Krampf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krampf(e)s · Nominativ Plural: Krämpfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Krampf‹ als Erstglied: ↗Krampfader · ↗Krampfanfall · ↗Krampfhenne · ↗Krampfhusten · ↗Krampfleiden · ↗Krampfzustand · ↗krampfartig · ↗krampfhaft
 ·  mit ›Krampf‹ als Letztglied: ↗Dauerkrampf · ↗Gefäßkrampf · ↗Herzkrampf · ↗Hustenkrampf · ↗Lachkrampf · ↗Magenkrampf · ↗Muskelkrampf · ↗Schreibkrampf · ↗Schreikrampf · ↗Starrkrampf · ↗Stimmritzenkrampf · ↗Wadenkrampf · ↗Weinkrampf · ↗Zehenkrampf
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
unwillkürliche, oft schmerzhafte Zusammenziehung der Muskeln
Beispiele:
furchtbare, epileptische Krämpfe
entsetzliche Krämpfe packen, schütteln, durchzucken, befallen jmdn.
der Krampf saß, steckte in seinen Waden, in seiner Kehle
langsam löste sich der Krampf in, aus seinen Gliedern
Krämpfe, Krampf haben, bekommen
ich habe den Krampf in meinen Zehen
das Kind lag, wand sich in Krämpfen, im Krampf
in Krämpfen zu Boden fallen, stürzen, sinken, zusammenbrechen
er warf sich in Krämpfen zu Boden
ihr Gesicht verzerrte sich wie im Krampf
von Krämpfen geschüttelt, durchzuckt sein, werden
2.
nur im Singular
salopp, abwertend, übertragen verkrampftes, nutzloses Bemühen, sinnloses Tun
Beispiele:
er versuchte, die Anwesenden aufzuheitern, aber es wurde Krampf
lass das, das ist doch alles Krampf!
so ein Krampf!
diesen Krampf mache ich nicht mit
alles, was er unternahm, war Krampf
mach bloß keinen Krampf! (= sträube dich nicht!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krampf · krampfen · krampfhaft · krampfig · Krampfader
Krampf m. ‘unwillkürliches Zusammenziehen von Muskeln’, übertragen ‘gequältes, nutzloses Bemühen’, ahd. krampho ‘Klaue, Haken, Krampf’ (9./10. Jh.), kramph ‘Haken, Krümmung, Krampf’ (Hs. 14. Jh.), mhd. krampf stehen wie ahd. kramph Adj. ‘krumm’ (10. Jh.), anord. krappr ‘eng’ (germ. *krampa-) im Ablaut zu ahd. krimphan ‘zerreiben’ (8. Jh.), mhd. krimpfen ‘sich krampfhaft zusammenziehen’, mnd. nd. nl. krimpen, mnl. crimpen. Weiterhin sind verwandt ↗Krampe und ↗Krempe (s. d.). Alle Formen schließen sich an die unter ↗krumm (s. d.) genannte nasalierte Labialerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ an. krampfen Vb. ‘sich krampfartig zusammenziehen’ (18. Jh.), vgl. kausatives spätmhd. krempfen ‘krampfartig zusammenziehen’. krampfhaft Adj. ‘krampfartig, verbissen’ (18. Jh.). krampfig Adj. ‘verkrampft’ (15. Jh.). Krampfader f. ‘krankhaft erweiterte Vene’, die krampfartige Zuckungen verursacht (16. Jh.), vgl. älteres schweiz. krumpoder (14. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemnot Bauchschmerz Bewußtlosigkeit Bewußtseinsstörung Durchfall Erbrechen Fieber Klassenkampf Kolik Kopfschmerz Lähmung Muskelzuckung Oberschenkel Schweißausbruch Schwindel Schwindelanfall Schüttelfrost Sehstörung Unterleib Verspannung Wade Zuckung Zwischenton durchzucken epileptisch hysterisch plagen spastisch winden Übelkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krampf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht hatte Lea einen Krampf im Fuß, in beiden zugleich, zu enge Schuhe.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 224
Und mit Krampf kann man eine Verbindung nicht aufrecht erhalten.
Der Tagesspiegel, 25.02.2000
Nach einem Stöhnen, das mir noch heute in den Ohren klingt, kamen die Krämpfe.
Die Zeit, 09.09.1966, Nr. 37
Auf diese Weise ist das ganze Leben ein einziger Krampf, überzogene Kraft.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 20
Mit einemmal ist auch der Krampf in ihrem Leib wieder da.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 433
Zitationshilfe
„Krampf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krampf>, abgerufen am 24.05.2019.

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