘Körner’
Beispiele:
die Körner des Roggens, Weizens, der Hirse, vom Mais, Mohn
die reifen Körner fallen aus der Ähre
von der Saat ist durchschnittlich nur jedes zweite Korn aufgegangen
die Körner rinnen aus dem Sack
den Vögeln Körner als Futter streuen
saloppein blindes Huhn findet auch mal ein Korn (= auch dem Unfähigsten gelingt gelegentlich etwas)
bildlich
Beispiel:
dieses Korn ist auf fruchtbaren Boden gefallen
3.
kleines Teilchen
a)
Bröckchen, Stückchen, Krümchen
Grammatik: Plural ‘Körner’
Beispiele:
beim Füllen der Tüte einige Körner Salz, Grieß verstreuen
ihm ist ein Körnchen (Sand, Staub) ins Auge geflogen
[ein] Hagelwetter, dessen Körner gegen die Fensterscheiben trommelten [BebelAus meinem Leben575]
bildlich
Beispiel:
in dieser Äußerung, darin steckt ein Körnchen (= ein bisschen, ein wenig) Wahrheit
b)
fachsprachlich typisches Strukturteilchen eines Materials, Körnung
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
bei einem Metall Form und Größe des Korns bestimmen
feines, grobes Korn
Naturbims hat ein abgerundetes Korn, Hüttenbims ein eckiges und kantiges [Wissenschaft und Fortschritt1956]
Oberflächenbeschaffenheit
Beispiel:
seine Fingerspitzen freuten sich am rauhen Korn von Stoffen, Hölzern, Papieren [A. ZweigJunge Frau343]
Fotografie die winzigen Silberteilchen in der lichtempfindlichen Schicht des Films, der Platte
Beispiel:
die Lichtempfindlichkeit des Films hängt von der Größe des Korns ab
4.
Teil der Visiervorrichtung bei Handfeuerwaffen, der vorn auf dem Lauf angebracht ist und mit der Kimme beim Zielen eine Linie bilden muss
Grammatik: Plural ‘Korne’
Beispiele:
Kimme und Korn
gestrichenes Korn nehmen
bei der Jagd einen Hasen aufs Korn nehmen (= anvisieren)
Da versuchten wir die Korne zum Zielen abzuschlagen [RennKrieg54]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichjmdn. aufs Korn nehmen (= jmdn. scharf beobachten, weil man mit ihm etwas vorhat, weil man ihn angreifen will)
5.
umgangssprachlich
Beispiel:
ein Mann von altem, echtem Schrot und Korn (= ein rechtschaffener Mann)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Korn · körnen · körnig · Kornblume · Korn
Korn n. ‘Samen’ (von Gräsern und Getreide), allgemein ‘Roggen, Getreide’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. korn, mnd. kōrn, mnl. corn, cōren, coorn, nl. koren, koorn, aengl. engl. corn, anord. schwed. korn, got. kaúrn (germ. *kurna-) bezeichnen das ‘Samenkorn’, zugleich das jeweils übliche Brotgetreide und stehen z. B. im Dt. für ‘Roggen’ (auch allgemein für ‘Getreide’), im Schwed. für ‘Gerste’, im Engl. für ‘Weizen’. Verwandt sind ablautendes ↗Kern (s. d.) sowie lat. grānum ‘Korn, Kern’, aslaw. zrьno, russ. zernó (зерно) ‘Korn’, lit. žìrnis ‘Erbse’. Alle Formen gehören als Bildungen mit Nasalsuffix zur Wurzel ie. *g̑er(ə)- ‘morsch, reif werden, altern’, älter wohl ‘reiben, aufgerieben werden’ (wozu auch ↗Kerl, s. d.). Dabei weist Korn wie seine lat. und slaw. Entsprechungen partizipiales no-Suffix auf, ist also ursprünglich als ‘etw. klein Zerriebenes, Reibefrucht’ zu verstehen. körnen Vb. ‘Körner bilden, granulieren’, mhd. körnen ‘mit Körnern locken oder füttern, Körner ansetzen, bilden’. körnig Adj. ‘kornförmig, gekörnt’ (16. Jh.). Kornblume f. blaue, in Kornfeldern wachsende Blume, auch (heute mundartlich) die rote (purpurne) ‘Kornrade’, mhd. kornbluome. Korn m. ‘gebrannter Getreideschnaps’ (19. Jh.), verkürzt aus Kornbranntwein m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Getreide · Korn · ↗Samenkorn
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kornbrand  ●  Korn  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Flint Flinte Halm Kimm Kimme Korn Kümmel Likör Mahlen Mais Mehl Moll Pils Schrot Stroh Vieh Weinbrand Weizen dreschen gemahlen grob mahlen nehmen picken säen werfen winzig zermahlen Ähre

