Kujon, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kujons · Nominativ Plural: Kujone
Aussprache
WorttrennungKu-jon
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend, veraltend jmd., der jmdn. kujoniert
Beispiele:
es zeigte sich, was für ein Kujon dieser Mensch ist
lass mich endlich in Ruhe, du Kujon!
Viele davon [von den Menschen] sind sicher Kujone und führen einander auf den Leim [Th. MannKönigl. Hoheit7,369]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kujonieren · Kujon
kujonieren Vb. ‘quälen, schikanieren, niederträchtig behandeln’, anfangs auch ‘jmdn. einen Schuft schelten’, Übernahme (1. Hälfte 17. Jh.) von frz. coïonner (jünger couyonner) ‘einen Feigling nennen, foppen, verhöhnen’. Das frz. Verb ist abgeleitet von frz. coïon (jünger couyon) ‘Feigling, Dummkopf’, einer Entlehnung von gleichbed. ital. coglione, ursprünglich ‘Hoden’ (wozu entsprechendes ital. coglionare ‘foppen, verhöhnen’), das auf vlat. *cōleo, Genitiv *cōleōnis (spätlat. cūlio ‘Hoden’ und ‘Entmannter’) zurückgeht (zu lat. cōleus, meist im Plur. ‘Hodensack’). Gleichen Ursprungs wie ital. coglione ist afrz. coillon, frz. couillon ‘Hoden’, das seit dem 16. Jh. in den pejorativen Gebrauch des entlehnten frz. coïon eintritt und dieses allmählich zurückdrängt. Auf frz. coïon, couillon beruht das schon vom 16. Jh. an im Dt. vorkommende Schimpfwort Kujon m. ‘Schuft, niederträchtiger, feiger Kerl’.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und nun war das ganze Haus erregt, vom ersten Seufzer des Prinzen ab bis zu seinem Entsetzen über die Kujone seiner Umgebung.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1925
Zitationshilfe
„Kujon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kujon>, abgerufen am 21.10.2019.

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