Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kunstgewerbe, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kunstgewerbes · Nominativ Plural: Kunstgewerbe
Aussprache 
Worttrennung Kunst-ge-wer-be
Wortzerlegung Kunst Gewerbe
Wortbildung  mit ›Kunstgewerbe‹ als Erstglied: Kunstgewerbemuseum · Kunstgewerbeschule · Kunstgewerbler · kunstgewerblich
eWDG

Bedeutung

Zweig der bildenden Kunst, in dem künstlerisch gestaltete Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke hergestellt werden
Beispiele:
Gold- und Silberschmiedekunst, Holzschnitzerei, Keramik gehören zum Kunstgewerbe
ein Geschäft für Kunstgewerbe (= Geschäft mit kunstgewerblichen Gegenständen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewerbe · gewerblich · Gewerbefreiheit · Gewerbetreibender · Kunstgewerbe
Gewerbe n. ‘auf Erwerb gerichtete Berufstätigkeit’, mhd. gewerbe ‘Wirbel, Gelenk, Geschäft, Tätigkeit, Anwerbung’ ist eine Abstraktbildung zu mhd. werben ‘bewegen, drehen, sich bemühen um, tätig sein, betreiben’ (s. werben). Schon früh in der Wendung Handel und Gewerbe (15. Jh.), wo beide Wörter eine Bedeutungsgemeinschaft darstellen. Doch bald (bei der Herausbildung des städtischen Bürgertums) entwickelt Gewerbe den Sinn ‘Erwerb, dauerhaft ausgeübte Erwerbstätigkeit, Handwerk’ (16. Jh.) und ‘Berufszweig’ (18. Jh.; vgl. Schneidergewerbe). – gewerblich Adj. ‘das Gewerbe betreffend’ (15. Jh., geläufig vor allem im 19. Jh.). Gewerbefreiheit f. ‘Recht für jedermann, eine Erwerbstätigkeit auszuüben’ (18. Jh.), Übersetzung von engl. freedom of trade. Gewerbetreibender m. ‘wer mit einem Gewerbe seinen Lebensunterhalt verdient’ (19. Jh.), substantiviertes Part. Präs. nach der Verbindung Gewerbe treiben (15. Jh.). Kunstgewerbe n. ‘Kunsthandwerk’ (19. Jh.).

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Kunstgewerbe [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • Gebrauchskunst · angewandte Kunst

Typische Verbindungen zu ›Kunstgewerbe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kunstgewerbe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kunstgewerbe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Tische drinnen sind in freundlichem Weiß gedeckt, an den Wänden allerlei Kunstgewerbe. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 51]
Wer so Kunst machen will, bringt es bestenfalls bis zum Kunstgewerbe. [Die Zeit, 22.07.1983, Nr. 30]
Aber Kunst unterscheidet sich von Kunstgewerbe nicht durch die Absicht. [Die Zeit, 09.04.1982, Nr. 15]
Im luftleeren Raum aber wird der Stil notwendig zum Kunstgewerbe. [Die Zeit, 22.05.1959, Nr. 21]
Bisweilen ist es Kunstgewerbe, oder das Temperament geht mit ihm durch. [Die Zeit, 20.10.1955, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Kunstgewerbe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kunstgewerbe>.

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