Krücke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Krücke · Nominativ Plural: Krücken
Aussprache
WorttrennungKrü-cke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Krücke‹ als Erstglied: ↗Krückenkreuz · ↗Krückstock  ·  mit ›Krücke‹ als Letztglied: ↗Feuerkrücke · ↗Ofenkrücke · ↗Schirmkrücke · ↗Stockkrücke
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
für starkes Aufstützen eingerichteter Stock für Gehbehinderte
Beispiele:
an Krücken gehen
Viele jüngere Männer bewegten sich an Krücken und Stöcken, weil ihnen ein Bein fehlte [KasackStadt563]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichan Krücken gehen (= am Ende seiner Kräfte sein)
2.
Griff eines Stockes, Schirmes
Beispiele:
eine lange, geschwungene Krücke
Die Hände lagen ... auf der Krücke des Stockes [AndresLiebesschaukel7]
salopp, abwertend, übertragen Schirm
Beispiel:
wo hast du bloß diese Krücke her?
3.
umgangssprachlich Werkzeug in der Form eines am unteren Ende umgebogenen Stabes
Beispiel:
mit der Krücke schüren
4.
salopp, abwertend
a)
alter, minderwertiger, schlecht funktionierender Gegenstand
Beispiel:
das Radio geht doch kaum noch, wirf die (alte) Krücke auf den Schrott!
b)
ausgemergelter Mensch
Beispiel:
Figilister, dürre Krücke, her mit dir [M. WalserSchwarzer Schwan6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krücke · Krückstock
Krücke f. ‘Stock für Gehbehinderte mit Querholz als Stütze in der Achselhöhle oder mit Unterarmstützen’, ahd. krucka (8. Jh.), mhd. krucke, krücke, asächs. krukka, mnd. krücke, mnl. crucke, nl. kruk, aengl. crycc, engl. crutch, schwed. krycka setzen germ. *krukjō bzw. *krukjōn ‘Stab mit krummem Griff’ voraus, Nominalbildungen zu der unter ↗kriechen (s. d.) genannten Erweiterung ie. *greug-, *grūg- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’. Krückstock m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gehhilfe · ↗Gehstock · ↗Handstock · ↗Hirtenstab · ↗Spazierstock · ↗Wanderstab · ↗Wanderstock  ●  Krückmann  veraltend · Invalidenstock  ugs. · Krücke  ugs. · ↗Krückstock  ugs. · ↗Stenz (Wandergeselle)  fachspr.
Synonymgruppe
Nichtskönner · ↗Verlierer(typ) · armer Wicht  ●  ↗Versager  Hauptform · ↗(armes) Würstchen  ugs. · ↗Blindgänger  ugs. · ↗Flasche  ugs. · ↗Graupe  ugs. · ↗Heini  ugs., ruhrdt., veraltend · Krücke  ugs. · Lohle  ugs., schwäbisch · ↗Loser  ugs., engl. · ↗Lulli  ugs. · ↗Lusche  ugs. · Luschi  ugs. · ↗Niete  ugs. · ↗Null  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Opfer (jugendspr.)  ugs. · ↗Pfeife  ugs. · Pfeifenheini  ugs., regional · ↗Schwachmat  ugs. · ↗Waserl  ugs., wienerisch · ↗Wurst  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beinschiene Bettler Gehen Gehversuch Gips Gipsbein Hilfsmittel Krüppel Prothese Rollstuhl Spazierstock Spielfeldrand Stelze behelfen dramaturgisch entengelb fortbewegen fortwerfen hinken humpeln hölzern lahm schleppen selbstgebastelt staksen stützen weglegen wegschlagen wegschmeißen wegwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krücke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch an das Leben mit den Krücken gewöhnt er sich allmählich.
Bild, 24.07.2003
Existierende Übersetzungsprogramme sind da allenfalls eine Krücke, immerhin aber amüsant.
Die Welt, 16.07.2002
Und doch müssen wir wohl mit dieser Krücke noch etwas leben.
Der Tagesspiegel, 19.10.1998
Aber ich lehne es ab, an einer Krücke durch die Welt zu marschieren.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 162
Ich starrte auf die eine, dann auf die andere Krücke.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 1
Zitationshilfe
„Krücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krücke>, abgerufen am 12.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Krozin
Krozetin
Krotonöl
Kroton
krötig
Kruckenkreuz
Krückstock
Krückstockschaltung
krud
krude