Kuhhandel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKuh-han-del
WortzerlegungKuhHandel1
Wortbildung mit ›Kuhhandel‹ als Grundform: ↗kuhhandeln
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend gegenseitiges Aushandeln von Vorteilen, besonders im politischen Leben
Beispiele:
ein parlamentarischer, politischer Kuhhandel
der Kuhhandel der Parteien, um die Ministersitze
einen Kuhhandel, den die Begüterten unter sich zu ihrem Vorteil ... betrieben [M. WalserEhen308]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuh · Kuhfuß · Kuhhandel · Kuhhaut
Kuh f. ‘weibliches Rind’ (nach dem ersten Kalben), ahd. (8. Jh.), mhd. kuo, asächs. mnd. , mnl. coe, nl. koe, aengl. , engl. cow, anord. kȳr, schwed. ko (germ. *k(w)ōu-) und aind. gáuḥ ‘Rind’, griech. bū́s (βοῦς), lat. bōs, air. , lett. govs, aslaw. govęždь Adj. ‘Rinder-’, russ. (älter) govjádo (говядо) ‘Rindvieh’ führen auf ie. *gu̯ō̌u- m. f. ‘Rind’. Möglicherweise ist der Name eines der ältesten Nutztiere der Indoeuropäer lautmalenden Ursprungs. Kuhfuß m. ‘Brechstange mit klauenförmig gespaltenem Ende’, Kühefuß (Anfang 18. Jh.), auch (in der Soldatensprache im Hinblick auf den Kolben) ‘Gewehr’ (Ende 18. Jh.); früher belegt ist Kuhfußträger ‘Musketier’ (2. Hälfte 17. Jh.). Kuhhandel m. ‘kleinliches Feilschen bei politischen Abmachungen, zweifelhafte Absprachen’ (Ende 19. Jh.). Kuhhaut f. in der Wendung das geht auf keine Kuhhaut ‘das übersteigt jedes Maß, ist unerträglich’ (17. Jh.), das läßt sich auf keine Kuhhaut (Pergament von der Größe einer Kuhhaut) schreiben ‘das ist zuviel’ (Campe).

Thesaurus

Synonymgruppe
undurchsichtiges Tauschgeschäft  ●  eine Hand wäscht die andere  sprichwörtlich, fig. · ↗Deal  ugs. · Kuhhandel  ugs. · ↗Kungelei  ugs., regional · ↗Mauschelei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gegenstand Kompromiß Last Motto Operette Post Verdacht abschließen betreiben derartig diplomatisch eingehen einlassen fragwürdig klassisch mitmachen parlamentarisch parteipolitisch politisch regelrecht riechen solch unwürdig vereinbaren vorschlagen warnen üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuhhandel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wahl von Herrn Rau war bekanntlich ein reiner Kuhhandel.
Die Welt, 01.02.2000
Solche Kuhhandel ziehen sich meistens über Monate hinweg, ohne daß sich die Minister einigen können.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1997
An die Stelle der Solidarität ist der politische Kuhhandel getreten.
Die Zeit, 03.05.1996, Nr. 19
Auf so einen faulen Kuhhandel werden sich die Armenier nicht einlassen.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 403
Nicht ohne Berechtigung ist das Wort "Kuhhandel" auch für Versetzungskonferenzen bei solchen Anstalten angewandt worden.
Pädagogisches Archiv, 1910, Nr. 8, Bd. 52
Zitationshilfe
„Kuhhandel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuhhandel>, abgerufen am 23.05.2019.

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