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Korn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von zehn Tonnen Korn wachsen schon vier auf bewässerten Gebieten.
Die Welt, 17.11.1999
Es ist legitim, ihre Symbole ironisch aufs Korn zu nehmen.
Bild, 01.10.2003
Die Samen - bei einer Pflanze hat man 12000 gezählt - reifen meist früher als das Korn.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 86
Sie schüttete die Körner in die Hand und neigte sich leicht zu den Tieren herab.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Das Korn, das Gemüse, das Obst, alles verdorrte in der Sonne.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 182
Zitationshilfe
„Korn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Korn#1>, abgerufen am 08.12.2019.

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Korn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Korn(e)s · Nominativ Plural: Korn
Wortbildung mit ›Korn‹ als Letztglied: ↗Apfelkorn · ↗Doppelkorn
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich Kornbranntwein
Beispiele:
eine Flasche Korn
er trank ein Bier und einen Korn (= ein Glas Kornbranntwein)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Korn · körnen · körnig · Kornblume · Korn
Korn n. ‘Samen’ (von Gräsern und Getreide), allgemein ‘Roggen, Getreide’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. korn, mnd. kōrn, mnl. corn, cōren, coorn, nl. koren, koorn, aengl. engl. corn, anord. schwed. korn, got. kaúrn (germ. *kurna-) bezeichnen das ‘Samenkorn’, zugleich das jeweils übliche Brotgetreide und stehen z. B. im Dt. für ‘Roggen’ (auch allgemein für ‘Getreide’), im Schwed. für ‘Gerste’, im Engl. für ‘Weizen’. Verwandt sind ablautendes ↗Kern (s. d.) sowie lat. grānum ‘Korn, Kern’, aslaw. zrьno, russ. zernó (зерно) ‘Korn’, lit. žìrnis ‘Erbse’. Alle Formen gehören als Bildungen mit Nasalsuffix zur Wurzel ie. *g̑er(ə)- ‘morsch, reif werden, altern’, älter wohl ‘reiben, aufgerieben werden’ (wozu auch ↗Kerl, s. d.). Dabei weist Korn wie seine lat. und slaw. Entsprechungen partizipiales no-Suffix auf, ist also ursprünglich als ‘etw. klein Zerriebenes, Reibefrucht’ zu verstehen. körnen Vb. ‘Körner bilden, granulieren’, mhd. körnen ‘mit Körnern locken oder füttern, Körner ansetzen, bilden’. körnig Adj. ‘kornförmig, gekörnt’ (16. Jh.). Kornblume f. blaue, in Kornfeldern wachsende Blume, auch (heute mundartlich) die rote (purpurne) ‘Kornrade’, mhd. kornbluome. Korn m. ‘gebrannter Getreideschnaps’ (19. Jh.), verkürzt aus Kornbranntwein m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Getreide · Korn · ↗Samenkorn
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kornbrand  ●  Korn  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Flint Flinte Halm Kimm Kimme Korn Kümmel Likör Mahlen Mais Mehl Moll Pils Schrot Stroh Vieh Weinbrand Weizen dreschen gemahlen grob mahlen nehmen picken säen werfen winzig zermahlen Ähre

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Korn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um es herunterzuwürgen, schenkte er sich den vierten Korn ein.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15078
Der Wirt brachte eine Lage Korn, die der Heimaturlauber spendiert hatte.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 220
Der gute Korn wurde ihm plötzlich bitter auf der Zunge.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9485
Fritz goß ihr zur Beruhigung noch ein Glas Korn ein.
Zeise, Franz: Ein Reisender liebt. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 262
Darf ich Sie zu einem Glas Bier und einem Korn einladen?
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 31
Zitationshilfe
„Korn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Korn#2>, abgerufen am 08.12.2019.

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