Kuckuck, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kuckuck(e)s · Nominativ Plural: Kuckucke
Aussprache
WorttrennungKu-ckuck (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kuckuck‹ als Erstglied: ↗Kuckucksblume · ↗Kuckucksei · ↗Kuckuckskind · ↗Kuckucksruf · ↗Kuckucksuhr
 ·  mit ›Kuckuck‹ als Binnenglied: ↗Wolkenkuckucksheim
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
heimischer, langschwänziger Waldvogel und Zugvogel, der nach seinem Ruf benannt ist und der seine Eier in die Nester kleinerer, artfremder Vögel legt und von ihnen ausbrüten lässt
Beispiele:
der Kuckuck ruft
Kuckuck, Kuckuck, ruft aus dem Wald [Hoffm. v. Fallersl.]
oft für »Teufel«
salopp, übertragen
in Ausdrücken einer Verwünschung, eines Fluches oder der Ungeduld
Beispiele:
geh zum, scher dich zum Kuckuck!
jmdn. zum Kuckuck wünschen, jagen
hol dich der Kuckuck!
zum Kuckuck (noch mal), lass mich endlich in Ruhe!
wer, zum Kuckuck, hat das Buch weggenommen?
weiß der Kuckuck, der Kuckuck mag wissen (= niemand weiß), wo sie wieder steckt, wohin ich meine Brille gelegt habe!
In Kuckucks Namen! Glaubst du, daß du bis dahin die Panne kuriert haben wirst? [U. BecherMänner226]
weiß der Kuckuckals Ausdruck der Bekräftigung   wirklich, wahrlich
Beispiele:
sein ganzes Geld war zum Kuckuck (= war verloren, vertan)
Weiß der Kuckuck, denen [den Eltern] hätte ich gern noch einmal die Hand gedrückt [TollerFeuer9]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft Siegel des Gerichtsvollziehers
Beispiele:
den Kuckuck ankleben
bei ihnen klebte der Kuckuck an den Möbeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuckuck · Gauch · Kuckucksei
Kuckuck m. substantivierte lautmalende Nachbildung des Vogelrufs, ahd. kuk(k)uc (Hs. 12. Jh.), gug(g)ug (Hs. 14. Jh.), mhd. kukuk (auch kuck, gucke, kucker, gugger), mnd. kukuk; vgl. die ebenfalls lautnachahmenden Bildungen engl. cuckoo, mnl. coecoec, coccuuc, cucuuc, cuycuyc, nl. koekoek, schwed. ku(c)ku sowie aind. kōkiláḥ, griech. kókkyx (κόκκυξ), lat. cucūlus, afrz. cocu, frz. coucou, ital. cuculo, cucco, cuccù, mir. cūach, russ.-kslaw. kukavica, russ. kukuska (кукушка) sowie lit. kukúoti ‘Kuckuck rufen’. Im Dt. ersetzt Kuckuck als treuere Nachbildung des Vogelrufs älteres Gauch m. übertragen auch (da die Eintönigkeit des Rufes den Vogel als töricht erscheinen läßt) ‘Tor, Narr’, ahd. gouh (8. Jh.), mhd. gouch (auch ‘Tor, Narr, Schelm, Betrogener, armer Tropf’), asächs. mnd. gōk, mnl. gooc, aengl. gēac, engl. (mundartlich) gowk, anord. gaukr, schwed. gök, dazu vgl. ahd. guckōn (um 1000), mhd. gucken ‘(wie ein) Kuckuck rufen’. Als Vorstufe kann germ. *gauka- und weiter ie. *ghoug- angenommen werden, wozu als schwundstufig-reduplizierende Formen lit. gegužeė͂, aruss. žegъzulja, zegъzica, russ. (älter) zegzíca (зегзица), so daß auch dieser Name sich als onomatopoetische Bildung erweist. Nach der innersprachlichen Weiterentwicklung zu Gauch erfolgt (über mhd. gucgouch) mit Kuckuck eine Neubildung nach dem Naturlaut. Als Euphemismus tritt (seit dem 16. Jh.) Kuckuck für Teufel u. dgl. ein, vgl. zum Kuckuck!, hol dich der Kuckuck!; scherzhaft steht der Name für den auf dem Siegel des Gerichtsvollziehers befindlichen Wappenadler (19. Jh.). Kuckucksei n. ‘etw. Untergeschobenes, für das ein anderer sorgen soll, zweifelhafte Gabe’, im Hinblick auf das Brutschmarotzertum des Kuckucks, der seine Eier artfremden Vögeln unterlegt (19. Jh.).
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ei Esel Gerichtsvollzieher Kuckuck Lerche Lied Mauersegler Möbel Nachtigall Nest Pirol Ruf Schwalbe Storch Uhr Vogel Wald flog hören junge klebt ruft schreit singt springt weiß

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dagegen hat der Kuckuck überall auf der Welt den gleichen Gesang.
Der Tagesspiegel, 25.05.2002
Aber den Ruf des Kuckucks kann ich nun nicht mehr nachahmen.
Bild, 11.05.2002
Von Zeit zu Zeit hörte man den harten Ruf des Kuckucks.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 195
Der Tag sollte sehr arbeitsreich werden, jede Minute ist eingeteilt und eingeplant, und man wünscht seine Gäste insgeheim zum Kuckuck.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28695
Die Kuckucke sind über einen großen Teil der Erde verbreitet und treiben fast überall das gleiche Spiel.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 184
Zitationshilfe
„Kuckuck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuckuck>, abgerufen am 21.09.2017.

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