Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kraftausdruck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Kraft-aus-druck
Wortzerlegung Kraft Ausdruck1
eWDG

Bedeutung

derber oder vulgärer Ausdruck
Beispiel:
er gebraucht gern Kraftausdrücke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kraft · kraft · entkräften · verkraften · kräftig · kräftigen · bekräftigen · Kraftausdruck · Kraftbrühe
Kraft f. ‘Stärke, Fähigkeit, Wirksamkeit’, ahd. kraft ‘Stärke, Vermögen, Fähigkeit, Macht, Tugend’ (8. Jh.), mhd. kraft ‘Stärke, Gewalt, Heeresmacht, Menge, Fülle’, asächs. kraft und (mit Wandel von ft zu cht) kraht, mnd. kraft, kracht, mnl. craft, cracht, nl. kracht, aengl. cræft, engl. craft, anord. (aus dem Aengl.?) kraptr, krǫptr, schwed. kraft lassen sich auf eine Labialerweiterung ie. *grep- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. auch Krampf) zurückführen. Mit Kraft würde sich dann ursprünglich die Vorstellung der Muskelanspannung verbinden. Rechtssprachlich bedeutet bereits ahd. kraft ‘Gültigkeit, Wirksamkeit’; daran anknüpfend vgl. rechtskräftig sowie in Kraft treten, sein, bleiben, außer Kraft setzen, treten, bleiben. In neuerer Zeit (seit Ende 18. Jh.) vielfach bezogen auf den Menschen als ‘Träger der Kraft’, vgl. Streitkräfte (Ende 18. Jh.), frische Kräfte, Lehrkräfte, Arbeitskraft (19. Jh.), eine qualifizierte, bewährte Kraft (20. Jh.). – kraft Präp. (mit Genitiv) ‘vermöge, auf Grund, infolge’ (16. Jh.), aus präpositionalen Fügungen wie aus, durch, in Kraft (vgl. in kraft diß abschids, um 1500) entstanden. entkräften Vb. ‘die Kraft entziehen, schwächen, etw. gegenstandslos machen, widerlegen’ (16. Jh.). verkraften Vb. ‘etw. bewältigen, damit fertig werden’ (20. Jh.). kräftig Adj. ‘stark, kraftvoll, derb’, ahd. kreftīg ‘stark, mächtig, gewaltig, groß, wichtig, schwer, wirksam’ (8. Jh.), mhd. kreftic, kreftec ‘Kraft habend, von rechtlicher Geltung und Wirksamkeit, zahlreich, kräftigend’. kräftigen Vb. ‘jmdn. stärken’, ahd. kreftīgen (9. Jh.), gikreftīgōn ‘groß machen’ (um 1000), mhd. kreftigen ‘stärken, mehren’; bekräftigen Vb. ‘einer Angelegenheit Nachdruck verleihen, etw. bestätigen’, mhd. bekreftigen. Kraftausdruck m. ‘derber Ausdruck’ (18. Jh.). Kraftbrühe f. ‘Fleischbrühe’ (18. Jh.). In Zusammensetzungen des 20. Jhs. besonders für maschinell erzeugte Energie, z. B. Kraftfahrzeug, Kraftfahrer, Kraftrad, Kraftwagen, Kraftwerk.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Schimpfwort · Vulgarität · ordinäre Ausdrucksweise · vulgäre Entgleisung  ●  Kraftausdruck  euphemistisch · Four-Letter-Word  fachspr., engl., Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kraftausdruck‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kraftausdruck‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kraftausdruck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo er sich an den Text nicht mehr erinnerte, improvisierte er mit martialischen Kraftausdrücken. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 356]
Eine Übersicht über europäische Kraftausdrücke macht das sehr schön deutlich. [Die Zeit, 11.03.1994, Nr. 11]
Kraftausdrücke scheint er zu benutzen, um sich selbst einzuheizen, die Straße vor Augen. [Die Zeit, 16.02.1970, Nr. 07]
Die Kraft seiner Argumente steht aber hinter seinen Kraftausdrücken deutlich zurück. [Süddeutsche Zeitung, 08.04.2002]
Seitdem wir diese ruhige Musik machen, fallen mir nur noch Kraftausdrücke ein. [Süddeutsche Zeitung, 22.10.2001]
Zitationshilfe
„Kraftausdruck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kraftausdruck>.

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