Kunstgewerbe, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungKunst-ge-wer-be
WortzerlegungKunstGewerbe
Wortbildung mit ›Kunstgewerbe‹ als Erstglied: ↗Kunstgewerbeschule · ↗Kunstgewerbler · ↗kunstgewerblich
eWDG, 1969

Bedeutung

Zweig der bildenden Kunst, in dem künstlerisch gestaltete Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke hergestellt werden
Beispiele:
Gold- und Silberschmiedekunst, Holzschnitzerei, Keramik gehören zum Kunstgewerbe
ein Geschäft für Kunstgewerbe (= Geschäft mit kunstgewerblichen Gegenständen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewerbe · gewerblich · Gewerbefreiheit · Gewerbetreibender · Kunstgewerbe
Gewerbe n. ‘auf Erwerb gerichtete Berufstätigkeit’, mhd. gewerbe ‘Wirbel, Gelenk, Geschäft, Tätigkeit, Anwerbung’ ist eine Abstraktbildung zu mhd. werben ‘bewegen, drehen, sich bemühen um, tätig sein, betreiben’ (s. ↗werben). Schon früh in der Wendung Handel und Gewerbe (15. Jh.), wo beide Wörter eine Bedeutungsgemeinschaft darstellen. Doch bald (bei der Herausbildung des städtischen Bürgertums) entwickelt Gewerbe den Sinn ‘Erwerb, dauerhaft ausgeübte Erwerbstätigkeit, Handwerk’ (16. Jh.) und ‘Berufszweig’ (18. Jh.; vgl. Schneidergewerbe). gewerblich Adj. ‘das Gewerbe betreffend’ (15. Jh., geläufig vor allem im 19. Jh.). Gewerbefreiheit f. ‘Recht für jedermann, eine Erwerbstätigkeit auszuüben’ (18. Jh.), Übersetzung von engl. freedom of trade. Gewerbetreibender m. ‘wer mit einem Gewerbe seinen Lebensunterhalt verdient’ (19. Jh.), substantiviertes Part. Präs. nach der Verbindung Gewerbe treiben (15. Jh.). Kunstgewerbe n. ‘Kunsthandwerk’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altertum Architektur Auktion Bildhauerei Design Erzeugnis Gemälde Geschenkartikel Grafik Handwerk Jugendstil Keramik Kitsch Kunst Kunsthandwerk Malerei Möbel Niederung Plastik Porzellan Reformbewegung Renaissance Schinkel-Zeit Schmuck Silber Skulptur Spielzeug Textilie Volkskunst versteigern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kunstgewerbe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Kunstgewerbe lockte Liebhaber vor allem durch ein erstklassiges Angebot an hochwertigen Uhren.
Die Welt, 15.04.2000
Die Tische drinnen sind in freundlichem Weiß gedeckt, an den Wänden allerlei Kunstgewerbe.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 51
So ist das Dekorative zum bloßen „Kunstgewerbe in monumentaler Form“ geworden.
Die Zeit, 12.01.1948, Nr. 02
In Ost und West ergötzte man sich an literarischem Kunstgewerbe.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 15166
Die Kunst wird zum Kunstgewerbe, und zwar in ihrem vollen Umfang, in Architektur und Musik, im Vers wie im Drama.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 246
Zitationshilfe
„Kunstgewerbe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kunstgewerbe>, abgerufen am 22.04.2019.

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