Krüppel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krüppels · Nominativ Plural: Krüppel
Aussprache
WorttrennungKrüp-pel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Krüppel‹ als Erstglied: ↗Krüppelwalmdach  ·  mit ›Krüppel‹ als Letztglied: ↗Ehekrüppel
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend Mensch mit missgestalteten oder fehlenden Gliedmaßen, Körperbehinderter
Beispiele:
er kam als Krüppel aus dem Krieg zurück
jmdn. zum Krüppel schlagen, schießen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krüppel · krüpp(e)lig · verkrüppeln
Krüppel m. ‘Körperbehinderter’, mhd. krüp(p)el stammt über md. kruppel, kropel aus asächs. krupil, mnd. krȫpel, kröppel, krēpel ‘mißgebildeter, gehbehinderter Mensch’. Dies ist verwandt mit asächs. crupel ‘gelähmt, verkrüppelt’, aengl. crypel, creopel, engl. cripple ‘Krüppel’, mnl. cruepel, crupel, crōpel, crēpel, nl. kreupel ‘verkrüppelt, lahm’, anord. (mit aus Nasalinfix enstandenem pp) kryppill ‘Krüppel’; es stellt sich als ‘einer, der gewunden, zusammengekrümmt, krumm und lahm ist’ zu mhd. (md.) krūfen ‘kriechen, sich einziehen, sich in niedriger Haltung, am Erdboden fortbewegen, schmiegen, schleichen’, mnd. krūpen, krēpen, kreipen, mnl. crūpen, nl. kruipen, anord. krjūpa, schwed. krypa ‘kriechen’ und mit dem unter ↗Kropf (s. d.) behandelten Substantiv zu ie. *greub-, Erweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’. krüpp(e)lig Adj. ‘mißgestaltet, behindert’, zuvor krüplicht (18. Jh.). verkrüppeln Vb. ‘lahm, mißgestaltet, behindert werden’ (18. Jh.), vgl. krüppeln ‘zum Krüppel machen, wie ein Krüppel gehen’ (16. Jh.), mhd. gekrüpelt ‘lahm’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mensch mit Behinderung · Person mit Behinderung · behinderte Person  ●  ↗Behinderte  weibl. · Behinderter  männl. · behinderter Mensch  Hauptform · Krüppel  derb, abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bettler Blinde Epileptiker Geisteskranker Gesunde Greis Hure Idiot Invalide Kranke Krücke Lahme Lahmen Monster Narr Rollstuhl Seelenleben Säufer Taubstumme Verwundete Waise Zwerg bedauernswert beinlos bettelnd elend heimkehren humpeln prügeln seelisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krüppel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Krüppel sah, daß es keinen Zweck hatte, mit irgendwelchen Erklärungen fortzufahren.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 91
Ein Bürger, der aus ihr verbannt war, empfand sich als Krüppel.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2002
Sie tragen einen mit verkrüppelten Beinen, das Jammern des Krüppels wie Lachen.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 193
Darum sind die Frauen halbe Männer und die Männer werden zu halben Krüppeln.
Die Zeit, 30.07.1976, Nr. 32
Als ein Krüppel kann ich für das Kind nicht sorgen.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 199
Zitationshilfe
„Krüppel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krüppel>, abgerufen am 09.12.2019.

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