Kurtisane, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kurtisane · Nominativ Plural: Kurtisanen
Aussprache
WorttrennungKur-ti-sa-ne
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet, abwertend Lebedame mit zweifelhaftem Ruf, Kokotte
Beispiele:
sie lebte, galt als große Kurtisane
die Kurtisane (= Geliebte, Mätresse) eines Fürsten
Die Gesellschaft bestand aus Philosophen, Dichtern, Aristokraten und Kurtisanen [Lernet-HoleniaGraf62]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kurtisane f. ehemals ‘Lebedame, Kokotte’, auch ‘Geliebte eines Fürsten, Mätresse’, Mitte des 16. Jhs. in Gebrauch kommende Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. courtisane, in den frühen Belegen formal durch ital. cortigiana beeinflußt (frühnhd. Kordisana, Cortisana, Curtisana) bzw. mit eindeutschender Endung (frühnhd. Kordisanerin, Cortisanin). Zugrunde liegt letztlich lat. cohors, kontrahiert cōrs (Genitiv cohortis, cōrtis) ‘eingezäunter Hofraum, Viehhof, zusammengeschlossene Menschengruppe, militärische Einheit, Kohorte, Schar, Gefolge’ (verwandt mit ↗Garten, s. d.), woraus ital. corte ‘Hofraum, Fürstenhof, Gerichtshof’, an das sich die Ableitung ital. cortigiano (älter auch cortegiano) ‘zum Hof gehörig, höfisch’ anschließt. Diese begegnet schon früh in substantivischer Verwendung, zunächst als Maskulinum mit der Bedeutung ‘im Hofdienst stehende Person, Höfling’ (14. Jh.), das (vermutlich über Avignon, die zeitweilige Residenz der Päpste; vgl. aprov. cortezan ‘Angehöriger des päpstlichen Hofes’, 14. Jh.) in der Form mfrz. courtisien (mit französiertem Suffix, 14. Jh.), dann mfrz. frz. courtisan ‘Höfling’ (15. Jh.) ins Frz. gelangt. Vom 16. Jh. an ist das Femininum ital. cortigiana ‘Hofdame’, bald auch ‘Buhlerin, Mätresse’ nachzuweisen, dem mfrz. courtisienne, mfrz. frz. courtisane (ebenfalls mit dem für die Übernahme ins Dt. vorauszusetzenden abschätzigen Sinn) entspricht. Neben der femininen findet in älterer Zeit auch die maskuline Bildung vom Ital. oder Aprov., später vom Frz. her Eingang ins Dt., vgl. spätmhd. curtisan, frühnhd. Curtisan, Cortesan ‘Höfling’, namentlich ‘Pfründenjäger, Schmarotzer am päpstlichen Hofe’, nhd. (17./18. Jh.) Courtisan ‘Liebhaber, Galan’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstieg Darstellung Elend Hof Kaiser Kardinal Meeresfrucht Patriarch Schauspieler Schauspielerin Tänzerin alternd berühmt römisch schön venezianisch verlieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kurtisane‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er gab der Kurtisane die von den Männern gestohlene Würde zurück.
Bild, 26.05.2000
Hier wird in der Kurtisane das Weib noch geschätzt und verehrt.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Dieser wird gestürzt und seine Tochter lebt als Kurtisane im Teehause.
Glaser, Curt: Japanisches Theater. In: ders., Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 9
Eine bedeutsame Rolle spielten die großen Kurtisanen, die aus dem Volk hervorgegangen, oft reich, gefeiert und durchaus hoffähig waren.
Majumdar, A. K.: Indien im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2405
Der interessanteste Fall ist die angebliche Herrschaft einer blonden Kurtisane am Ausgang der vierten Dynastie.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 856
Zitationshilfe
„Kurtisane“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kurtisane>, abgerufen am 05.12.2019.

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