Kult, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kult(e)s · Nominativ Plural: Kulte
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Kult‹ als Erstglied: ↗Kultbuch · ↗Kulthandlung · ↗Kultobjekt · ↗Kultstätte · ↗kultig
 ·  mit ›Kult‹ als Letztglied: ↗Ahnenkult · ↗Baumkult · ↗Christuskult · ↗Feuerkult · ↗Fruchtbarkeitskult · ↗Führerkult · ↗Geheimkult · ↗Geniekult · ↗Heroenkult · ↗Herrscherkult · ↗Körperkult · ↗Madonnenkult · ↗Marienkult · ↗Mutterkult · ↗Opferkult · ↗Personenkult · ↗Persönlichkeitskult · ↗Phalluskult · ↗Proletkult · ↗Schädelkult · ↗Schönheitskult · ↗Sonnenkult · ↗Staatskult · ↗Starkult · ↗Steinkult · ↗Stierkult · ↗Tierkult · ↗Totenkult · ↗Vegetationskult
eWDG, 1969

Bedeutung

in bestimmter Form vollzogene gemeinschaftliche religiöse Verehrung vermeintlicher überirdischer Mächte, Wesen
Beispiele:
ein heidnischer Kult
der Kult der katholischen Kirche
einen Kult mit Götzen treiben
Der hl. Dominikus, als traditioneller Stifter des Kults [WölfflinDürer144]
übertragen übertriebene Verehrung
Beispiel:
Ungescheut bekannte er sich zu seinem Kult und umgab die Frau, die er verehrte, mit so ausgesuchten ... Huldigungen [I. KurzVanadis620]
mit etw., jmdm. (einen) Kult treibenetw., jmdn. zum Gegenstand übertriebener Verehrung machen
Beispiele:
er treibt Kult mit seinem Auto, seiner Krankheit
mit dem Filmstar wird (ein) richtiger Kult getrieben
den Kult, den man mit dem Fremden treibt [St. ZweigBalzac356]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kult m. ‘nach festen Riten geregelte Verehrung einer Gottheit, übertriebene Verehrung einer Person bzw. übertriebene Pflege einer Sache’, Entlehnung (17. Jh.) aus lat. cultus ‘Anbau und Pflege von Pflanzen, Pflege von Kunst und Unterricht, Verehrung, Anbetung’, einer Bildung zu lat. colere (cultum) ‘bebauen, (be)wohnen, pflegen, (religiös) verehren’. Vgl. Kultusministerium, auch Kultministerium ‘Staatsbehörde für Wissenschaft, Kunst und Bildung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Mode sein · Konjunktur haben(d) · Szene... · ↗aktuell · dem Zeitgeist entsprechend · ↗gefragt · im Trend liegen(d)  ●  (...) ist das neue (...; ist der / die neue ...)  Jargon, floskelhaft · zum guten Ton gehören(d)  fig. · (voll) im Trend  ugs. · Kult  ugs. · ↗angesagt  ugs. · ↗en vogue  geh., franz. · ↗hip  ugs. · hoch im Kurs stehen  ugs. · im Schwange (sein)  geh. · ↗in (betont, Emphase)  ugs., engl. · in Mode  ugs., Hauptform · ↗kultig  ugs. · ↗sexy  ugs., fig. · ↗trendig  ugs. · ↗trendy  ugs.
Unterbegriffe
  • (das) Allerneueste · (das) Neueste vom Neuesten · (die) neueste Mode · am Puls der Zeit · ↗brandaktuell · ↗hochaktuell · ↗hochmodern · ↗topaktuell · total angesagt  ●  (der) letzte Schrei  veraltend, fig. · ↗(der) Dernier Cri  geh., franz. · der letzte Heuler  ugs., ironisch, veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
Kult · ↗Kultus
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Legende (sein) · (eine) lebende Legende (sein) · Kult (sein) · Kult... (sein)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altertum Ausübung Dionysos Gottheit Göttin Kitsch Kommerz Kult Mysterium Mythos Reliquie Ritual Ritus Sekte Sonnengott Verehrung Vorzeit afrobrasilianisch bildlos heidnisch huldigen obskur orgiastisch orientalisch phallisch regelrecht religiös satanisch synkretistisch zelebrieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kult‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da kam sie auf die Idee, einen Kult zu inszenieren.
Die Welt, 05.07.2003
Dies zeigt deutlich: der Kult um das Objekt ist wichtiger als das Objekt selbst.
Der Tagesspiegel, 18.05.2000
Die Spuren seines Kultes sind spärlich, wenn nicht gar nichtssagend.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3928
Wenn diese sie als »unanständig« brandmarken, beweist das doch keine »orgiastischen Kulte«.
Baetke, W.: Germanische Religion. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 15814
In gleichviel wie gearteter Form sind diese Kulte selbst sicher uralt.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 314
Zitationshilfe
„Kult“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kult>, abgerufen am 19.01.2019.

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