Kunstmusik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kunstmusik · Nominativ Plural: Kunstmusiken
WorttrennungKunst-mu-sik
WortzerlegungKunstMusik
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

komponierte, nach bestimmten Regeln geschaffene Tonkunst mit hohem künstlerischen Anspruch im Unterschied zu unterhaltender Musik
Beispiele:
Die E-Musik, also die ernste Musik, deckt den Bereich der gehobenen Musik, der Kunstmusik oder der klassischen Musik ab, wenn man die Bezeichnung Klassische Musik im umgangssprachlichen Verständnis als nicht streng auf die Epoche der Klassik beschränkte Musik sieht, sondern sie mit dem volkstümlich gebrauchten Begriff für Kunstmusik verbindet. [Maletz, Hermann: Leidenschaft? Neue Musik, Berlin: LIT Verlag 2011, S. 10]
Seit 1780 schrieb Mozart keine Divertimenti mehr; die nach diesem Zeitpunkt entstandenen fünf S. [Sinfonien] tragen sämtlich die Merkmale großer Kunstmusik: […]. [o.A., S, in: Carl Dahlhaus / Hans Heinrich Eggebrecht (Hg.), Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Mainz: Schott 1989, S. 9643]
Gute Komponisten und Musiker sorgten durch hohe Nachfrage beim Publikum für gute Umsätze, das enthob Musikwirtschaft und Musikerausbildung jeglicher Verpflichtung zur Veränderung. Die Veränderungen traten ein, als sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch eine Überhöhung die sogenannte »Ernste« Musik, die Kunstmusik, von der unterhaltenden Musik als Gegenpol trennte […]. [Gensch, Gerhard u.a. (Hg.), Musikrezeption, Musikdistribution und Musikproduktion, Wiesbaden: Gabler Edition Wissenschaft 2008, S. 7]
Zweite Grundlage [des Jazz] ist die Improvisation: eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung, denn in fast allen Musiken weltweit wird improvisiert. Die abendländische Kunstmusik der letzten zweihundert Jahre, die sich weitgehend an immer exakter notierte Vorlagen hält, ist da eher ein Spezialfall. [Berliner Zeitung, 04.11.2004]
Den zunehmend kunstvolleren Formen wie Beebop und Free Jazz ergeht es […] ähnlich wie der europäischen Kunstmusik; sie sprechen nur noch ein Experten-Publikum an. [Schwanitz, Dietrich, Bildung, Frankfurt a.M.: Eichborn 1999, S. 327]
Eine ganze Reihe von Melodien der »Zauberflöte« sind zum unveräußerlichen Bestandteil musikalischen Volksgutes geworden. Es fällt oft schwer, festzustellen, wo die Kunstmusik anfängt und wo die Volksmusik aufhört. [Schuhmann, Otto, Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1935, S. 82]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: abendländische, europäische, kirchliche, polyphone, traditionelle, indische, westliche, zeitgenössische Kunstmusik
als Genitivattribut: Tradition, Form, Spähre der Kunstmusik
in Koordination: Kunstmusik und Volksmusik

Thesaurus

Synonymgruppe
E-Musik · ↗Klassik (vereinfachend) · Kunstmusik · ernste Musik  ●  klassische Musik  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Alte Musik
  • Musik der Romantik · Musik des 19. Jahrhunderts · ↗Romantik (Musik) · Romantische Musik
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kunstmusik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Begründer Eingang Element Folklore Jahrhundert Jazz Sphäre Tradition Volksmusik abendländisch arabisch begegnen bürgerlich europäisch indisch klassisch modern national polyphon traditionell türkisch verwenden westlich zeitgenössisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kunstmusik‹.

Zitationshilfe
„Kunstmusik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kunstmusik>, abgerufen am 19.01.2020.

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