Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kult, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kult(e)s · Nominativ Plural: Kulte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kult‹ als Erstglied: Kultbild · Kultbuch · Kultfigur · Kultfilm · Kultform · Kultgegenstand · Kultgemeinschaft · Kultgerät · Kulthandlung · Kultmarke · Kultobjekt · Kultserie · Kultstätte · kultig · kultisch
 ·  mit ›Kult‹ als Letztglied: Ahnenkult · Baumkult · Christuskult · Feuerkult · Frauenkult · Fruchtbarkeitskult · Führerkult · Geheimkult · Geniekult · Heroenkult · Herrscherkult · Körperkult · Madonnenkult · Marienkult · Mutterkult · Männerkult · Männlichkeitskult · Opferkult · Personenkult · Persönlichkeitskult · Phalluskult · Proletenkult · Proletkult · Schädelkult · Schönheitskult · Sonnenkult · Staatskult · Starkult · Steinkult · Stierkult · Tierkult · Totenkult · Vegetationskult
 ·  mit ›Kult‹ als Grundform: kult-
Herkunft zu cultuslat ‘Anbau und Pflege von Pflanzen, Pflege von Kunst und Unterricht, Verehrung, Anbetung’ < colerelat ‘bebauen, (be)wohnen, pflegen, (religiös) verehren’
eWDG

Bedeutung

in bestimmter Form vollzogene gemeinschaftliche religiöse Verehrung vermeintlicher überirdischer Mächte, Wesen
Beispiele:
ein heidnischer Kult
der Kult der katholischen Kirche
einen Kult mit Götzen treiben
Der hl. Dominikus, als traditioneller Stifter des Kults [ WölfflinDürer144]
übertragen übertriebene Verehrung
Beispiel:
Ungescheut bekannte er sich zu seinem Kult und umgab die Frau, die er verehrte, mit so ausgesuchten … Huldigungen [ I. KurzVanadis620]
mit etw., jmdm. (einen) Kult treibenetw., jmdn. zum Gegenstand übertriebener Verehrung machen
Beispiele:
er treibt Kult mit seinem Auto, seiner Krankheit
mit dem Filmstar wird (ein) richtiger Kult getrieben
den Kult, den man mit dem Fremden treibt [ St. ZweigBalzac356]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kult m. ‘nach festen Riten geregelte Verehrung einer Gottheit, übertriebene Verehrung einer Person bzw. übertriebene Pflege einer Sache’, Entlehnung (17. Jh.) aus lat. cultus ‘Anbau und Pflege von Pflanzen, Pflege von Kunst und Unterricht, Verehrung, Anbetung’, einer Bildung zu lat. colere (cultum) ‘bebauen, (be)wohnen, pflegen, (religiös) verehren’. Vgl. Kultusministerium, auch Kultministerium ‘Staatsbehörde für Wissenschaft, Kunst und Bildung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Mode sein · Konjunktur haben(d) · Szene... · aktuell · dem Zeitgeist entsprechend · gefragt · im Trend liegen(d) · stylisch  ●  (...) ist das neue (...; ist der / die neue ...)  Jargon, floskelhaft · zum guten Ton gehören(d)  fig. · (voll) im Trend  ugs. · Kult  ugs. · Lifestyle...  ugs., Neologismus · angesagt  ugs. · en vogue  geh., franz. · hip  ugs. · hoch im Kurs stehen  ugs. · im Schwange (sein)  geh. · in (betont, Emphase)  ugs., engl. · in Mode  ugs., Hauptform · kultig  ugs. · sexy  ugs., fig. · trendig  ugs. · trendy  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Kult · Kultus
Synonymgruppe
(eine) Legende (sein) · (eine) lebende Legende (sein) · Kult (sein) · Kult... (sein)
Assoziationen
Religion
Synonymgruppe
Anbetung · Kult · Verehrung

Typische Verbindungen zu ›Kult‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kult‹.

Ahnengeist Apollon Authentische Bronzezeit Demeter Dionysos Göttermutter Göttin Himmelsgott Isis Kybele Mondgott Muttergottheit Sonnengott Zeus afrobrasilianisch bildlos chthonisch destruktiv dionysisch heidnisch huldigen kleinasiatisch orgiastisch phallisch regelrecht satanisch synkretistisch zelebrieren

Verwendungsbeispiele für ›Kult‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In gleichviel wie gearteter Form sind diese Kulte selbst sicher uralt. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 314]
Der zeitgenössische Kult mit dem hausgemachten Star hat seine Tradition. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.1987]
Der direkte Kult ist für die Kirchen kein theologisches Problem. [Dahl, O. Chr.: Totenverehrung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17865]
Und mit dem Kult um seine eigene Person hatte er auch nichts zu tun, suggeriert das Stück. [Der Spiegel, 10.05.1982]
Die Bewahrung des ererbten Kultes findet ihre Ergänzung in einer Tat der Erneuerung. [Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24418]
Zitationshilfe
„Kult“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kult>.

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