Kretscham, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kretschams · Nominativ Plural: Kretschame
WorttrennungKret-scham
HerkunftSorbisch
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) ostmitteldeutsch Dorfschenke, Gastwirtschaft
Beispiel:
So habe er ... einen harmlosen Bauern angeschossen, der betrunken aus dem Kretscham kam [G. Hauptm.4,455]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kaschemme · Kretscham
Kaschemme f. ‘schlechte Kneipe, Ganovenkneipe’, im 19. Jh. aus rotw. katschemme, gertschemiha, gritschimm übernommen, das über zigeuner. katšima, keršima ‘Wirtshaus’ mit Sicherheit von slaw. Formen (vgl. obsorb. korčma, poln. karczma, tschech. krčma, slowen. kŕčma ‘Schenke, Kneipe, Krug’) herrührt. Aus verwandtem asorb. *krč’ma (vgl. atschech. krčma) stammt das heute im östlichen Teil des omd. Sprachgebiets noch übliche Kretscham m. ‘Gasthof, Wirtshaus’, mhd. kretscheme.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einige Gasthöfe, Kretschams benannt, verraten die alte Paßstraße nach Böhmen.
Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09
Zitationshilfe
„Kretscham“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kretscham>, abgerufen am 17.11.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kretonne
Kretinismus
Kretin
Krethi
Krete
kreuchen
kreucht
kreuz
kreuz-
Kreuzabnahme