Kostüm, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kostüms · Nominativ Plural: Kostüme
Aussprache
WorttrennungKo-stüm (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Kleidungsstück für Damen, das aus Rock und Jacke besteht
Beispiel:
ein sportliches, sommerliches, flottes, französisches, englisches Kostüm
2.
historische Kleidung von Männern und Frauen oder die für einen bestimmten Stand, ein Land charakteristische Kleidung
Beispiele:
das Kostüm der Rokokozeit, des Jakobiners
das Kostüm des Schornsteinfegers
die Echtheit des Kostüms
3.
die für die Bühne, besonders für ein Theaterstück notwendige Kleidung
Beispiele:
sie probten bereits im Kostüm
er trat im griechischen Kostüm, im Kostüm eines Harlekins vor den Vorhang
für diese Oper sind sehr viele historische Kostüme nötig
das glitzernde Kostüm der Artistin
die für ein Kostümfest notwendige Kleidung
Beispiele:
was für ein Kostüm wirst du anziehen?
ich sage nicht, in welchem Kostüm ich erscheinen werde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kostüm · kostümieren
Kostüm n. ‘Tracht, historische Kleidung, Bühnenkleidung, Damenbekleidung aus Jacke und Rock’. Costume ist eine Entlehnung (18. Jh.) von ital. costume ‘Gewohnheit, Sitte, Brauch’ und dient zur Bezeichnung von zeitlich bedingten Eigenarten und Besonderheiten der Völker. Der in der bildenden Kunst übliche Ausdruck wird (seit Gottsched) auch im Bereich des Theaters angewandt und bezieht sich dabei vornehmlich auf die entsprechende historische Bekleidung. Gegen Ende des 18. Jhs. beeinflußt den Begriff das (ebenfalls aus dem Ital. stammende) frz. costume, das den Sinn ‘Tracht, Anzug’ angenommen hat, und führt (mit der Schreibweise Costüme) zur allgemeinen Bedeutung ‘historische Bekleidung’, woraus (19. Jh.) der Sinn ‘Tracht, Maskierung, Kleidung’ vorherrschend wird. Unter dem Einfluß der französischen Mode gilt danach Kostüm auch für ‘Damenbekleidung aus Rock und Jacke’. Ital. costume geht zurück auf lat. cōnsuētūdo (Gen. cōnsuētūdinis) ‘Gewöhnung, Herkommen, Brauch, Sitte’, eine Ableitung von lat. cōnsuēscere (cōnsuētum) ‘eine Gewohnheit annehmen’ (vgl. lat. suēscere ‘sich gewöhnen, gewohnt machen’). kostümieren Vb. bes. refl., ‘(sich) verkleiden, (sich) auffallend anziehen’ (19. Jh.); vgl. frz. costumer ‘be-, verkleiden’.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trinken sei Pflicht und ein Kostüm schmücke immer, heißt es.
Bild, 03.02.2005
Nur die Konservativen versuchen sich noch mal in den alten Kostümen.
Der Tagesspiegel, 25.01.2001
Du brauchst ihn für ein warmes Kostüm oder einen Rock.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 18.04.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
An diesem Abend trug er ein orientalisches Kostüm und einen langen falschen Bart.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Sie trug ein sportlich zugeschnittenes, schlecht und recht sitzendes graues Kostüm.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 966
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Bluse Bühne Bühnenbild Choreographie Dekorationen Dekors Hosenanzüge Kleider Kulissen Masken Mäntel Perücken Requisiten bunten dunkelblauen eleganten entworfen farbenfrohen farbenprächtigen genäht geschneidert glitzernden grauen historischen phantasievollen prächtigen schicken schlüpfen schrillen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kostüm‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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