Kur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kur · Nominativ Plural: Kuren
Aussprache
Wortbildung mit ›Kur‹ als Erstglied: ↗Kuranlage · ↗Kurarzt · ↗Kuraufenthalt · ↗Kurbad · ↗Kureinrichtung · ↗Kurerfolg · ↗Kurgarten · ↗Kurgast · ↗Kurhaus · ↗Kurheim · ↗Kurkapelle · ↗Kurkarte · ↗Kurkonzert · ↗Kurkosten · ↗Kurliste · ↗Kurmusik · ↗Kurorchester · ↗Kurort · ↗Kurpark · ↗Kurpatient · ↗Kurpfuscher · ↗Kurplatz · ↗Kurpromenade · ↗Kursaal · ↗Kurschatten · ↗Kurstadt · ↗Kurtaxe · ↗Kurverschickung · ↗Kurverwaltung · ↗kurpfuschen
 ·  mit ›Kur‹ als Letztglied: ↗Abmagerungskur · ↗Blutreinigungskur · ↗Diätkur · ↗Entwöhnungskur · ↗Entziehungskur · ↗Fastenkur · ↗Frischzellenkur · ↗Kaltwasserkur · ↗Luftkur · ↗Molkenkur · ↗Rosskur · ↗Schlafkur · ↗Schlammkur · ↗Schönheitskur · ↗Terrainkur · ↗Verschönerungskur · ↗Wurmkur · ↗Ölkur
eWDG, 1969

Bedeutung

Heilbehandlung, die oft mit einem Aufenthalt in einem Sanatorium, Badeort verbunden ist
Beispiele:
eine erfolgreiche, anstrengende Kur
eine Kur mit Medikamenten, Mineralwasser
eine Kur beantragen, fortsetzen, abbrechen
umgangssprachlich eine Kur machen
jmd. fährt, geht, reist zur Kur
jmd. wird zur Kur geschickt
jmdm. wird eine Kur verordnet
die Kur hatte leider nicht angeschlagen
eine Kur dauert vier bis sechs Wochen
bildlich
Beispiel:
Nachdem erst der Instrumentenmacher das Ding [die Geige] in der Kur gehabt hatte [E. StraußFreund Hein69]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich jmdn. in die Kur nehmen (= jmdm. Vorhaltungen machen und ihn umzustimmen suchen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kur · Badekur · Hungerkur · Pferdekur · Wunderkur · Kurgast · Kurort · Kurpfuscher · kurpfuschen · kurieren · kuren
Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge, Fürsorge, Behandlung, Besorgnis’, dessen Ursprung ungeklärt ist, bleibt in der medizinischen Terminologie im Sinne von ‘Krankenpflege, Heilbehandlung’ lebendig und wird so Ende des 15. Jhs. als Cur ins Dt. entlehnt (daneben frühnhd. Cure, Chur, in gelehrten Texten bis ins 17. Jh. noch Cura). Die Schreibung Kur findet sich vom 17. Jh. an gelegentlich, setzt sich aber erst um 1900 durch. Das Substantiv erscheint in Komposita wie Badekur f. ‘Anwendung von Heilbädern’ (18. Jh., zuvor Badencur, 17. Jh.); Hungerkur f. ‘Fastendiät’ (18. Jh.); Pferdekur f. ‘Behandlung mit drastischen Mitteln’, ursprünglich ‘tierärztliche Versorgung eines Pferdes’ (17. Jh.); Wunderkur f. ‘Kur mit ungewöhnlichem, an ein Wunder grenzendem Heilerfolg’ (17. Jh.); Kurgast m. ‘wer sich zur Kur oder zur Erholung in einem Badeort aufhält’ (18. Jh.); Kurort m. ‘Erholungs-, Badeort’ (2. Hälfte 19. Jh.); Kurpfuscher m. ‘wer ohne abgeschlossene medizinische Ausbildung unberechtigt Kranke behandelt’, abschätzig auch ‘schlechter, unfähiger Arzt’ (Ende 18. Jh., zuerst in Österreich), woran sich jüngeres kurpfuschen Vb. ‘sich als Kurpfuscher betätigen’ (19. Jh.) anschließt (zum Grundwort s. ↗pfuschen). kurieren Vb. ‘mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen’ (16. Jh.), nach lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen, heilen’ (abgeleitet von lat. cūra, s. oben). kuren Vb. ‘eine Kur machen’ (anfangs auch synonym mit kurieren), denominative Bildung des ausgehenden 18. Jhs., jedoch erst im 20. Jh. stärker verbreitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Entspannungsurlaub · Kur · Wellness-Urlaub

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arznei Bewilligung Fahrtkosten Heilbad Heilmittel Klinikaufenthalt Krankengymnastik Krankenhausaufenthalt Krankenpflege Massage Reha-Maßnahme Rehabilitation Rehabilitationsmaßnahme Sanatorium Selbstbeteiligung Wellness Zahnersatz Zuzahlung ambulant dreiwöchig mehrwöchig psychoanalytisch sechswöchig stationär verordnen verordnet verschreiben vierwöchig vorbeugend weilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie muss auch immer wieder zur Kur wegen ihres Rückens.
Der Tagesspiegel, 20.11.2001
Politisches Ziel ist es vor allem, Kuren künftig zielgerechter zu bewilligen.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.1995
Und aus der »kleinen Kur« wird dann ein Hängenbleiben, für Jahre, wenn nicht gar für immer.
Boy-Ed, Ida: Thomas Mann: Der Zauberberg. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1925], S. 7753
Er hat sie in der Kur, alle drei, und sie trumpfen auf.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4978
Bevor nicht alle Stellen heil sind, darf man die Kur nicht unterbrechen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 927
Zitationshilfe
„Kur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kur>, abgerufen am 15.11.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kuprismus
Kuprein
Kupplungsspiel
Kupplungsschlauch
Kupplungsscheibe
kurabel
Kurand
Kuranlage
kurant
kuranzen