Krieger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kriegers · Nominativ Plural: Krieger
Aussprache  [ˈkʀiːgɐ]
Worttrennung Krie-ger
Wortzerlegung Krieg-er
Wortbildung  mit ›Krieger‹ als Erstglied: ↗Kriegerbund · ↗Kriegerdenkmal · ↗Kriegerin · ↗Kriegerkaste · ↗Kriegerleben · ↗Kriegertum · ↗Kriegerwitwe · ↗kriegerisch
 ·  mit ›Krieger‹ als Letztglied: ↗Gotteskrieger
eWDG, 1969 und ZDL, 2020

Bedeutung

jmd., der in einer kriegerischen Auseinandersetzung gegen jmdn., etw. kämpft (a, b)
a)
oft historisch Angehöriger eines Stammes (3), Königreiches o. Ä., der andere vor jmdm., etw. beschützt bzw. etw. erkämpft
siehe auch Ritter (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein tapferer, großer Krieger
mit Genitivattribut: ein Krieger des Stammes
in Präpositionalgruppe/-objekt: von Kriegern erzählen, sprechen
in Koordination: Krieger und Jäger, Häuptlinge
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: als Krieger darstellen, bezeichnen
Beispiele:
Knappe konnte man im Mittelalter mit 14 Jahren werden. Sieben Jahre lang diente man seinem Herrn, bis man selbst Ritter werden konnte. Ein Ritter musste sich durch Tapferkeit auszeichnen, schließlich war er ein Krieger. [Landshuter Zeitung, 22.07.2017]
Für den Film wurden Statisten aus Papua‑Neuguinea nach Malaysia eingeflogen. Sie mimen Krieger vom Stamm der Fayu, die wie in der Steinzeit leben und erst in den 70er‑Jahren entdeckt wurden […]. [Welt am Sonntag, 13.02.2011, Nr. 7]
Hier [an den Black Hills] wohnt der Great Spirit, der Grosse Geist, hierhin gingen die Krieger, um sich zu stärken vor der Schlacht am Little Bighorn, damals, 1876, in Montana, als sie unter dem Befehl von Sitting Bull und Crazy Horse George Armstrong Custer töteten […]. [Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2007]
übertrieben Nun streiten sich wie immer die Experten: Ist der Mensch[…] ein zugewanderter Krieger gewesen, der den Neanderthaler, der dort seit 160.000 Jahren friedlich auf seiner Knochenflöte spielte und hübsche Höhlenbilder malte, ohne viel Federlesens auslöschte und durch sich selbst ersetzte? [Der Tagesspiegel, 07.07.2001]
b)
veraltend Soldat (1, 2), der alleine oder als Teil eines Heeres gegen einen Feind (2 a, 2 c) kämpft
Synonym zu Soldat (1, 2), siehe auch Kämpfer
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gefallener Krieger
mit Genitivattribut: ein Krieger der Armee
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Krieger für das Vaterland
Beispiele:
übertragenein kalter Krieger (= ein Politiker, der für den kalten Krieg tätig ist)Quelle: WDG, 1969
In Diensten des IS (= Islamischer Staat) stünden ehemalige irakische Militärs, aber auch Krieger aus Tschetschenien und Mitglieder der syrischen Armee – alles erfahrene Kämpfer. [Allgemeine Zeitung, 29.01.2016]
Im Dezember 1815 kehrten die siegreichen Osnabrücker Krieger nach der Schlacht bei Waterloo in ihre Heimatstadt zurück und ließen sich von der Spalier stehenden Bevölkerung bejubeln. [Neue Osnabrücker Zeitung, 29.08.2018]
Der Krieg, den Prinz Mohamed 2015 gegen die zerlumpten Krieger der Huthis begonnen hat, bleibt ein Sieg‑freies Desaster. [Süddeutsche Zeitung, 08.11.2017]
Im letzten Teil der Trilogie beginnt die finale Schlacht um Mittelerde. Sauron hat eine mächtige Armee aufgestellt, die für die Krieger von Gondor unbezwingbar erscheint. Doch sie kämpfen. [Süddeutsche Zeitung, 20.09.2012]

