Krach, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krach(e)s · Nominativ Plural: Krache/Krachs
Nebenform salopp Krach · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krach(e)s · Nominativ Plural: Kräche
Aussprache
Wortbildung mit ›Krach‹ als Erstglied: ↗Krachmacher  ·  mit ›Krach‹ als Letztglied: ↗Bankenkrach · ↗Bankkrach · ↗Börsenkrach · ↗Ehekrach · ↗Familienkrach · ↗Heidenkrach · ↗Mordskrach · ↗Riesenkrach
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Lärm
Beispiele:
die Kinder machen entsetzlichen Krach auf dem Hof
was ist das für ein Krach hier?
ich kann diesen Krach nicht mehr aushalten
der Blumentopf schlug mit lautem Krach zu Boden
die Tür fiel mit einem Krach ins Schloss
der Krach (= das Gepolter) des einstürzenden Gerüsts
2.
umgangssprachlich, übertragen Zerwürfnis, Streit, (geräuschvolle) Auseinandersetzung
Beispiele:
mit jmdm. Krach haben, bekommen, anfangen
hast du Krach mit deiner Freundin?
mit ihm bekommt man leicht Krach
willst du Krach mit deiner Schwester anfangen?
bei den Nachbarsleuten gab es einen furchtbaren Krach wegen der Kinder
zwischen den beiden, zwischen mir und ihm kommt es häufig zu einem, zum Krach
die wiederholten Krache, Krachs wurden mir lästig
als er ein drittes Mal das Geld verloren hatte, war der Krach da, war der Krach fertig
Krach schlagen, machen(laut) seinen Unwillen äußern, schimpfen
Beispiel:
wenn das noch einmal vorkommt, werde ich Krach schlagen, machen
3.
umgangssprachlich Wirtschaftskrise
Beispiele:
der große Krach der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts
Die ersten Schatten des großen industriellen Krachs kamen drohend herangezogen [KretzerTimpe192]
Bankrott
Beispiel:
die Börse, Bank stand vor einem Krach
4.
salopp mit Ach und Krachmit knapper Not, mit Mühe, gerade noch
Beispiel:
mit Ach und Krach konnte der Fahrer einen Zusammenprall vermeiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krachen · Krach · Kracher · Kracke
krachen Vb. ‘laut und polternd schallen, tönen, lärmen’, ahd. krahhen (um 800), krahhōn (10. Jh.), mhd. krachen, mnd. krāken, kracken, krachen, mnl. crāken, nl. kraken, aengl. cracian, engl. to crack. Vergleichbar sind aind. gárjati ‘brüllt, brummt, tobt, tost’, aruss. grochotati ‘laut lachen’, russ. grochotát’ (грохотать) ‘lärmen’, ferner ↗krächzen, ↗krähen, ↗Kranich (s. d.), die unterschiedlichen Erweiterungen der Schallwurzel ie. *ger- bzw. *grā- ‘heiser schreien’ folgen. Krach m. ‘Lärm, Getöse, polternder Schlag’, ahd. krah, krac (10. Jh.), mhd. krach, Rückbildung aus dem Verb. Auch ‘Zusammenbruch eines Unternehmens, Bankrott’ (Mitte 19. Jh.), als Wiedergabe von engl. crash. Kracher m. ‘alter, gebrechlicher Mann’ bei dem man die Knochen krachen hört (17. Jh.; s. auch ↗Knacker), ‘Knall’ (19. Jh.), ‘Feuerwerkskörper’ (20. Jh.). Entsprechend nd. md. Kracke f. ‘altes, elendes Pferd’ (17. Jh.), zu mnd. krāken, nd. kraken (s. oben). Verallgemeinert als Schimpfwort ‘ungezogenes Kind’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedröhn · ↗Gedröhne · ↗Getöse · Krach  ●  ↗Lärm  Hauptform · Gerumse  ugs. · ↗Rabatz  ugs. · ↗Radau  ugs. · ↗Trara  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Auseinandersetzung · ↗Clinch · ↗Geplänkel · ↗Gerangel · ↗Hakelei · ↗Rangelei · ↗Scharmützel · ↗Streiterei · ↗Streitigkeit · ↗Unfrieden · ↗Zank · ↗Zerwürfnis · ↗Zwist · ↗Zwistigkeit  ●  ↗Streit  Hauptform · Differenzen  geh. · ↗Hader  geh. · ↗Hickhack  ugs. · ↗Klinsch  ugs., regional · ↗Knatsch  ugs. · Krach  ugs. · Querelen  geh. · ↗Stunk  ugs. · ↗Wickel  ugs., österr. · ↗Zankerei  ugs. · ↗Zoff  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Konflikte · Probleme · ↗Schererei(en) · ↗Streit · ↗Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Ach Dreck Gestank Hinterhaus Knirschen Lärm Preßlufthammer Qualm Staub Wonne anzetteln beilegen beschweren donnernd dumpf eskalieren furchtbar fürchterlich gewaltig handfest hausintern infernalisch laut lautstark ohrenbetäubend programmieren riskieren ziemlich übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war bitterkalt, die Autos machten unwahrscheinlichen Krach, und ich fühlte mich recht wohl.
Bild, 22.01.2004
Was hat Sie denn veranlaßt, jetzt plötzlich Krach zu schlagen?
Der Spiegel, 13.01.1986
Seit dem großen Krach schien sie anders geworden zu sein, nicht mehr so gereizt, fast verdächtig kuschelig.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 201
Fängt denn das Volk gar nicht einmal an Krach zu machen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Man zettelt einen Krach an und hat einen perfekten Grund, sich ständig mit dem anderen zu beschäftigen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 239
Zitationshilfe
„Krach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krach>, abgerufen am 17.02.2019.

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