Kracher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krachers · Nominativ Plural: Kracher
Aussprache  [ˈkʀaχɐ]
Worttrennung Kra-cher
Wortzerlegung krachen -er
Wortbildung  mit ›Kracher‹ als Letztglied: Preiskracher
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, salopp, oft scherzhaft, oft abwertend (gebrechlicher) alter Mann
Synonym zu Knacker²
Beispiele:
scherzhaft […] sein erster Blick galt meiner rechten Hand. »Mensch, du alter Kracher«, rief er vorwurfsvoll, »immer noch ledig? […]« [Berliner Zeitung, 11.12.1982]
scherzhaftServus ihr alten Kracher! Na? Wie war Weihnachten? [lagroover, 2011, aufgerufen am 28.04.2016]
[Zitat aus der Zeit vor 1918:] Ein ulkiger Anblick: Wenn all die alten Kracher von Militärs gemeinsam die Kniebeuge machen müssen mit verzerrten Gesichtern! [Die Zeit, 04.09.1987]
2.
laut explodierender Feuerwerkskörper, Knallkörper
Synonym zu Knaller (1 b)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein lauter, illegaler Kracher
als Akkusativobjekt: einen Kracher zünden
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Kracher explodiert, landet
Beispiele:
Mit ohrenbetäubenden Krachern und viel Feuerwerk hat in China das Jahr der Ratte angefangen. [Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2008]
Diwali ist für Hindus so wichtig wie Weihnachten für Christen, es wird stets mit Krachern und Feuerwerk gefeiert. [Süddeutsche Zeitung, 16.10.2017]
Ein Kanonenschlag explodiert. Der Kracher ist so laut, dass ein Mensch mit empfindlichen Nerven oder Kriegserfahrung jetzt tatsächlich an eine Bombe denken könnte. [Süddeutsche Zeitung, 02.01.2016]
Zu Silvester knallen nicht nur die Sektkorken, sondern auch Feuerwerkskörper, Böller und Kracher. [Der Standard, 22.12.2008]
Auch die Bundeswehr hat die Kracher [Irritationskörper, die durch grelles Licht und lauten Knall verwirren sollen] in ihren Arsenalen; doch bei Übungen sind sie laut Dienstvorschrift »nicht in der Nähe von Menschen« zu zünden. [Der Spiegel, 04.01.1982]
3.
übertragen, salopp, gelegentlich abwertend etw. Außergewöhnliches, etw., das großes Aufsehen erregt, eine Sensation, ein Höhepunkt, wie z. B. ein überraschender Fakt, ein Angebot, ein Hit o. Ä.
Synonym zu Knaller (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein echter, ziemlicher, absoluter, richtiger Kracher
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Kracher steigt (= die Veranstaltung findet statt)
Beispiele:
Ich habe vor kurzem [die Fernsehserie] »Breaking Bad« zu Ende geguckt. Das war der Kracher. Was die spielen, finde ich sensationell und spannend. [Die Zeit, 19.02.2014 (online)]
Preislich ist das Angebot schon wirklich ein Kracher[…]. [(Technologie) für 605,98 €, 01.07.2015, aufgerufen am 06.02.2016]
Und dann kommen sie, die Stones – mit dem alten Kracher »I can’t get no Satisfaction«. [Süddeutsche Zeitung, 02.07.2012]
Immerhin beträgt der Krankengeldsatz »nur« 70 % des Nettoverdienstes! Und nun kommt der Kracher. Die fehlenden 30 % muss man dann beim Arbeitsamt in Form von Hartz IV beantragen. Wohlweislich vor der Krankheit, weil spätere Anträge nicht mehr akzeptiert werden! […] [xkassiopeiax’s Blog, 19.10.2010, aufgerufen am 29.04.2016]
Wir freuen uns alle auf das Spiel gegen St. Pauli, das wird ein echter Kracher. [Die Welt, 13.08.2005]
Thomas Ostermeier hat […] mit seiner »Nora« an der Berliner Schaubühne einen äußerst aktuellen Theaterabend geliefert, der von Kritikern als »Kracher der Saison« […] bejubelt wurde. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2004]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krachen · Krach · Kracher · Kracke
krachen Vb. ‘laut und polternd schallen, tönen, lärmen’, ahd. krahhen (um 800), krahhōn (10. Jh.), mhd. krachen, mnd. krāken, kracken, krachen, mnl. crāken, nl. kraken, aengl. cracian, engl. to crack. Vergleichbar sind aind. gárjati ‘brüllt, brummt, tobt, tost’, aruss. grochotati ‘laut lachen’, russ. grochotát’ (грохотать) ‘lärmen’, ferner krächzen, krähen, Kranich (s. d.), die unterschiedlichen Erweiterungen der Schallwurzel ie. *ger- bzw. *grā- ‘heiser schreien’ folgen. Krach m. ‘Lärm, Getöse, polternder Schlag’, ahd. krah, krac (10. Jh.), mhd. krach, Rückbildung aus dem Verb. Auch ‘Zusammenbruch eines Unternehmens, Bankrott’ (Mitte 19. Jh.), als Wiedergabe von engl. crash. Kracher m. ‘alter, gebrechlicher Mann’ bei dem man die Knochen krachen hört (17. Jh.; s. auch Knacker), ‘Knall’ (19. Jh.), ‘Feuerwerkskörper’ (20. Jh.). Entsprechend nd. md. Kracke f. ‘altes, elendes Pferd’ (17. Jh.), zu mnd. krāken, nd. kraken (s. oben). Verallgemeinert als Schimpfwort ‘ungezogenes Kind’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Knallkörper  ●  Böller  ugs. · Kracher  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufsehen · Clou · Medienereignis · Sensation  ●  Bombe  ugs., fig. · Brüller  ugs. · Knaller  ugs. · Knüller  ugs. · Kracher  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anziehungspunkt · Attraktion · Glanznummer · Glanzstück · Publikumsmagnet · Zuschauermagnet  ●  Highlight  engl. · Bringer  ugs. · Brüller  ugs., salopp · Burner  ugs., engl. · Kracher  ugs. · Zugnummer  ugs. · Zugpferd  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Brüller · Kracher · Lacher  ●  Knaller  ugs. · Schenkelklopfer  ugs.
Assoziationen
  • (und) haben wir gelacht!  ugs. · LOL  ugs., Abkürzung, engl., Jargon · ROFL  ugs., Abkürzung, engl., Jargon · ein (echter) Brüller!  ugs. · ich könnt' mich wegschmeißen (vor Lachen)  ugs. · selten so gelacht!  ugs., Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Kracher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kracher‹.

Zitationshilfe
„Kracher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kracher>.

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