Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Krakeeler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krakeelers · Nominativ Plural: Krakeeler
Aussprache 
Worttrennung Kra-kee-ler
Wortzerlegung krakeelen -er
Herkunft Krakeel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der krakeelt
Beispiel:
die Polizei nahm einige Krakeeler wegen nächtlicher Ruhestörung fest
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krakeel · krakeelen · Krakeeler
Krakeel m. ‘Lärm, lärmender Streit’, mnd. krakēl(e), mnl. nl. krakeel. Die Etymologie ist nicht gesichert. Wahrscheinlich ist die Herkunft des Substantivs im nd.-nl. Sprachraum zu suchen, wo es bereits im 15. Jh. bezeugt ist. Man kann darin eine Streckform von westfläm. kreel ‘Lärm’ sehen, das auf mfrz. frz. querelle ‘Streit’ beruht. Oder die Hinzufügung des pejorativen Präfixes ka-, kra- führt zu *kakreel, *krakreel, woraus mit Umsprung bzw. mit Ausfall des zweiten r mnl. krakeel entstanden wäre. Ein im Obd. (Ende des 16. Jhs.) bezeugtes gregell ‘Bauernkrawall’ wird mit ital. gorgogliare, älter gargagliare ‘gurgeln, lärmen’ in Verbindung gebracht und als von den Landsknechten verbreitet angesehen (vgl. Kluge ²¹399), ist jedoch eher eine der verschiedenen Formen, in denen Krakeel vom Nd. aus in das übrige Sprachgebiet eindringt. Die Studentensprache nimmt es im 17. Jh. auf und fördert seine Verbreitung. krakeelen Vb. ‘lärmen, laut streiten, schreien’ (17. Jh.), mnd. krakēlen, nl. krakelen. Krakeeler m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Krakeeler · Radaubruder · Schreihals  ●  Krawallmacher  Hauptform · Brüllaffe  ugs. · Lärmer  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.

Verwendungsbeispiele für ›Krakeeler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine unerschrockene Haltung muß selbst die schlimmsten Krakeeler so beeindruckt haben, daß sie es nicht gewagt haben, tätlich zu werden. [Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 164]
Ganz ruhig geht er auf den Krakeeler zu, stellt sich einfach vor ihn hin. [Süddeutsche Zeitung, 21.06.1995]
Drolligerweise hatten die Kumpel des Krakeelers am gleichen Tag gegenüber der Presse ihre Kritik esoterischen Gedankenguts an Personen festgemacht. [konkret, 1997]
Sie sei der Lautsprecher der Krakeeler, die ohne sie ungehört bleiben müssen. [Die Zeit, 22.03.2006, Nr. 12]
Mit dem Vergleich der Benzinpreise rings um uns herum könnte manchem Krakeeler das Maul gestopft werden. [Süddeutsche Zeitung, 14.06.2000]
Zitationshilfe
„Krakeeler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krakeeler>.

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