Kumpan, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kumpans · Nominativ Plural: Kumpane
Aussprache
WorttrennungKum-pan
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp Gefährte, Geselle, Kamerad
Beispiele:
er galt als guter, treuer Kumpan
er hat Vertrauen zu seinem alten Kumpan
Er schob als offizieller geistlicher Herr mit lustigen Kumpanen zechend von Altbierkneipe zu Altbierkneipe [J. WincklerBomberg52]
abwertend Bursche, Kerl
Beispiele:
ein abgebrühter Kumpan
[er] war ein so ordinärer Kumpan, wie der erste beste Knecht [Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,47]
Helfershelfer, Mittäter
Beispiele:
er machte ihn zu seinem Kumpan
als er verhört wurde, verriet er seine Kumpane nicht
der Dieb und seine Kumpane wurden gefasst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kumpan · Kumpel · Kumpanei
Kumpan m. ‘Gefährte, Kamerad’, auch in Zusammensetzungen wie Trink-, Saufkumpan, wodurch Kumpan wahrscheinlich einen pejorativen Sinn (in Richtung auf ‘Mittäter, Spießgeselle’) erhält. Mhd. kompān, kumpān ‘Geselle, Genosse, Beisitzer einer städtischen Behörde’ geht zurück auf spätlat. compānio ‘Brot-, Speise-, Tischgenosse, Kamerad’ (s. ↗Kompagnon). Durch Vermittlung von afrz. compain findet der Ausdruck Eingang in die klassische mhd. Dichtung, wird aber gegen Ende des 16. Jhs. selten. Am Ende des 18. Jhs. wird er in der Annahme, es handele sich um ein verschollenes dt. Wort, von den Sprachreinigern bewußt und mit offensichtlichem Erfolg wiederbelebt. Kumpel m. ‘Kamerad, Vertrauter, (Arbeits)kollege’, in Anlehnung an Kumpe ‘Innungsmitglied, Bergknappe, Geselle’ (16. Jh.), eine eingedeutschte Form von Kumpan, im 19. Jh. entstanden und wohl als Deminutivum aufzufassen; zunächst nur unter Bergleuten üblich, hat es in neuester Zeit seinen Verwendungsbereich stark erweitert und als gehoben empfundenes Geselle, Kamerad, Kollege in der Umgangssprache verdrängt. Kumpanei f. ‘(fröhliche) Gesellschaft, Gemeinschaft’, auch ‘Komplizenschaft’, mhd. kompānīe, kumpānīe ‘Gesellschaft, Genossenschaft’ (s. ↗Kompanie).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freund · ↗Gefährte · ↗Genosse · Getreuer · ↗Kamerad · Kumpan · Vertrauter  ●  ↗Gevatter  veraltet, scherzhaft · ↗Buddy  ugs., engl. · ↗Intimus  geh. · ↗Kollege  ugs. · ↗Kumpel  ugs. · ↗Spezi  ugs. · Spezl  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Komplize · Kumpan · ↗Scherge · ↗Spießgeselle  ●  und Konsorten  abwertend
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Bruder Gefängnis Kreis Täter alt beid belasten ehemalig einstig eng entkommen ermorden erschießen festnehmen fliehen flüchten früh langjährig lustig männlich tot treu umbringen verantworten verpfeifen verraten zwei überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kumpan‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im vergangenen Jahr brach W. mit der rechten Szene und belastete sieben Kumpane.
Der Tagesspiegel, 05.09.2002
Und da holte er sich zusammen mit den erwachsenen Kumpanen 124000 Mark aus einer kleinen Bank auf dem Lande.
Der Spiegel, 08.04.1985
Er sah sich nach keinem seiner Kumpane um, wollte nichts von ihnen sehen und wissen.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 795
Unter den langen Gewändern verbirgt sich aber niemand anders als der Graf mit dreizehn Kumpanen.
Fath, Rolf: Werke - C. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 477
In der Tat ist das Tier auch Kommunikationspartner für seinen Kumpan.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 48
Zitationshilfe
„Kumpan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kumpan>, abgerufen am 16.02.2019.

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