Kredit, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kredit(e)s · Nominativ Plural: Kredite
Aussprache  [kʀeˈdɪt] · [kʀeˈdiːt]
Worttrennung Kre-dit
Wortbildung  mit ›Kredit‹ als Erstglied: Kreditabteilung · Kreditangebot · Kreditanstalt · Kreditantrag · Kreditaufnahme · Kreditauftrag · Kreditausfall · Kreditausschuss · Kreditbank · Kreditbedarf · Kreditbetrag · Kreditblase · Kreditbrief · Kreditbüro · Kreditengagement · Kreditfonds · Kreditgeber · Kreditgenossenschaft · Kreditgewerbe · Kredithai · Kredithilfe · Kreditinstitut · Kreditkarte · Kreditkauf · Kreditkondition · Kreditkosten · Kreditlinie · Kreditmarkt · Kreditnachfrage · Kreditnehmer · Kreditpolitik · Kreditprogramm · Kreditrisiko · Kreditseite · Kreditspritze · Kreditsumme · Kreditsystem · Kreditvereinbarung · Kreditvergabe · Kreditversicherer · Kreditversicherung · Kreditvertrag · Kreditvolumen · Kreditwesen · kreditfähig · kreditunwürdig · kreditwürdig
 ·  mit ›Kredit‹ als Letztglied: Agrarkredit · Ankurbelungskredit · Ausfuhrkredit · Auslandskredit · Avalkredit · Bankenkredit · Bankkredit · Barkredit · Baukredit · Beistandskredit · Bestellerkredit · Blankokredit · Buchkredit · Dispokredit · Dispositionskredit · Eigenkredit · Exportkredit · Finanzkredit · Großkredit · Hilfskredit · Hypothekarkredit · Hypothekenkredit · Immobiliarkredit · Immobilienkredit · Investitionskredit · Kassenkredit · Kleinkredit · Kommunalkredit · Konsumentenkredit · Konsumkredit · Kontokorrentkredit · Kriegskredit · Kundenkredit · Lieferantenkredit · Lombardkredit · Mikrokredit · Milliardenkredit · Misskredit · Mittelstandskredit · Mobiliarkredit · Nachtragskredit · Personalkredit · Privatkredit · Problemkredit · Produktivkredit · Rahmenkredit · Ratenkredit · Realkredit · Rembourskredit · Revolvingkredit · Roll-over-Kredit · Rüstungskredit · Saisonkredit · Sofortkredit · Staatskredit · Stand-by-Kredit · Subprime-Kredit · Subprimekredit · Teilzahlungskredit · Valutakredit · Verbraucherkredit · Warenkredit · Wechselkredit · Wunschkredit · Überbrückungskredit · Überziehungskredit
Herkunft zu creditoital ‘Leihwürdigkeit, Darlehen’, auch ‘Ansehen, Achtung’
eWDG

Bedeutungen

1.
Kaufmannssprache Geldmittel, die jmdm. befristet (gegen Zinszahlung) überlassen werden
Beispiele:
ein kurzfristiger, privater, staatlicher, zinsloser Kredit
einen Kredit aufnehmen, erhalten, finden
jmdm. einen Kredit eröffnen, gewähren, entziehen, kündigen, sperren
einen Kredit abdecken (= tilgen)
auf Kreditohne sofortige Bezahlung
Beispiele:
etw. auf Kredit kaufen
Kraftczek gab Bier und Kautabak für eine Woche, bis zum Lohntag, auf Kredit [ StrittmatterWundertäter327]
Doch leider gab es im Speisewagen kein Frühstück auf Kredit [ BöllIrisches Tagebuch32]
2.
übertragen Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit
Beispiele:
moralischer Kredit
Kredit genießen
seinen Kredit verlieren, verspielen
jmdn. um seinen Kredit bringen
wenn wir den Kredit bei der Schwester überziehen, läßt sie uns nie wieder rein [ H. KantAula335]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kredit · Kredit · Kreditbrief · Mißkredit
Kredit m. ‘Leihwürdigkeit, Darlehen’. Im 15. Jh. wird ital. credito ‘Leihwürdigkeit, Darlehen’ ins Dt. entlehnt (in den Formen credit und credito zuerst in obd. Handelszentren). Dem ital. Ausdruck des Bankwesens liegt lat. crēditum ‘das leihweise Anvertraute, Darlehen’ zugrunde, substantiviertes Part. Perf. Neutr. von lat. crēdere ‘(ver)trauen, glauben’, hier ‘der Ehrlichkeit im Zurückzahlen ein Darlehen anvertrauen’. Im 16. Jh. wird dafür auch das Übersetzungswort Glauben (in die Leihwürdigkeit) in der Kaufmannssprache üblich (vgl. Credito oder glaub; s. dazu Gläubiger2). Auf ital. credito mit der schon früh entwickelten Bedeutung ‘Ansehen, Achtung’ beruht die Entlehnung mfrz. frz. crédit, das daraufhin ebenfalls ins Dt. übergeht (2. Hälfte 16. Jh.) und mit dem Bankausdruck zusammenfällt. Häufig sind Fügungen wie Kredit haben ‘Leihwürdigkeit besitzen’ (15. Jh.), allgemein ‘Glaubwürdigkeit, Ansehen, einen guten Ruf besitzen’; auf Kredit ‘ohne sofortige (volle) Bezahlung, auf Borg’ (17. Jh.). Kredit n. ‘Habenseite (rechte Seite) des Kontos’ in der kaufmännischen Buchführung, daher auch ‘Haben, Guthaben’, Substantivierung (17. Jh.) der Überschrift lat. crēdit ‘er vertraut an, er zahlt’; Gegensatz Debet n. ‘Sollseite (linke Seite) des Kontos, Schuldposten’, lat. dēbet ‘er schuldet’. Zuvor bereits (in Angleichung an ital. credito, s. oben) in Debito und Credito (16. Jh.). Kreditbrief m. ‘Anweisung einer Bank an eine andere, einer Person ein Darlehen zu gewähren’ (17. Jh.), nach frz. lettre de crédit. Mißkredit m. ‘schlechtes Ansehen, schlechter Ruf’ (18. Jh.), zuvor ‘fehlende Leihwürdigkeit’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Kredit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kredit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kredit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gleichzeitig sanken die von den Banken eingeräumten Kredite von 1.300 auf 800 Mill. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1932]]
In schlechten Zeiten muß man investieren, und in guten Zeiten zahlt man Kredite zurück. [Rode, Axel: Das Erbe der Guldenburgs, Bergisch-Gladbach: Lübbe 1986, S. 75]
Einer muß schließlich das Geld zusammenhalten und für eine Finanzplanung einstehen und die Kredite beschaffen. [Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 110]
Alles Schicksal und Glück hänge vom Namen und Kredit ab. [Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 861]
Der Bauer, der sich um die Pacht bewirbt, erhält vom Staat einen Kredit von dreitausend Mark. [Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 193]
Zitationshilfe
„Kredit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kredit#1>.

