Kratze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kratze · Nominativ Plural: Kratzen
Aussprache
WorttrennungKrat-ze (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

Werkzeug zum Kratzen, besonders im Bergbau
Beispiel:
Er nimmt den Spaten und die Kratze [StrittmatterOchsenkutscher174]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kratzen · Kratze · Kratzer · abkratzen · zerkratzen · aufgekratzt · Kratzbeere · Kratzbürste · kratzbürstig · Kratzfuß
kratzen Vb. ‘mit einem rauhen, scharfen oder spitzen Gegenstand schaben, reiben, ritzen’. Neben ahd. krazzōn (9. Jh.), mhd. kratzen, aschwed. schwed. (mundartlich) kratta, dän. kratte stehen die j-Bildungen mhd. kretzen, mnl. cretten, cretsen sowie (ablautend) anord. krota ‘etw. mit Figuren verzieren’. Wenn außerhalb der germ. Sprachen alban. gërresë ‘Kratzeisen, Topfkratzer’ hierher zu stellen ist, kann von ie. *gred- ‘kratzen’ ausgegangen werden. Auf einer s-Erweiterung beruhen wohl mnd. nd. krassen und mnl. crassen, nl. krassen; vgl. Kaspers in: PBB (H) 77 (1955) 235 ff. Kratze f. ‘Werkzeug zum Kratzen’, mhd. kratze. Kratzer m. ‘wer kratzt’ (16. Jh.), ‘Kratzwunde, Schramme’ (20. Jh.). abkratzen Vb. ‘etw. kratzend entfernen’, mhd. abekratzen; derb umgangssprachlich ‘sterben’ (19. Jh.), nach ‘sich davonmachen, mit einem Kratzfuß abtreten’ (s. unten Kratzfuß). zerkratzen Vb. ‘durch Kratzen zerstören’, mhd. zerkratzen, zerkretzen. aufgekratzt Part.adj. ‘gut angezogen, munter, vergnügt’ (18. Jh.), aufkratzen ‘(sich) putzen, (sich) heiter stimmen’, eigentlich ‘durch Kratzen aufscharren, aufreiben’, z. B. Erde, Haut (16. Jh.), dann ‘durch Kratzen aufbereiten (Tuch, Kleider), erneuern’. Kratzbeere f. heute auch (in mundartlicher Lautung, vgl. omd. kroatzen) Kroatzbeere ‘Brombeere’, spätmhd. kratzber, nach den kratzenden Stacheln des Strauches. Kratzbürste f. ‘grobe, scharfe Reinigungsbürste’, übertragen ‘unfreundliche, widerspenstige Person’ (17. Jh.); kratzbürstig Adj. ‘unfreundlich, widerspenstig’ (19. Jh.). Kratzfuß m. ‘Verbeugung, bei der man einen Fuß scharrend nach hinten zieht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kratze · Rührstange
Technik
Synonymgruppe
Federbesen · ↗Fächerbesen · Laubbesen · Laubharke · ↗Laubrechen  ●  Kratze  ugs., Jargon
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es einen Juden juckt, dann finden sich sofort zwanzig andere zum Kratzen ein.
Der Tagesspiegel, 17.08.1997
Kratze das Theater - und du hast die veraltete Klasse, die es geschaffen hat.
Tucholsky, Kurt: Kritik aus der Erinnerung. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Die Masse verhielt sich, bis auf ein leises Kratzen, lautlos.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 243
Kratze und schabe nicht mit dem Löffel auf dem Teller herum.
Roeder, Fritz: Anstandslehre für den jungen Landwirt, bes. f. d. Schüler landwirtschaftl. Lehranstalten. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1929], S. 17143
Dann bemerkt man jenes ferne, nie verebbende Kratzen und Knacken.
Die Zeit, 12.03.2007, Nr. 11
Zitationshilfe
„Kratze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kratze>, abgerufen am 11.12.2019.

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