Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kostüm, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kostüms · Nominativ Plural: Kostüme
Aussprache  [kɔsˈtyːm]
Worttrennung Kos-tüm
Herkunft zu costumeital ‘Gewohnheit, Sitte, Brauch’, vgl. costumefrz ‘Tracht, Anzug’
eWDG

Bedeutungen

1.
Kleidungsstück für Damen, das aus Rock und Jacke besteht
Beispiel:
ein sportliches, sommerliches, flottes, französisches, englisches Kostüm
2.
historische Kleidung von Männern und Frauen oder die für einen bestimmten Stand, ein Land charakteristische Kleidung
Beispiele:
das Kostüm der Rokokozeit, des Jakobiners
das Kostüm des Schornsteinfegers
die Echtheit des Kostüms
3.
die für die Bühne, besonders für ein Theaterstück notwendige Kleidung
Beispiele:
sie probten bereits im Kostüm
er trat im griechischen Kostüm, im Kostüm eines Harlekins vor den Vorhang
für diese Oper sind sehr viele historische Kostüme nötig
das glitzernde Kostüm der Artistin
die für ein Kostümfest notwendige Kleidung
Beispiele:
was für ein Kostüm wirst du anziehen?
ich sage nicht, in welchem Kostüm ich erscheinen werde
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kostüm · kostümieren
Kostüm n. ‘Tracht, historische Kleidung, Bühnenkleidung, Damenbekleidung aus Jacke und Rock’. Costume ist eine Entlehnung (18. Jh.) von ital. costume ‘Gewohnheit, Sitte, Brauch’ und dient zur Bezeichnung von zeitlich bedingten Eigenarten und Besonderheiten der Völker. Der in der bildenden Kunst übliche Ausdruck wird (seit Gottsched) auch im Bereich des Theaters angewandt und bezieht sich dabei vornehmlich auf die entsprechende historische Bekleidung. Gegen Ende des 18. Jhs. beeinflußt den Begriff das (ebenfalls aus dem Ital. stammende) frz. costume, das den Sinn ‘Tracht, Anzug’ angenommen hat, und führt (mit der Schreibweise Costüme) zur allgemeinen Bedeutung ‘historische Bekleidung’, woraus (19. Jh.) der Sinn ‘Tracht, Maskierung, Kleidung’ vorherrschend wird. Unter dem Einfluß der französischen Mode gilt danach Kostüm auch für ‘Damenbekleidung aus Rock und Jacke’. Ital. costume geht zurück auf lat. cōnsuētūdo (Genitiv cōnsuētūdinis) ‘Gewöhnung, Herkommen, Brauch, Sitte’, eine Ableitung von lat. cōnsuēscere (cōnsuētum) ‘eine Gewohnheit annehmen’ (vgl. lat. suēscere ‘sich gewöhnen, gewohnt machen’). kostümieren Vb. besonders reflexiv, ‘(sich) verkleiden, (sich) auffallend anziehen’ (19. Jh.); vgl. frz. costumer ‘be-, verkleiden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kostüm · Maskenkostüm

Typische Verbindungen zu ›Kostüm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kostüm‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kostüm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unter dem mittelalterlichen Kostüm war die Romantik eine bürgerliche Bewegung. [konkret, 1998]
Ihre frühen Kostüme zeigten noch die für das Haus typische elegante Linie. [Die Zeit, 23.02.1996, Nr. 9]
Auch von einem Kostüm war in einigen Medien die Rede. [Die Zeit, 20.07.2012 (online)]
Im bürgerlichen Kostüm gibt sie ihren Mädchen das Signal, dass die jetzt allein zurechtkommen müssen. [Die Zeit, 14.06.2012 (online)]
An diesem Abend trug er ein orientalisches Kostüm und einen langen falschen Bart. [Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384]
Zitationshilfe
„Kostüm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kost%C3%BCm>.

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