Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kurtisane, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kurtisane · Nominativ Plural: Kurtisanen
Aussprache 
Worttrennung Kur-ti-sa-ne
Herkunft aus gleichbedeutend courtisanemfrz frz < cortigianaital ‘Hofdame’, auch ‘Buhlerin, Mätresse’
eWDG

Bedeutung

veraltet, abwertend Lebedame mit zweifelhaftem Ruf, Kokotte
Beispiele:
sie lebte, galt als große Kurtisane
die Kurtisane (= Geliebte, Mätresse) eines Fürsten
Die Gesellschaft bestand aus Philosophen, Dichtern, Aristokraten und Kurtisanen [ Lernet-HoleniaGraf62]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kurtisane f. ehemals ‘Lebedame, Kokotte’, auch ‘Geliebte eines Fürsten, Mätresse’, Mitte des 16. Jhs. in Gebrauch kommende Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. courtisane, in den frühen Belegen formal durch ital. cortigiana beeinflußt (frühnhd. Kordisana, Cortisana, Curtisana) bzw. mit eindeutschender Endung (frühnhd. Kordisanerin, Cortisanin). Zugrunde liegt letztlich lat. cohors, kontrahiert cōrs (Genitiv cohortis, cōrtis) ‘eingezäunter Hofraum, Viehhof, zusammengeschlossene Menschengruppe, militärische Einheit, Kohorte, Schar, Gefolge’ (verwandt mit Garten, s. d.), woraus ital. corte ‘Hofraum, Fürstenhof, Gerichtshof’, an das sich die Ableitung ital. cortigiano (älter auch cortegiano) ‘zum Hof gehörig, höfisch’ anschließt. Diese begegnet schon früh in substantivischer Verwendung, zunächst als Maskulinum mit der Bedeutung ‘im Hofdienst stehende Person, Höfling’ (14. Jh.), das (vermutlich über Avignon, die zeitweilige Residenz der Päpste; vgl. aprov. cortezan ‘Angehöriger des päpstlichen Hofes’, 14. Jh.) in der Form mfrz. courtisien (mit französiertem Suffix, 14. Jh.), dann mfrz. frz. courtisan ‘Höfling’ (15. Jh.) ins Frz. gelangt. Vom 16. Jh. an ist das Femininum ital. cortigiana ‘Hofdame’, bald auch ‘Buhlerin, Mätresse’ nachzuweisen, dem mfrz. courtisienne, mfrz. frz. courtisane (ebenfalls mit dem für die Übernahme ins Dt. vorauszusetzenden abschätzigen Sinn) entspricht. Neben der femininen findet in älterer Zeit auch die maskuline Bildung vom Ital. oder Aprov., später vom Frz. her Eingang ins Dt., vgl. spätmhd. curtisan, frühnhd. Curtisan, Cortesan ‘Höfling’, namentlich ‘Pfründenjäger, Schmarotzer am päpstlichen Hofe’, nhd. (17./18. Jh.) Courtisan ‘Liebhaber, Galan’.

Typische Verbindungen zu ›Kurtisane‹ (berechnet)

Elend berühmt pariser

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kurtisane‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kurtisane‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er gab der Kurtisane die von den Männern gestohlene Würde zurück. [Bild, 26.05.2000]
Mit sechzig empfing die große Kurtisane nur noch junge Männer. [Bild, 27.07.1998]
Auch damals habe sie eine Kurtisane gespielt, allerdings noch keine Äbtissin. [Süddeutsche Zeitung, 07.12.2001]
Hier wird in der Kurtisane das Weib noch geschätzt und verehrt. [Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652]
Es war seltsam, einen Priester um diese Zeit in jenem prächtigen Haus, das von Kurtisanen bewohnt war, zu erblicken. [Die Zeit, 23.09.1948, Nr. 39]
Zitationshilfe
„Kurtisane“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kurtisane>.

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