Kuh, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kuh · Nominativ Plural: Kühe
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kuh‹ als Erstglied: ↗Kuhauge · ↗Kuhbauer · ↗Kuhblume · ↗Kuhdorf · ↗Kuhdung · ↗Kuhdünger · ↗Kuheuter · ↗Kuhfladen · ↗Kuhfuß · ↗Kuhglocke · ↗Kuhhandel · ↗Kuhhaut · ↗Kuhhirt · ↗Kuhhorn · ↗Kuhjunge · ↗Kuhkaff · ↗Kuhkalb · ↗Kuhmilch · ↗Kuhmist · ↗Kuhpilz · ↗Kuhpocken · ↗Kuhreigen · ↗Kuhschelle · ↗Kuhstall · ↗Kuhweide · ↗kuhwarm · ↗kuhäugig
 ·  mit ›Kuh‹ als Letztglied: ↗Bergmannskuh · ↗Blindekuh · ↗Elefantenkuh · ↗Hirschkuh · ↗Leitkuh · ↗Melkkuh · ↗Milchkuh · ↗Seekuh · ↗Zuchtkuh
 ·  formal verwandt mit: ↗kuhhessig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. weibliches Tier bei Rindern, Großwild
  2. 2. [bildlich] ...
    1. [umgangssprachlich] ⟨eine zu melkende Kuh⟩ Person, Sache, die jmdm. als einträgliche Quelle dient
  3. 3. [Schimpfwort] ⟨eine (blöde, dumme, alte) Kuh⟩ dumme, schwerfällige, begriffsstutzige weibliche Person
eWDG

Bedeutungen

1.
weibliches Tier bei Rindern, Großwild
Beispiele:
eine gescheckte, braune, schwarzbunte, fette, magere, tragende Kuh
landschaftlicheine milchende Kuh
eine melkende Kuh (= Kuh, die Milch gibt)
die Kühe füttern, melken, hüten
die Kuh brüllt, käut wieder
die Kuh gibt keine Milch mehr, steht trocken (= gibt keine Milch)
die Kuh hat gekalbt
im Stall ... muhte eine Kuh im Schlaf [ RinserRinge140]
2.
bildlich
Beispiele:
saloppdastehen wie die Kuh vorm neuen Tor (= vollkommen ratlos dastehen)
saloppdastehen wie die Kuh, wenn’s donnert (= vollkommen verdutzt dastehen)
umgangssprachlich eine zu melkende KuhPerson, Sache, die jmdm. als einträgliche Quelle dient
Beispiele:
er betrachtet mich als zu melkende Kuh
Der Mann, der das Augsburger Stadttheater als zu melkende Kuh gepachtet hat [ BrechtSchriften z. Theater1,30]
3.
Schimpfwort eine (blöde, dumme, alte) Kuhdumme, schwerfällige, begriffsstutzige weibliche Person
Beispiele:
du blöde, dumme Kuh!
Deine Schwester ist eine Kuh [ H. W. RichterSpuren21]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuh · Kuhfuß · Kuhhandel · Kuhhaut
Kuh f. ‘weibliches Rind’ (nach dem ersten Kalben), ahd. (8. Jh.), mhd. kuo, asächs. mnd. , mnl. coe, nl. koe, aengl. , engl. cow, anord. kȳr, schwed. ko (germ. *k(w)ōu-) und aind. gáuḥ ‘Rind’, griech. bū́s (βοῦς), lat. bōs, air. , lett. govs, aslaw. govęždь Adj. ‘Rinder-’, russ. (älter) govjádo (говядо) ‘Rindvieh’ führen auf ie. *gu̯ō̌u- m. f. ‘Rind’. Möglicherweise ist der Name eines der ältesten Nutztiere der Indoeuropäer lautmalenden Ursprungs. Kuhfuß m. ‘Brechstange mit klauenförmig gespaltenem Ende’, Kühefuß (Anfang 18. Jh.), auch (in der Soldatensprache im Hinblick auf den Kolben) ‘Gewehr’ (Ende 18. Jh.); früher belegt ist Kuhfußträger ‘Musketier’ (2. Hälfte 17. Jh.). Kuhhandel m. ‘kleinliches Feilschen bei politischen Abmachungen, zweifelhafte Absprachen’ (Ende 19. Jh.). Kuhhaut f. in der Wendung das geht auf keine Kuhhaut ‘das übersteigt jedes Maß, ist unerträglich’ (17. Jh.), das läßt sich auf keine Kuhhaut (Pergament von der Größe einer Kuhhaut) schreiben ‘das ist zuviel’ (Campe).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Kuh · ↗Milchkuh · Mutterkuh  ●  Lobe  alemannisch
Oberbegriffe
  • Hausrind · ↗Rind · ↗Rindvieh  ●  Bos taurus  fachspr., lat., griechisch · Bovinae  fachspr.
Assoziationen
  • Jungrind · ↗Kalb
  • Färse · Kalbin · Manse · Meis · Mänsche · ↗Quie · Quiene · Schump · Schumpe · Starke · Sterke  ●  Beijst  norddeutsch · Beijste  norddeutsch · Galtlig  schweiz. · Guschti  schweiz. · ↗Queen  norddeutsch · Queene  norddeutsch
  • Gressenicher Krankheit · Kuhsterben

Typische Verbindungen zu ›Kuh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuh‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kuh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Kuh blickte wiederkäuend über den verschlossenen Teil des Tores.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 122
Die Kuh, die man melken will, darf man nicht schlachten.
konkret, 1989
Aus der Milch seiner Kühe lässt er nämlich Käse machen, und darüber kann er genauso lange reden wie über Uhren.
Die Zeit, 25.05.2009, Nr. 21
Und bis jetzt sind das wohl auch noch meine Kühe, nicht?
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 287
Dennoch haben wir uns daran gewöhnt, die Kuh für ausgesprochen dumm zu halten.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 62
Zitationshilfe
„Kuh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuh>, abgerufen am 18.01.2021.

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