Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kulisse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kulisse · Nominativ Plural: Kulissen
Aussprache 
Worttrennung Ku-lis-se (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Kulisse‹ als Erstglied: Kulissenbühne · Kulissenpapier · Kulissenschieber · kulissenhaft
 ·  mit ›Kulisse‹ als Letztglied: Bergkulisse · Drohkulisse · Filmkulisse · Geräuschkulisse · Lärmkulisse · Seitenkulisse · Stimmungskulisse · Theaterkulisse · Waldkulisse · Zuschauerkulisse
Herkunft aus gleichbedeutend coulissefrz, eigentlich ‘Rinne, Schiebetür, -fenster’
eWDG

Bedeutungen

1.
Theater, Film, Fernsehen, veraltend verschiebbares Teil der Dekoration, das meist aus einem mit bemalter Leinwand bespannten Holzgestell besteht und einen Schauplatz vortäuschen soll
Beispiele:
Kulissen entwerfen, malen
die Bühnenarbeiter bauen die Kulissen auf, wechseln (in der Pause) die Kulissen aus
umgangssprachlich Kulissen schieben (= auswechseln)
der Schauspieler kam, trat aus der rechten Kulisse
übertragen
Beispiele:
etw. spielt sich hinter den Kulissen (= im Geheimen, nicht vor der Öffentlichkeit) ab
hinter die Kulissen sehen, einen Blick hinter die Kulissen tun, werfen (= Dinge sehen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind)
umgangssprachlich, abwertenddas ist doch alles nur Kulisse! (= vorgetäuscht!)
2.
Hintergrund
Beispiele:
50000 Zuschauer bildeten eine imposante Kulisse bei dem Radrennen
vor der markanten Kulisse des Auersberges [liegt] … Johanngeorgenstadt [ Natur u. Heimat1962]
die von Zille … gewählte Kulisse, der lichtarme Hinterhof [ Gesundheit1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kulisse f. ‘gemalte, verschiebbare Bühnendekoration’, Übernahme (Coulisse, 18. Jh.) von gleichbed. frz. coulisse, eigentlich ‘Rinne, Schiebetür, -fenster’, afrz. colëice ‘Fallgatter, -tür’, der substantivierten femininen Form des Adj. afrz. colëiz ‘gleitend, flüssig’ (frz. coulis ‘hindurchdringend, durchgeseiht’); zugrunde liegt afrz. coler ‘seihen, gießen, gleiten, fließen’ (frz. couler ‘durchseihen, gleiten lassen, fließen’), das auf lat. cōlāre ‘durchseihen, reinigen, läutern’ beruht (s. kulant). Vgl. den Blick hinter die Kulissen werfen (Ende 18. Jh.), einen Blick hinter die Kulissen tun (19. Jh.) ‘der Öffentlichkeit Verborgenes aufspüren’.

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Bühnenausstattung · Bühnenbild · Bühnendekoration · Bühnenrückwand · Schiebewand · Theaterkulisse  ●  Kulisse  franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Kulisse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kulisse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kulisse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur ich, hinter den Kulissen, schlug die Hände über dem Kopf zusammen. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26176]
Der andere ist unwichtig geworden, zur Kulisse, zur Masse, in der jeder ebenso in sich verloren ist wie man selbst. [Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 157]
Die Akten des Verbrechens wandern hinter den Kulissen von Hand zu Hand. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Hinter den Kulissen werden sich immer noch dieselben Geschichten abspielen wie einst. [Die Zeit, 16.09.1999, Nr. 38]
Die neue Kulisse lenkt jedenfalls zunächst mal ab, läßt alles in neuem Licht erscheinen. [konkret, 1989]
Zitationshilfe
„Kulisse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kulisse>.

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