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krieg · kriegen · Krieger · kriegerisch · Kriegsfuß · Kriegsschauplatz · Kriegsgefangener · Kriegserklärung
Krieg m. ‘bewaffnete Auseinandersetzung’, ahd. krieg ‘Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei’ (10. Jh.), mhd. kriec, krieg ‘Anstrengung, Bemühen, Streben nach oder gegen etw., Widerstreben, Widerstand, Zwietracht’, auch ‘Streit mit Waffen, Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung’, mnd. krīch, mnl. crijch ‘Halsstarrigkeit, Zwietracht, Streit, Kampf’, nl. krijg ‘Krieg’ sowie ahd. widarkriegelīn ‘halsstarrig’ (9. Jh.), einkrieglīh ‘sehr zäh, langausdauernd, -anhaltend, halsstarrig’ (8. Jh.), afries. halskrīga ‘Steifheit des Halses’ sind ihrer Herkunft nach ungeklärt. Besteht Verwandtschaft mit lett. grīns ‘finster, mürrisch’ und möglicherweise griech. brī́thos (βρῖθος) ‘Wucht, Gewicht, Last’, air. brīg ‘Kraft, Macht, Wert’ bei Ansatz von ie. *gu̯erī̌, einer Weiterbildung der unter ↗kirre (s. d.) genannten Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘schwer’? Oder ist mit Aumann in: PBB 61 (1937) 257 ff. im Hinblick auf ahd. widarkriegī (Hs. 12. Jh.) für lat. contrōversia Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm) möglich? de Vries Nl. 362 denkt angesichts der schwachen Anknüpfungsmöglichkeiten an ein Substratwort im kontinentalen Westeuropa. kriegen Vb. ‘erhalten, bekommen’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb mhd. kriegen, (md.) krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten (körperlich und geistig), mit Worten streiten, zanken, handgreiflich werden, kämpfen, Krieg führen’, mnd. krīgen ‘streiten, einen Prozeß, Krieg führen’ hat neben sich (bis ins 16. Jh.) ein (in seiner Zugehörigkeit wie das Substantiv nicht geklärtes) starkes Verb mhd. krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten, streiten, kämpfen mit Worten und Waffen’ und (seit dem 14. Jh.) ‘erhalten, bekommen’, mnd. krīgen ‘bekommen, empfangen, erlangen, erwerben, gewinnen’, mnl. crīghen ‘sich anstrengen, streben, streiten, Krieg führen’, nl. krijgen ‘erhalten, bekommen, Krieg führen’. Ein zum schwachen Verb gebildetes mhd. erkriegen, im Md. ‘erstreben, erlangen, zu erreichen suchen’, mnd. erkrīgen verliert in md. und nd. Gebieten seine Vorsilbe und übernimmt mit dem Untergang des starken Verbs dessen Bedeutung ‘erhalten, bekommen’. Den alten Gebrauch im Sinne von ‘Krieg führen, kämpfen’ bewahren südd. Mundarten; auch die gehobene Literatursprache greift darauf gelegentlich zurück. Krieger m. ‘Kämpfer, Streiter’, mhd. krieger. kriegerisch Adj. ‘kampf-, angriffslustig’ (16. Jh.); vgl. mhd. kriegisch ‘trotzig, streitsüchtig’. Kriegsfuß m. in der Wendung das Heer auf den Kriegsfuß setzen (Campe 1808), vgl. frz. mettre sur pied une armée ‘eine Armee aufstellen’, jünger (Mitte 19. Jh.) auch mettre sur le pied de guerre ‘angriffsbereit machen’; heute mit jmdm. auf (dem) Kriegsfuß stehen ‘mit jmdm. im Streit leben’. Kriegsschauplatz m. (Ende 18. Jh.), zuvor Schauplatz des Krieges (Ende 17. Jh.). Kriegsgefangener m. (17. Jh.). Kriegserklärung f. (18. Jh.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Krieger · ↗Kämpfer · ↗Soldat · ↗Streiter  ●  ↗Kämpe (veraltet oder ironisch)  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Krieger · Reiterkrieger · ↗Ritter  ●  ↗Recke  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Krieger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bezirksausschußvorsitzende ChronikBeispielsätze anzeigen Gremiumsvorsitzende HäuptlingBeispielsätze anzeigen JägerBeispielsätze anzeigen KaiserinBeispielsätze anzeigen KriegerBeispielsätze anzeigen MaskeBeispielsätze anzeigen PriesterBeispielsätze anzeigen Terrakotta-ArmeeBeispielsätze anzeigen bewaffnetBeispielsätze anzeigen bärtigBeispielsätze anzeigen edelBeispielsätze anzeigen fettBeispielsätze anzeigen gallischBeispielsätze anzeigen gefallenBeispielsätze anzeigen gefürchtetBeispielsätze anzeigen germanischBeispielsätze anzeigen geschlagenBeispielsätze anzeigen heiligBeispielsätze anzeigen heimkehrendBeispielsätze anzeigen indianischBeispielsätze anzeigen kaltBeispielsätze anzeigen keltischBeispielsätze anzeigen müdBeispielsätze anzeigen opferbereitBeispielsätze anzeigen sterbendBeispielsätze anzeigen tapferBeispielsätze anzeigen tönernBeispielsätze anzeigen verwundetBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krieger‹.

Zitationshilfe
„Krieger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krieger>, abgerufen am 05.12.2020.

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