Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kosename, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Ko-se-na-me
Wortzerlegung kosen Name
eWDG

Bedeutung

siehe auch Koseform
Beispiele:
jmdn. bei seinem Kosenamen nennen
Sind nicht alle Kosenamen, die unsere Zärtlichkeit erfindet, Verkleinerungen? [ K. LorenzEr redete57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosen · liebkosen · Kosename
kosen Vb. ‘zärtlich sein, streicheln’. Aus lat. causārī, spätlat. auch causāre ‘einen Grund vorbringen, vorschützen, ablehnen, Klage führen’ (mit volkstümlicher Aussprache des au als ō) wird ahd. kōsōn ‘sprechen, reden, erzählen’ (9. Jh., bikōsōn, 8. Jh.), mhd. kōsen ‘sprechen, plaudern’ entlehnt. Dieser Vorgang muß sich vor den Erstbezeugungen vollzogen haben, da sich das ahd. Verb semantisch weit vom lat. Ausgangswort entfernt hat; aus ‘bei einer Streitsache gewandt reden, argumentieren’ wird bloßes ‘reden, erzählen’ (wozu mehrere Zusammensetzungen und Ableitungen). Das selten bezeugte Substantiv ahd. kōsa ‘Gespräch, Erzählung’ (9. Jh.) steht semantisch unter dem Einfluß des Verbs; nur einmal entspricht es mit der Bedeutung ‘Rechts-, Streitsache’ der Bedeutung von lat. causa, aus dem es wie aengl. cēas(t), afries. kāse ‘Streit, Zwist, Schlägerei, Gefecht’ entlehnt ist, allerdings auch hier der monophthongischen Aussprache folgend, während die anglofries. Formen auf lat. au weisen. Frühnhd. kosen erhält auch den Sinn ‘liebhaben, streicheln’, wird jedoch im 17./18. Jh. selten. Daneben steht die Zusammenrückung liebkosen Vb. ‘streicheln, zärtlich sein’, mhd. liepkōsen ‘jmdm. zuliebe sprechen, traulich, liebevoll reden’, dann auch ‘schmeicheln’, aus der im 18. Jh. einfaches kosen in seiner heutigen Bedeutung neu belebt bzw. rückgewonnen wird. – Kosename m. ‘liebevolle, vertrauliche Anrede’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Koseform (eines Namens) · Kosename · Kosewort  ●  Hypokoristikum  fachspr., Sprachwissenschaft
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kosename‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kosename‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kosename‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kosenamen ersten Ranges gab er uns, aber nichts erweichte uns. [Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8183]
In anderen Fällen hat der Züchter auf die Kosenamen seiner Kinder zurückgegriffen. [Die Zeit, 13.07.2008, Nr. 29]
Das wäre doch schließlich die korrekte Form, den bayerischen Kosenamen auszudrücken. [Süddeutsche Zeitung, 02.10.2002]
Das ist sein Kosename, weil er so gerne gestreichelt wird. [Bild, 25.06.2004]
Ich rufe sie mit einem Kosenamen, aber den verrate ich Ihnen nicht. [Bild, 27.03.1998]
Zitationshilfe
„Kosename“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kosename>.

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