Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kurort, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kurort(e)s · Nominativ Plural: Kurorte
Aussprache 
Worttrennung Kur-ort
Wortzerlegung Kur Ort1
Wortbildung  mit ›Kurort‹ als Letztglied: Höhenkurort · Klimakurort · Kneippkurort · Luftkurort · Volkskurort · Winterkurort
eWDG

Bedeutung

Ort, in dem man sich zur Kur, Erholung aufhält
Beispiele:
ein Kurort an der See, im Gebirge
dieser Kurort ist berühmt wegen seiner Heilquellen
ein vielbesuchter, beliebter Kurort
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kur · Badekur · Hungerkur · Pferdekur · Wunderkur · Kurgast · Kurort · Kurpfuscher · kurpfuschen · kurieren · kuren
Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge, Fürsorge, Behandlung, Besorgnis’, dessen Ursprung ungeklärt ist, bleibt in der medizinischen Terminologie im Sinne von ‘Krankenpflege, Heilbehandlung’ lebendig und wird so Ende des 15. Jhs. als Cur ins Dt. entlehnt (daneben frühnhd. Cure, Chur, in gelehrten Texten bis ins 17. Jh. noch Cura). Die Schreibung Kur findet sich vom 17. Jh. an gelegentlich, setzt sich aber erst um 1900 durch. Das Substantiv erscheint in Komposita wie Badekur f. ‘Anwendung von Heilbädern’ (18. Jh., zuvor Badencur, 17. Jh.); Hungerkur f. ‘Fastendiät’ (18. Jh.); Pferdekur f. ‘Behandlung mit drastischen Mitteln’, ursprünglich ‘tierärztliche Versorgung eines Pferdes’ (17. Jh.); Wunderkur f. ‘Kur mit ungewöhnlichem, an ein Wunder grenzendem Heilerfolg’ (17. Jh.); Kurgast m. ‘wer sich zur Kur oder zur Erholung in einem Badeort aufhält’ (18. Jh.); Kurort m. ‘Erholungs-, Badeort’ (2. Hälfte 19. Jh.); Kurpfuscher m. ‘wer ohne abgeschlossene medizinische Ausbildung unberechtigt Kranke behandelt’, abschätzig auch ‘schlechter, unfähiger Arzt’ (Ende 18. Jh., zuerst in Österreich), woran sich jüngeres kurpfuschen Vb. ‘sich als Kurpfuscher betätigen’ (19. Jh.) anschließt (zum Grundwort s. pfuschen). – kurieren Vb. ‘mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen’ (16. Jh.), nach lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen, heilen’ (abgeleitet von lat. cūra, s. oben). kuren Vb. ‘eine Kur machen’ (anfangs auch synonym mit kurieren), denominative Bildung des ausgehenden 18. Jhs., jedoch erst im 20. Jh. stärker verbreitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erholungsort · Kurort
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kurort‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kurort‹.

Attraktion Fünf Ortskern Wahrzeichen allgäuer anerkannt aufstrebend autofrei beschaulich buendner böhmisch bündner engadiner harzer heilklimatisch klimatisch kränkelnd mondän niederbayerisch nobel nordenglisch nordhessisch oberbayerisch traditionsreich unterfränkisch verkehrsberuhigt verstecken walliser weltberühmt westböhmisch

Verwendungsbeispiele für ›Kurort‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemals ist mir ein besserer Rat bezüglich eines Kurortes erteilt worden. [Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12204]
Ein Kurort, der jahrzehntelang quasi verschreibungspflichtig war, tut sich mit der neuen Zeit schwer. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Die Situation an den einzelnen Kurorten stellt sich allerdings sehr unterschiedlich dar. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Man wünscht seiner Stadt doch nicht, ein Kurort zu sein! [Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46]
Oder sie erhoffen sich in erster Linie physisches Wohlsein – ihnen empfehle ich einen Kurort. [Die Zeit, 11.02.2002, Nr. 06]
Zitationshilfe
„Kurort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kurort>.

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