Weitere Informationen …

Kredit, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kredits · Nominativ Plural: Kredits
Aussprache 
Worttrennung Kre-dit
Herkunft zu crēditlat ‘er vertraut an, er zahlt’
eWDG

Bedeutung

Bankwesen rechte Seite eines Kontos, auf der das Guthaben verzeichnet ist, das Haben
in gegensätzlicher Bedeutung zu Debet
Beispiel:
Debet und Kredit buchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kredit · Kredit · Kreditbrief · Mißkredit
Kredit m. ‘Leihwürdigkeit, Darlehen’. Im 15. Jh. wird ital. credito ‘Leihwürdigkeit, Darlehen’ ins Dt. entlehnt (in den Formen credit und credito zuerst in obd. Handelszentren). Dem ital. Ausdruck des Bankwesens liegt lat. crēditum ‘das leihweise Anvertraute, Darlehen’ zugrunde, substantiviertes Part. Perf. Neutr. von lat. crēdere ‘(ver)trauen, glauben’, hier ‘der Ehrlichkeit im Zurückzahlen ein Darlehen anvertrauen’. Im 16. Jh. wird dafür auch das Übersetzungswort Glauben (in die Leihwürdigkeit) in der Kaufmannssprache üblich (vgl. Credito oder glaub; s. dazu Gläubiger2). Auf ital. credito mit der schon früh entwickelten Bedeutung ‘Ansehen, Achtung’ beruht die Entlehnung mfrz. frz. crédit, das daraufhin ebenfalls ins Dt. übergeht (2. Hälfte 16. Jh.) und mit dem Bankausdruck zusammenfällt. Häufig sind Fügungen wie Kredit haben ‘Leihwürdigkeit besitzen’ (15. Jh.), allgemein ‘Glaubwürdigkeit, Ansehen, einen guten Ruf besitzen’; auf Kredit ‘ohne sofortige (volle) Bezahlung, auf Borg’ (17. Jh.). Kredit n. ‘Habenseite (rechte Seite) des Kontos’ in der kaufmännischen Buchführung, daher auch ‘Haben, Guthaben’, Substantivierung (17. Jh.) der Überschrift lat. crēdit ‘er vertraut an, er zahlt’; Gegensatz Debet n. ‘Sollseite (linke Seite) des Kontos, Schuldposten’, lat. dēbet ‘er schuldet’. Zuvor bereits (in Angleichung an ital. credito, s. oben) in Debito und Credito (16. Jh.). Kreditbrief m. ‘Anweisung einer Bank an eine andere, einer Person ein Darlehen zu gewähren’ (17. Jh.), nach frz. lettre de crédit. Mißkredit m. ‘schlechtes Ansehen, schlechter Ruf’ (18. Jh.), zuvor ‘fehlende Leihwürdigkeit’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Kredit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kredit‹.

Zitationshilfe
„Kredit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kredit#2>.

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