Kuli, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kulis · Nominativ Plural: Kulis
Aussprache [ˈkuːli]
Worttrennung Ku-li
Herkunft aus gleichbedeutend coolieengl unklarer Herkunft
eWDG und ZDL

Bedeutung

schlecht bezahlter eingeborener Arbeiter Ostasiens und Südasiens
Beispiele:
abwertendarbeiten, schuften müssen wie ein Kuli
Mit bloßer Muskelkraft ziehen die Kulis ihre Rikschas durch Kalkutta. [Süddeutsche Zeitung, 17.04.2004] ZDL
Nur zwei Wiesen weiter picken Hühner in staubiger Erde, flechten sich kichernde Mädchen gegenseitig Zöpfe, holpert ein konfuziusbärtiger Kuli mit seinem Holzkarren in gemächlichem Rhythmus über steinige Straßen. [Welt am Sonntag, 02.12.2018]ZDL
Immer mehr Chinesen vom Festland strömten auf der Suche nach Arbeit in die nun um Kowloon vergrösserte Kolonie. […] Die meisten von ihnen fanden Arbeit als Kulis oder Diener, aber auch als Zimmerleute, Maurer, Steinmetze, Strassenhändler, Barbiere oder Rattanverarbeiter. [Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2017]ZDL
Ihr Sieg [der chinesischen Volksrevolution] im Jahre 1949 gab einer halben Milliarde Kulis, die bisher unter unmenschlichen halbkolonialen Bedingungen vegetiert hatte, die Möglichkeit, als Menschen […] zu leben [ Weiskopf8,82]
übertragen jmd., dessen Arbeitskraft rücksichtslos ausgenutzt wird
Beispiele:
ich bin hier nur der Kuli
Kritiker wie die Grünen meinen, Ihre Vorschläge liefen auf eine diskriminierende Zwangsarbeit hinaus, auf billige Kulis für die Drecksarbeit, unseren Wohlstandsmüll wegzuräumen. [Der Spiegel, 19.11.1990]ZDL
Sie haben ein Millionenheer von rechtlosen ausländischen Kulis in ihren Diensten, die für Hungerlöhne lächelnd jede Dreckarbeit machen und die man folgenlos prügeln, einsperren oder des Landes verweisen kann. [Der Spiegel, 24.09.1990]ZDL
Wir wollen nicht die Kulis der Nation sein [Überschrift] [Neues Deutschland, 30.08.1990]ZDL
ich bin […] nicht Ihr Kuli, Herr Müller! [ NollHolt2,7]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuli1 m. ‘indischer oder chinesischer Lastenträger, Tagelöhner’, allgemein ‘stark ausgebeuteter, schlecht bezahlter eingeborener Arbeiter’. Herkunft ungewiß. Der Ausdruck geht möglicherweise zurück auf den Namen eines im westlichen Indien beheimateten Stammes Kulī, Kolī. Dieser wird durch die Portugiesen (älter port. coles Plur.) nach Südindien und nach China im Sinne von ‘Lastenträger’ weitergetragen (Einfluß von Tamil kūli ‘Lohn, Bezahlung für Gelegenheitsarbeiter’ ist fraglich) und von den ansässigen Europäern übernommen. In engl. Texten erscheint seit der Mitte des 16. Jhs. Col(l)es, Coolies, Collees für die Angehörigen des genannten indischen Stammes, danach (17. Jh.) engl. coolie, cooly ‘eingeborener Träger, Dienstmann’, woraus nhd. Kuli (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gepäckträger (z.B. am Bahnhof) · Kuli · ↗Lastenträger · ↗Lastträger  ●  Bagagist (Hotel)  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kugelschreiber  ●  Kuli  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kuli‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuli‹.

Zitationshilfe
„Kuli“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuli#1>, abgerufen am 25.02.2021.

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Kuli, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kulis · Nominativ Plural: Kulis
Aussprache [ˈkuːli]
Worttrennung Ku-li
Grundform Tintenkuli

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] Synonym zu Kugelschreiber
  2. 2. [veraltet] Synonym zu Tintenkuli
eWDG und ZDL

Bedeutungen

Kugelschreiber
Kugelschreiber
(Pavel Krok, CC BY-SA 2.5)
1.
umgangssprachlich
Synonym zu Kugelschreiber
Beispiele:
mein Kuli schreibt gut, kleckstWDG
Ob man per Finger auf dem Display oder mit dem Kuli auf Papier schreibt, macht für das Gehirn einen bedeutenden Unterschied. [Die Welt, 22.12.2018]
Der Kuli besteht aus einem dünnen Röhrchen, in dem sich ein Tintenreservoir befindet, das mittels Kügelchen an der Spitze aufs Papier aufgetragen wird – ein ähnliches Prinzip wie beim Deo‑Roller. [Süddeutsche Zeitung, 28.09.2016]
Ich sehe, ob alles per Hightech‑Kassensystem abgerechnet wird, oder noch mit Kuli auf Zetteln. [jetzt-Magazin (SZ), 24.11.2018]
Zu den Gegenständen, die am häufigsten in den Hand‑ und Hosentaschen der Mitarbeiter verschwinden, gehören Büromaterialien wie Kulis, Papier und Heftklammern. [Süddeutsche Zeitung, 19.01.2018]
2.
veraltet
Synonym zu Tintenkuli
Beispiel:
Die Technik des ursprünglichen Kulis mit Röhrchenfeder und Tintentransport durch Kapillarwirkung entwickelte der Hersteller Rotring später weiter – die technischen Tuschezeichenstifte namens Isograph und Rapidograph stammen vom Tintenkuli ab. [Warum Kuli und nicht Kugi?, 09.10.2013, aufgerufen am 31.08.2020]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuli2 m. verkürzt (1928) aus Tintenkuli, wie zunächst ein mit Tinte und Röhrenfeder ausgestattetes Schreibgerät benannt wird. Die Kurzform Kuli wird danach übertragen auf den ↗Kugelschreiber (s. d.), einen Schreibstift, der eine Mine mit über eine Kugel abfließender Tintenpaste enthält.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gepäckträger (z.B. am Bahnhof) · Kuli · ↗Lastenträger · ↗Lastträger  ●  Bagagist (Hotel)  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kugelschreiber  ●  Kuli  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kuli‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuli‹.

Zitationshilfe
„Kuli“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuli#2>, abgerufen am 25.02.2021.

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