Kuckuckskind, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kuckuckskind(e)s · Nominativ Plural: Kuckuckskinder
WorttrennungKu-ckucks-kind
WortzerlegungKuckuckKind
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend, bildlich von einem anderen Mann gezeugtes Kind, von dem die leibliche Mutter ihren Ehemann bzw. Lebenspartner glauben macht, dass es dessen eigenes Kind sei (und ihn so zur Zahlung des Unterhalts verpflichtet)
Beispiele:
Heiko Maas will es Vätern sogenannter Kuckuckskinder erleichtern, den wahren Erzeuger des Nachwuchses ausfindig zu machen und so gegebenenfalls Unterhaltszahlungen zurückzuverlangen. [Spiegel, 29.08.2016 (online)]
Aber vielleicht erinnern Sie sich an die Presse, die es gab, als es um Kuckuckskinder ging, also um Kinder, die nicht von dem Ehemann gezeugt sind, sondern von einem Dritten. [www.deutschlandfunk.de, 17.10.2012]
Wer denkt an die Väter, die biologisch eigentlich keine Väter sind? Statistisch betrachtet soll es ca. 20 Prozent »Kuckuckskinder« geben. [Berliner Zeitung, 08.01.2005]
Auf beiden Seiten des Atlantiks sind die Auftraggeber mehrheitlich Männer, die wissen wollen, ob sie der Vater eines so genannten Kuckuckskindes sind. Rein statistisch sind diese Zweifel durchaus berechtigt. Einer einschlägigen Vaterschaftsstudie unter 10000 Familien in Europa und Nordamerika zufolge ist bei zehn Prozent aller Kinder der vermeintliche Erzeuger nicht der tatsächliche. [Die Zeit, 11.10.2001, Nr. 42]
Ich weiß nicht, ob ich dir dankbar sein muß dafür, daß du mich achtzehn Jahre lang ernährt hast, mich, das Kuckuckskind, das dir untergeschoben wurde. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997, S. 400. Zitiert nach: Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, Berlin: Verl. Das Neue Berlin 1996.]
2.
Zoologie junges Tier des Kuckuckvogels, eines Brutparasiten, der seine Eier in die Nester anderer Vögel legt und selbst keine Brutpflege betreibt
Beispiele:
Er legt seine Eier in fremde Nester und lässt sie dort ausbrüten. Doch damit nicht genug: Die Kuckucksjungen werfen dann die Küken ihrer Pflegeeltern aus dem Nest. Vögel wie der Rohrsänger sind dumm genug, das Kuckuckskind, den Mörder ihrer Kinder, weiter durchzufüttern: Sie erkennen einfach nicht, dass es ein Kuckuck ist. [Der Tagesspiegel, 17.03.2003]
Während die Nestbesitzer durch den vermeintlich drohenden Sperber-Angriff abgelenkt sind, versteckt das Kuckucks-Weibchen sein Ei in dem fremden Nest. Sie sei dabei extrem diskret und schnell, schreiben die Forscher in Nature Ecology & Evolution. Nach etwa zwölf Tagen schlüpft der junge Kuckuck und wirft Eier und Jungvögel seiner Wirtseltern aus dem Nest. Diese kümmern sich von da an nur noch um das Kuckuckskind. [Süddeutsche Zeitung, 06.09.2017]
Denn lediglich der australische Staffelschwanz erkennt das Kuckuckskind und verlässt daraufhin sein Nest. [Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2003]
Das winzige Rohrsängerweibchen klammert sich ans Gefieder des unersättlichen, ums Vielfache größeren Kuckuckskindes, um ihm den Schnabel zu stopfen. [Die Zeit, 11.11.1983, Nr. 46]
Die echten Kuckuckskinder verfahren einfacher. Sie begegnen der Gefahr, von ihrer Stiefmutter nicht für voll genommen zu werden, indem sie bereits in den ersten Lebenstagen ihre Ziehgeschwister aus dem Nest befördern. Die kinderlos gewordene Grasmücke muß dann zwangsläufig ihre erwachten Bemutterungstriebe abreagieren. Das tut sie dann auch sehr aufopferungsvoll am Ersatzobjekt des jungen Kuckucks. [Die Zeit, 14.05.1965, Nr. 20]

Thesaurus

Synonymgruppe
Kuckuckskind · untergeschobenes Kind
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nest unterschieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuckuckskind‹.

Zitationshilfe
„Kuckuckskind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuckuckskind>, abgerufen am 21.08.2019.

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