Korruption, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Korruption · Nominativ Plural: Korruptionen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungKor-rup-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Korruption‹ als Erstglied: ↗Korruptionsaffäre · ↗Korruptionsindex · ↗Korruptionsskandal · ↗Korruptionssumpf
 ·  mit ›Korruption‹ als Letztglied: ↗Wahlkorruption
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutung

Missbrauch einer mit einem (insbesondere öffentlichen) Amt verbundenen Vertrauensstellung, um für sich oder Dritte durch Bestechung oder Bestechlichkeit bzw. Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen
Beispiele:
Indien steht vor dem größten Fall von Korruption in seiner Geschichte. […] Der indische Rechnungshof beschuldigt […] die Regierung in Delhi, […] die Bergbaurechte an 155 Kohleminen ohne öffentliche Ausschreibung vergeben zu haben. […] [Die Zeit, 22.03.2012, Nr. 13]
Die deutsche Wirtschaft hat für sich Regeln definiert, mit denen Korruption, Bestechung, Steuerhinterziehung verhindert werden sollen. [Spiegel, 14.03.2014 (online)]
Dieses Referat [im Innenministerium] soll Tatbestände von Korruption aufdecken: Vorteilsnahme, Vorteilsgewährung, Bestechlichkeit und Bestechung. [Berliner Zeitung, 29.05.1996]
Auf einer Arbeitsbesprechung […] kündigte der Leiter des Wohnungsreferats München […] schärfste Bekämpfung der Korruption an. Selbst die bisher üblichen Höflichkeits-Zigaretten müßten in Zukunft von allen Beamten und Angestellten der Wohnungsämter abgelehnt werden. [Der Spiegel, 18.12.1948, Nr. 51]
Wenn irgendwo Korruptionen an den Tag kommen, was in unserem profitgierigen Zeitalter ja nicht gar so selten ist, dann wird […] gerne jener vorbildliche Idealtyp des preußischen Beamten von einst beschworen. [Die Zeit, 03.09.1982, Nr. 36] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: allgegenwärtige, weitverbreitete Korruption; ausufernde, grassierende, überbordende, wuchernde, massive Korruption
als Akkusativobjekt: Korruption anprangern, aufdecken, bekämpfen, eindämmen, ausrotten
als Genitiv-/Akkusativ-/Dativobjekt: jmdn. der Korruption beschuldigen, bezichtigen, verdächtigen, überführen
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf, ein Kämpfer, das Vorgehen, eine Maßnahme, Kampagne gegen die Korruption; ein Sumpf aus, von Korruption
mit Genitivattribut: die Korruption der Mächtigen, der Machthaber, der Verwaltung, der Beamten, Funktionäre, Politiker
in Koordination: Korruption und Amtsmissbrauch, Machtmissbrauch
mit Prädikativ: Korruption ist strafbar
als Aktivsubjekt: die Korruption blüht, gedeiht, wuchert, breitet sich aus, grassiert
als Genitivattribut: die Bekämpfung, Eindämmung, der Vorwurf, Verdacht der Korruption
allgemeiner moralische Verderbnis, Unredlichkeit
Beispiele:
In einem seiner letzten Werke, »Adán en Edén«, setzt er [Carlos Fuentes] sich mit der Anatomie des Bösen auseinander, mit der moralischen Korruption, die sich vor allem im Norden Mexikos an der Grenze zu den USA, ausbreitete. [Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2012]
In einer Welt politischer Unterdrückung und moralischer Korruption bieten religiöse Werte ein alternatives moralisches Universum. [Der Standard, 17.11.2007]
Der neue Ehrenkodex [der Wissenschaft] richtet sich letztlich gegen intellektuelle Korruption, für die manche Disziplinen anfälliger sind als andere. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.1998]
Die wahren Sieger sind […] die Menschen, die ihren Kampf um die Wahrheit fortsetzen, die Menschen, die in einer Welt voll Korruption sich weigern, ihre moralischen Grundsätze und Richtlinien aufzugeben. [Die Zeit, 21.10.1948, Nr. 43]
Für eine schöpferische Tätigkeit des wahren Philosophen ist in ihnen nach seiner ursprünglichen Überzeugung um so weniger Raum, je tiefer der Staat steht, in dem er lebt; von jeder Befleckung mit der herrschenden sittlichen Korruption wird er sich frei halten, und wo er etwa durch seine Lebensstellung zur Teilnahme an der Regierung gezwungen ist, wird er versuchen, sich möglichst an die Forderungen des Ideals zu halten. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 22009]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

korrumpieren · korrupt · korrumpiert · Korruption
korrumpieren Vb. ‘bestechen, moralisch verderben’, entlehnt (18. Jh.) aus lat. corrumpere ‘verderben, vernichten’ (vgl. lat. rumpere ‘zerbrechen, zerreißen, zerspringen’ und s. ↗kon-); aus dem zugehörigen Part. Perf. lat. corruptus ‘bestechlich, moralisch verdorben’ stammt korrupt Adj. (15. Jh.). Daneben als Neubildung zum Verb korrumpiert Part.adj. ‘verderbt’ (von Lesarten alter Handschriften, 19. Jh.), danach (20. Jh.) auch gleichbed. mit korrupt. Korruption f. ‘Bestechung, Käuflichkeit, moralischer Verfall’ (17. Jh.), zuvor ‘Zerrüttung, Zerstörung’ (16. Jh.), lat. corruptio (Genitiv corruptiōnis) ‘Verderben, Bestechung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestechung · Korruption
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsmißbrauch Armut Bekämpfung Bereicherung Bestechung Betrug Bürokratie Drogenhandel Filz Geldwäsche Ineffizienz Inkompetenz Kampf Kriminalität Machtmißbrauch Mißwirtschaft Nepotismus Sumpf Unfähigkeit Verbrechen Verdacht Verschwendung Vetternwirtschaft allgegenwärtig bekämpfen eindämmen grassierend verbreitet vorgehen weitverbreitet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Korruption‹.

Zitationshilfe
„Korruption“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Korruption>, abgerufen am 16.02.2019.

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