Kumpanei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kumpanei · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Kum-pa-nei
Herkunft Französisch
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend Gesamtheit der Kumpane, Gesellschaft
Beispiele:
die ganze Kumpanei ist hier versammelt, von der SS bis runter zum Volkssturm [R. BartschGeliebt239]
tapfere Kumpanei, trotzige Bauern, die frei sein wollten [WeisenbornEulenspiegel33]
Unsere Gesellschaft in der Stammkneipe war ... in eine ziemlich wüste Kumpanei ausgeartet [G. Hauptm.3,338]
unter Kumpanen bestehende Freundschaft, falsche Kameradschaft
Beispiele:
ihre Kumpanei mit dem Hehler mussten sie teuer bezahlen
die falsche Kumpanei ist zerbrochen
Wolzow, Vetter und er, das war eine Kumpanei gewesen; sie waren eine Bande [NollHolt2,141]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kumpan · Kumpel · Kumpanei
Kumpan m. ‘Gefährte, Kamerad’, auch in Zusammensetzungen wie Trink-, Saufkumpan, wodurch Kumpan wahrscheinlich einen pejorativen Sinn (in Richtung auf ‘Mittäter, Spießgeselle’) erhält. Mhd. kompān, kumpān ‘Geselle, Genosse, Beisitzer einer städtischen Behörde’ geht zurück auf spätlat. compānio ‘Brot-, Speise-, Tischgenosse, Kamerad’ (s. ↗Kompagnon). Durch Vermittlung von afrz. compain findet der Ausdruck Eingang in die klassische mhd. Dichtung, wird aber gegen Ende des 16. Jhs. selten. Am Ende des 18. Jhs. wird er in der Annahme, es handele sich um ein verschollenes dt. Wort, von den Sprachreinigern bewußt und mit offensichtlichem Erfolg wiederbelebt. Kumpel m. ‘Kamerad, Vertrauter, (Arbeits)kollege’, in Anlehnung an Kumpe ‘Innungsmitglied, Bergknappe, Geselle’ (16. Jh.), eine eingedeutschte Form von Kumpan, im 19. Jh. entstanden und wohl als Deminutivum aufzufassen; zunächst nur unter Bergleuten üblich, hat es in neuester Zeit seinen Verwendungsbereich stark erweitert und als gehoben empfundenes Geselle, Kamerad, Kollege in der Umgangssprache verdrängt. Kumpanei f. ‘(fröhliche) Gesellschaft, Gemeinschaft’, auch ‘Komplizenschaft’, mhd. kompānīe, kumpānīe ‘Gesellschaft, Genossenschaft’ (s. ↗Kompanie).

Thesaurus

Politik, Ökonomie
Synonymgruppe
Filz · ↗Günstlingswirtschaft · ↗Klüngelei(en) · Kumpanei · ↗Kungelei · ↗Mauschelei(en) · ↗Vetternwirtschaft  ●  ↗Sumpf  fig. · ↗Vetterleswirtschaft  schwäbisch · ↗Vetterliwirtschaft  schweiz. · Freunderlwirtschaft  ugs., österr. · ↗Gekungel  ugs. · ↗Klüngel  ugs., kölsch · ↗Nepotismus  fachspr. · Speziwirtschaft  ugs. · Spezlwirtschaft  ugs., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Komplizenschaft · Kumpanei
Assoziationen
Synonymgruppe
Anbiederungsversuch(e) · Kumpanei · freundschaftliches Getue · plumpe Vertraulichkeit(en)

Typische Verbindungen zu ›Kumpanei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kumpanei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kumpanei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, von Kumpanei zu sprechen.
Süddeutsche Zeitung, 30.05.1998
Gibt es also doch so etwas wie eine stillschweigende Kumpanei - zu Lasten der Öffentlichkeit?
Die Zeit, 11.07.1997, Nr. 29
Also sang er erklärtermaßen für die Männer, umgarnte sie mit der Illusion von Kumpanei.
Die Welt, 27.04.2002
Vielleicht erklärt sich daraus auch seine Kumpanei mit der schleswig-holsteinischen Justizprominenz.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 308
Beim Vornamen nennen sie sich nicht, und einen Spitznamen, seine höchste Form der öffentlichen Kumpanei, hat Bush seinem deutschen Gast auch noch nicht verpasst.
Der Tagesspiegel, 30.03.2001
Zitationshilfe
„Kumpanei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kumpanei>, abgerufen am 03.08.2020.

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