Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Krise, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Krise · Nominativ Plural: Krisen
Aussprache  [ˈkʀiːzə]
Worttrennung Kri-se
Wortbildung  mit ›Krise‹ als Erstglied: Krisenanfälligkeit · Krisenbarometer · Krisenbewusstsein · Krisenbewältigung · Krisenbranche · Krisenerfahrung · Krisenerscheinung · Krisenfall · Krisenfonds · Krisengebiet · Krisengespräch · Krisengipfel · Krisenherd · Krisenintervention · Krisenjahr · Krisenkabinett · Krisenlage · Krisenland · Krisenmanagement · Krisenmanager · Krisenmanagerin · Krisenplan · Krisenprozess · Krisenprävention · Krisenreaktionskraft · Krisenregion · Krisensituation · Krisensitzung · Krisenstaat · Krisenstab · Krisenstimmung · Krisensymptom · Krisentheorie · Krisentreffen · Krisenursache · Krisenzeichen · Krisenzeit · Krisenzentrum · Krisenzustand · Krisenzyklus · kriseln · krisenanfällig · krisenfest · krisengebeutelt · krisengeplagt · krisengeschüttelt · krisenhaft · krisensicher
 ·  mit ›Krise‹ als Letztglied: Absatzkrise · Agrarkrise · Asienkrise · Bankenkrise · Beschäftigungskrise · Beziehungskrise · Branchenkrise · Börsenkrise · Corona-Krise · Coronakrise · Dauerkrise · Ehekrise · Energiekrise · Ernährungskrise · Existenzkrise · Fieberkrise · Finanzkrise · Flüchtlingskrise · Formkrise · Führungskrise · Golfkrise · Handelskrise · Haushaltskrise · Hungerkrise · Identitätskrise · Kabinettskrise · Klimakrise · Koalitionskrise · Kohlekrise · Kohlenkrise · Konjunkturkrise · Kulturkrise · Lebenskrise · Legitimationskrise · Liquiditätskrise · Nervenkrise · Orientierungskrise · Pseudokrise · Regierungskrise · Schuldenkrise · Sinnkrise · Staatskrise · Staatsschuldenkrise · Stahlkrise · Strukturkrise · Subprime-Krise · Subprimekrise · Systemkrise · Umweltkrise · Unternehmenskrise · Verfassungskrise · Verschuldungskrise · Versorgungskrise · Vertrauenskrise · Wachstumskrise · Weltkrise · Weltwirtschaftskrise · Wirtschaftskrise · Währungskrise · Zahlungskrise · Ölkrise · Überproduktionskrise
Herkunft zu krísisgriech (κρίσις) ‘Entscheidung, entscheidende Wendung von Krankheiten’ < krī́neingriech (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, (ver)urteilen, anklagen’
eWDG

Bedeutungen

1.
schwierige, gefährliche Lage, in der es um eine Entscheidung geht
Beispiele:
eine geistige, seelische, materielle, schöpferische Krise
eine finanzielle Krise droht, steht bevor, wird sichtbar
sich in einer politischen Krise befinden
jmdm. über eine gefährliche Krise hinweghelfen
eine Krise überstehen
eine Krise flaut ab
eine drohende Krise voraussehen, verhüten
Wirtschafteine wirtschaftliche Krise
2.
Medizin entscheidender Wendepunkt im Verlauf einer akuten Krankheit
Beispiele:
die Krise ist vorbei, überstanden
Du bist noch keineswegs über die Krise, sagt mir dein Oberarzt [ FrischStiller197]
in Anfällen auftretende Krankheit
Grammatik: nur im Plural
Beispiel:
Zwischen ihren Krisen lag Lola in aller Erschöpfung ganz glücklich da [ H. Mann2,11]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krise · kriseln
Krise f. ‘entscheidender Punkt, Höhepunkt einer gefahrvollen Entwicklung, schwierige Lage’, in der Medizin Krisis, Crisis ‘rascher Fieberabfall bei Infektionskrankheiten’, zuvor ‘Höhepunkt, Wendepunkt einer Krankheit’. Lat. crisis, griech. krísis (κρίσις) ‘Entscheidung, entscheidende Wendung von Krankheiten’, auch ‘Urteil, Gericht’, zu griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, (ver)urteilen, anklagen’, wird (Anfang 16. Jh.) in die medizinische Wissenschaftssprache entlehnt. Unter dem Einfluß von frz. crise wird der Ausdruck zu Crise eingedeutscht (18. Jh.) und im Sinne von ‘Entscheidungs-, Wendepunkt, schwierige, gefährliche Lage’ auf wirtschaftliche und politische Zustände übertragen. kriseln Vb. in unpersönlicher Verwendung es kriselt ‘eine kritische Situation macht sich bemerkbar, eine Krise droht’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
Krise · Misere · Missstand · Tragik · Verhängnis · angespannte Lage · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand · Übel  ●  Elend  geh., übertreibend · Kalamität  geh., lat. · Krisis  geh., veraltend · Malaise  fachspr. · Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Politik
Synonymgruppe
Ausnahmesituation · Ausnahmezustand · Krise · Krisensituation · Misere · Notlage · Notstand · krisenhafte Situation  ●  (da ist) Land unter  ugs., fig. · (da) brennt der Baum  ugs., fig. · (da) brennt die Hütte  ugs., fig. · Holland in Not  ugs., fig. · Matthäi am Letzten  ugs.
Assoziationen
  • außer Kontrolle (sein) · nicht (mehr) beherrschbar · nicht (mehr) in jemandes Macht liegen · nicht (mehr) steuerbar · nicht (mehr) zu steuern

Typische Verbindungen zu ›Krise‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krise‹.

Verwendungsbeispiele für ›Krise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Zeiten großer Krisen hat er sie auch geschlagen, auch vor den Kindern. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 16]
Die Krise kehrte zurück, auf unspektakuläre, aber alles durchdringende Weise. [Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 136]
Dann spricht man von der Krise des Erzählens, von dem absichtsvollen Fragment, von der Auflösung der Formen. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 273]
Und durch sie erst ist die Krise der Psychologie akut geworden. [Bühler, Karl: Die Krise der Psychologie, Jena: G. Fischer 1929 [1927], S. 14]
Sonst werde es die Union am Ende dieser Krise vielleicht nicht mehr geben. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Krise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Krise>.

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