Kuppelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kuppelei · Nominativ Plural: Kuppeleien
Aussprache
WorttrennungKup-pe-lei
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend Vermittlung einer Heirat oder Liebesbeziehung durch unlautere Mittel, das Kuppeln
Beispiel:
durch Kuppelei wollte sie die beiden zusammenbringen
Jura gewohnheitsmäßige oder eigennützige Begünstigung fremder Unzucht
Beispiele:
sie wurde der Kuppelei bezichtigt, wegen schwerer Kuppelei mit Zuchthaus bestraft
da wurde eine Frau wegen Kuppelei verurteilt, weil sie der Tochter mit ihrem Verlobten nächtliche Unterkunft gewährt hatte [Wasserm.Maurizius521]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kuppeln · Kuppler · Kupplerin · Kuppelei · verkuppeln · Kuppelpelz · Kupplung
kuppeln Vb. ‘beweglich miteinander verbinden’ (Fahrzeuge, Wagen), älter auch ‘mit Riemen, Stricken aneinanderbinden’ (besonders Tiere), mhd. kuppeln, Variante neben gleichbed. ↗koppeln (s. d., wo Weiteres zur Herkunft). Auch im Sinne von ‘(gegen Entgelt) geschlechtliche Beziehungen vermitteln, arrangieren’ (14. Jh.) steht kuppeln zunächst unterschiedslos neben koppeln, doch setzt sich hier die u-Form (seit etwa 17. Jh.) in der Literatursprache durch. Sie gilt ferner für aus Kupplung (s. unten) rückgebildetes kuppeln ‘die Kupplung (eines Kraftfahrzeugs) betätigen’. Kuppler m. Kupplerin f. ‘Vermittler(in), Stifter(in) von amourösen Beziehungen, Eheschließungen’, spätmhd. kuppelære, kuppelærinne, mnd. koplerinne. Kuppelei f. ‘Vermittlung, Begünstigung amouröser Beziehungen (gegen Entgelt)’ (17. Jh.), älter Kupplerei (15. Jh.). verkuppeln Vb. ‘ein Paar zu einer Liebesbeziehung zusammenbringen, eine amouröse Beziehung ermöglichen’, auch ‘eine Heirat stiften’ (15. Jh.). Kuppelpelz m. ‘Lohn für Vermittlungsdienste’ (18. Jh.), zunächst wahrscheinlich in Gestalt eines Pelzes, später jede Form der Entlohnung für entsprechende Dienste; geläufig sich einen Kuppelpelz verdienen ‘erfolgreiche Vermittlungsdienste leisten, ein Paar zusammenbringen’ (18. Jh.). Kupplung f. ‘lösbare Verbindungsvorrichtung an Maschinen, Maschinenteilen, Kraftfahrzeugen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstiftung Gefängnis Tatbestand Verdacht Zuhälterei bestrafen fortgesetzt schwer verurteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuppelei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Folge war schon damals die Verurteilung einer Mutter wegen „schwerer Kuppelei“.
Die Zeit, 17.07.1970, Nr. 29
Die Festgenommenen werden unter anderem des sexuellen Missbrauchs und der Kuppelei beschuldigt.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2000
Als Kuppelei gilt insbesondere die Unterhaltung eines Bordells oder eines bordellartigen Betriebes.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 463
Es seien überhaupt die ersten Festnahmen wegen Kuppelei im Fürstentum Monaco gewesen.
Der Tagesspiegel, 03.06.1997
Wegen der schweren Kuppelei und der versuchten Verleitung zum Meineid wurde die Angeklagte zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.
Friedländer, Hugo: Ein entmenschtes Weib - Die Engelmacherin Wiese. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 262
Zitationshilfe
„Kuppelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuppelei>, abgerufen am 13.10.2019.

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