Kramladen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKram-la-den
WortzerlegungKramLaden
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend kleiner Laden, in dem ein buntes Warensortiment angeboten wird
Beispiel:
in dem Kramladen am Markt kann man alles bekommen, angefangen mit Lebensmitteln über Wolle und Garn bis zu Schuhen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kram · kramen · Kramladen · Krämer
Kram m. ‘(geringwertige) Gegenstände, Zeug, Krempel’, übertragen ‘nicht näher bezeichnete lästige Angelegenheiten’, ein nur im Dt. und Nl. heimisches Wort, das allerdings auf Grund ausgedehnter Handelsbeziehungen hansischer Kaufleute ins Nordgerm., ins Balt. und Slaw. entlehnt wird. Die Herkunft von ahd. krām ‘Kaufmannsbude, Zelt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krām ‘ausgespanntes Tuch, Zeltdecke, Kaufmannsbude, Handelsgeschäft, Kaufmannsware’, mnd. krām ‘Verkaufszelt, Waren, Kleinhandel, Gardine des Wochenbetts, Wochenbett’, mnl. crāme, craem, nl. kraam ist unbekannt. Anzunehmen ist eine Grundbedeutung ‘Zeltdach über einem Verkaufsstand bzw. über dem Wagen eines reisenden Händlers’; doch Anschluß an die s-lose Variante der unter ↗Schirm (s. d.) behandelten ie. Wurzel bleibt unsicher. Vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 173 ff. kramen Vb. ‘herumwühlen’, mhd. krāmen ‘Kramhandel treiben’. Kramladen m. ‘Laden mit Kleinwaren’ (17. Jh.). Krämer m. ‘Lebensmittel-, Kleinwarenhändler’, übertragen ‘kleinlicher, engherziger Mensch’ (wofür auch Krämerseele, um 1800), ahd. krāmāri, krāmeri ‘Kleinhändler, Schankwirt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krāmære, kræmer.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kramladen · ↗Tante-Emma-Laden · kleines Geschäft
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Besitzer eines Kramladens · Inhaber eines Tante-Emma-Ladens · ↗Kleinhändler · ↗Krämer  ●  ↗Höker  veraltet · kleiner Krauter  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besitzer Dorf Ecke Glück Inhaber Kneipe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kramladen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem, man muß sie lieben, diese herrlich vergammelten Kramläden der Revolution.
Die Zeit, 11.07.1969, Nr. 28
Die Historie ist ein Kramladen, aus dem sich jeder nach Belieben bedienen kann.
Süddeutsche Zeitung, 15.06.1999
Sie war von ihrer Kleinstadt und ihrem tristen Kramladen zur Strecke gebracht worden.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 143
Sie verfiel darauf, einen ganzen kleinen Kramladen von Dosen und anderen Bijouterien, die der Kronprinz durchaus gesammelt haben konnte, in die Truhe zu stopfen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 903
Letzten Sonntagabend kam Berger zu uns, der seinen Kramladen um die Ecke hat, sehr braver Mann, kein Nazi, im Weltkrieg Soldat und Unteroffizier.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1939. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1939], S. 172
Zitationshilfe
„Kramladen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kramladen>, abgerufen am 19.09.2019.

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