Krempel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krempels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Krem-pel
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend Kram, Plunder, Zeug
Beispiele:
er packte den ganzen Krempel wieder ein
allen Krempel hebt sie auf!
lass doch den alten Krempel liegen!
die Müllabfuhr holt morgen den Krempel ab
übertragen
Beispiele:
was kostet der Krempel? (= das alles?)
Ich schmeiß den ganzen Krempel hin (= arbeite nicht mehr mit) [ H. MannUntertan4,174]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krempel m. ‘wertloses Zeug, Plunder, lästiger Kram’. In obd. Mundarten, besonders im Alem. verbreitetes Grempel (16. Jh.), dann auch Grämpel, Krempel ‘Kleinhandel, Verkauf von Trödelwaren oder Lebensmitteln’ entwickelt (wie sinnverwandtes ↗Kram, s. d.) im 17. Jh. die Bedeutung ‘wertloser Hausrat, Plunder’ (hier vielleicht begünstigt durch lautliche Ähnlichkeit mit ↗Gerümpel, s. d.) und wird in dieser Verwendung über die Grenzen des Mundartgebietes hinaus üblich. Das Substantiv ist (ebenso wie das vorausgehende Kompositum Grempelmarkt, 15. Jh., später Krempelmarkt, 17. Jh.) zum Verb frühnhd. (obd.) grempeln ‘Kleinhandel treiben’ (seit dem 16. Jh. belegt, doch bereits spätmhd. grempler als Nomen agentis, in obd. Grempler ‘Trödler, Händler’ fortlebend) gebildet, einem Iterativum zu gleichbed. spätmhd. grempen. Dieses kann als Entlehnung aus dem Roman. angesehen und (unter der Voraussetzung einer schon in roman. Mundarten, namentlich im Südfrz. vielfach auftretenden r-Metathese) an ital. comprare ‘kaufen’ bzw. aprov. comprar, crompar ‘kaufen, bezahlen, für etw. büßen’ angeschlossen werden. Beide gehen zurück auf vlat. *comperāre, lat. comparāre ‘beschaffen, bereiten, erwerben’. vom 2. Jh. an auch ‘für Geld erwerben’; vgl. lat. parāre ‘(zu)bereiten, Vorkehrungen treffen, sich verschaffen, erwerben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bayr. · ↗Glumpert  ugs., bayr., österr. · Graffel  ugs., österr., bayr. · Grusch  ugs. · Killefit(t)  ugs., rheinisch, variabel · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · ↗Krams  ugs., norddeutsch, abwertend · Kramuri  ugs., österr. · Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · Schnullifax  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · Tüddelkram(s)  ugs., norddeutsch · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
  • (sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗umsonst · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · ↗akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · ↗entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
  • Kleinmaterial · Kleinteile · ↗Krimskrams · kleine Teile  ●  ↗Kleinkram  Hauptform · Kruscht  süddt. · Kleinscheiß  derb, abwertend · Tüddelkram(s)  ugs., norddeutsch
  • nicht obligatorisch · ↗verzichtbar · überflüssiger Luxus  ●  ↗(bloßer) Zierrat  fig. · nicht lebenswichtig  fig. · nicht überlebenswichtig  fig. · schmückendes Beiwerk  fig. · (ein) 'Nice-to-have'  ugs., Jargon, engl. · muss man nicht haben  ugs.
  • (Sachen) ohne praktischen Nutzwert · Dekoobjekte · ↗Flitter(kram) · ↗Klimbim · Lifestyle-Krempel · ↗Nippes · ↗Schnickschnack · schmückendes Beiwerk  ●  Nippsachen  Hauptform · ↗Staubfänger  ironisch, fig., abwertend · ↗Firlefanz  ugs. · Schnullifax  ugs. · Stehrumchen  ugs., variabel
  • (ein) Mix (an) · ↗(wilde) Mischung · ↗Chaos · Gemeng(e) · ↗Gemisch · ↗Gewirr · ↗Sammelsurium · ↗Unordnung · ↗Verhau · ↗Wirrnis · ↗Wirrwarr · ↗Wust  ●  ↗(wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · ↗Dschungel  fig. · ↗Pelemele  franz. · ↗Tohuwabohu  hebräisch · ↗Kuddelmuddel  ugs. · ↗Mischmasch  ugs. · ↗Salat  ugs.
  • (jemandes) Sachen · ↗(jemandes) Siebensachen  ●  ↗(jemandes) Kram  ugs. · (jemandes) Krempel  ugs., abwertend · (jemandes) Plörren  ugs., rheinisch, abwertend · (jemandes) Spielsachen  ugs.
  • ohne (jeden) Wert  ●  ↗wertlos  Hauptform · nicht werthaltig  geh.
  • keinen Wert haben · ↗wertlos (sein)  ●  keinen roten Heller wert sein  veraltend · nichts wert sein  Hauptform · keinen Pfifferling wert sein  ugs. · keinen Schuss Pulver wert sein  ugs. · nur Schrottwert (haben)  derb
Synonymgruppe
(jemandes) Sachen · ↗(jemandes) Siebensachen  ●  ↗(jemandes) Kram  ugs. · (jemandes) Krempel  ugs., abwertend · (jemandes) Plörren  ugs., rheinisch, abwertend · (jemandes) Spielsachen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Krempel‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krempel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Krempel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man soll sich eingeladen fühlen, allen möglichen Krempel in diesem Wagen zu verstauen.
Die Zeit, 02.06.2004, Nr. 23
Was soll dieser ganze unausgereifte Krempel, mit dem wir täglich überschüttet werden?
C't, 2001, Nr. 20
Den ganzen Krempel, den du da angesammelt hast, kannst du nirgendwohin mitnehmen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 355
Nun wußte ich schon, ehe ich unter Tag war, mit wem ich die Ehre haben würde, meinen Krempel zu erramschen.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 614
Noch einer stand vor dem heiligen Krempel, ein schwerer, dumpfer Mann.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 670
Zitationshilfe
„Krempel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krempel>, abgerufen am 14.04.2021.

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