Kurbelwelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungKur-bel-wel-le (computergeneriert)
WortzerlegungKurbelWelle2
eWDG, 1969

Bedeutung

Technik mehrfach gekröpfte Welle, die durch Pleuelstangen in Umdrehung versetzt wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kurbel · kurbeln · ankurbeln · Kurbelwelle
Kurbel f. ‘Hebel an einer Welle, Krummzapfen’, allgemeinsprachlich vor allem ‘mit einem Handgriff versehener einarmiger Hebel zum Erzeugen einer Drehbewegung’. Die zuerst als frühnhd. Körbel (16. Jh., vielleicht schon korbel, körbel ‘hamula’, 15. Jh.), vom 18. Jh. an in der heutigen Form bezeugte und seit dem 19. Jh. auf Grund der industriellen Entwicklung in vielfachen technischen Verwendungen gebräuchliche Bezeichnung ist mit dem bei Gerätenamen häufigen l-Suffix (s. auch ↗Schaufel, ↗Spindel) von einem noch bis ins 19. Jh. üblichen gleichbed. Kurbe f. (ahd. kurba, 9. Jh., mhd. kurbe ‘Winde am Ziehbrunnen’, frühnhd. korbe, kurbe ‘gebogener Handgriff, Kurbel’) abgeleitet. Dieses Substantiv beruht auf früher Entlehnung aus dem Galloroman. und setzt ein Femininum mit der Bedeutung ‘gebogener Gegenstand’ (vgl. afrz. corbe ‘krummer Ast’, 12. Jh., ‘Felge’, Anfang 14. Jh., frz. courbe ‘Kurve, Krummholz, Ableger des Weinstocks’) voraus, das seinerseits Substantivierung des in afrz. corp, corbe, frz. courbe ‘krumm, gebogen’ vorliegenden, auf vlat. *curbus, lat. curvus ‘krumm, gebogen, gewölbt’ (s. ↗Kurve) zurückgehenden roman. Adjektivs ist. kurbeln Vb. ‘durch Drehen einer Kurbel bewegen’ (19. Jh.), um 1930 speziell ‘Filmaufnahmen machen’. ankurbeln Vb. ‘durch Kurbeln in Gang setzen, zu drehen anfangen’ (Anfang 20. Jh.), besonders ‘den Motor eines Autos mit der Handkurbel starten’, wovon Übertragungen wie die Wirtschaft ankurbeln (um 1925). Kurbelwelle f. gekröpfte Welle, die die Bewegungen einer Kolbenmaschine in eine Kreisbewegung umwandelt (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Automotor Drehmoment Drehzahl Getriebe Kolbe Kolben Kröpfung Kupplung Min Motor Newtonmeter Nockenwelle PS Pleuel Pleuellager Pleuelstang Pleuelstange Rotation Umdrehung Ventil Wildauer Zylinder Zylinderkopf antreiben gegossen gelagert geschmiedet rotieren stemmen wuchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kurbelwelle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Genau, um solche Fragen dreht sich die Kurbelwelle des Lebens.
Die Zeit, 22.04.2004, Nr. 18
Die Kurbelwelle des Motors, so hieß es damals, sei nicht regelkonform.
Die Welt, 12.10.2002
So etwas habe er noch nicht auf der Kurbelwelle gehabt.
Lochner, Rudolf: Gulle, Rammkeil und Muck. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 210
Die Kurbelwelle, immer noch mit fremder Kraft bewegt, schiebt mit der Pleuelstange den Kolben nach oben.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 141
Die Reaktionskraft der Radialkraft muß von den Lagern der Kurbelwelle aufgenommen werden.
Dannemann, E. u. a.: Grundlagen der Werkzeugmaschinen zum Umformen. In: Lange, Kurt (Hg.) Lehrbuch der Umformtechnik, Bd. 1, Berlin u. a.: Springer 1972, S. 370
Zitationshilfe
„Kurbelwelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kurbelwelle>, abgerufen am 19.10.2019.

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