Kot, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kot(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Kot‹ als Erstglied: ↗Kotabgang · ↗Kotballen · ↗Koterbrechen · ↗Kotflügel
 ·  mit ›Kot‹ als Letztglied: ↗Fliegenkot · ↗Hasenkot · ↗Hundekot · ↗Hühnerkot · ↗Straßenkot · ↗Tierkot · ↗Vogelkot
 ·  mit ›Kot‹ als Grundform: ↗koten · ↗kotig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Schmutz, aufgeweichte Erde auf Wegen und Straßen
Beispiele:
der Wagen war mit Kot bespritzt
die Pferde wateten im Kot
gehoben, übertragen
Beispiele:
jmdn., etw. mit Kot bewerfen, besudeln (= jmdn. verleumden)
etw., jmdn. in den Kot ziehen, treten (= etw., jmdn. verunglimpfen, schlechtmachen)
2.
Ausscheidungsprodukt des Darms, Exkrement
Beispiel:
ausgeschiedener Kot
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kot · Kotflügel
Kot m. ‘Darmausscheidung, Schmutz’. Ahd. quāt (10./11. Jh.), mhd. quāt, kāt, mnd. quāt, mnl. qwaet, afries. quād gewinnt in der md. Lautung mhd. quōt, kōt (11./12. Jh.), frühnhd. Kot durch Luther literatursprachliche Geltung, obschon obd. Kat bis ins 17. Jh. anzutreffen ist. Im Germ. sind verwandt die Adjektive mhd. mnd. quāt, mnl. quaet, nl. kwaad, mengl. cwēd ‘böse, schlecht’; außergerm. vergleichen sich poln. (älter) żadny, żadliwy ‘häßlich, garstig’. Alle diese Formen gehen auf ie. *gu̯ēdh- zurück, während aslaw. gadъ ‘Kriechtier, Gewürm’ (eigentlich ‘ekelhaftes Tier’), russ. gad (гад) ‘Reptil, ekelhafter Mensch’ ablautendem ie. *gu̯ōdh- folgen. In beiden Fällen handelt es sich um eine ursprünglich als langdiphthongisch anzusetzende Dentalerweiterung einer Wurzel ie. *gu̯ōu-, *gu̯ū- ‘Mist, Exkremente, Kot, Ekelhaftes’, die in aind. gūthaḥ ‘Kot, Exkrement’, aslaw. ogavịje ‘Belästigung, Beschwernis’, russ.-kslaw. govьno, russ. govnó (говно) ‘Mist, Dreck, Scheiße, Kot’ vorliegt. Die Bedeutung ‘Straßenschmutz’ ist in Kotflügel m. (19. Jh.) enthalten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausscheidung · Kot · ↗Stuhl  ●  ↗Fäkalien  Plural · ↗Losung  Jägersprache · ↗Exkrement  fachspr. · ↗Fäzes  fachspr. · ↗Haufen  ugs. · ↗Kacke  derb · ↗Scheiße  derb · ↗Wurst  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blut Dreck Essensrest Fledermaus Gestank Harn Köter Nutztier Schleim Sekret Speichel Sperma Unrat Urin Wasservogel Zugvogel abgelegt beschmieren beschmutzen bespritzen besudeln düngen entleeren fossil getrocknet stinken verschmutzen verunreinigen wegräumen ätzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwischen Tieren verbreitet sich das Virus hauptsächlich über den infektiösen Kot.
Die Zeit, 24.10.2005, Nr. 43
Dann ist er auf den Kot nicht mehr so scharf.
Bild, 15.07.1999
Der Kot des Kübels rann um ihn, langsam, dann hielt er an.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 1013
Die eingedickten, unverdaulichen Reste, durchsetzt von zahllosen Bakterien, bilden den Kot.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 73
Gesunde Kinder pflegen durchschnittlich zehnmal am Tage (innerhalb 24 Stunden) Wasser und dreimal Kot zu lassen.
Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 436
Zitationshilfe
„Kot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kot>, abgerufen am 12.11.2019.

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