Kurzweil, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungKurz-weil (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend Zeitvertreib, angenehme Unterhaltung, Scherz
Beispiele:
(viel, allerlei, mancherlei) Kurzweil treiben, haben
dieses Spiel hatte er zur Kurzweil erdacht
Alle Götter und Göttinnen ... rief er ins Leben zurück und bevölkerte damit sich zur Kurzweil die Landschaft [G. KellerLiebesbriefe6,390]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kurz · Kürze · kürzen · abkürzen · verkürzen · Kürzung · kürzlich · kurzfristig · Kurzschluß · Kurzschlußhandlung · kurzum · Kurzwaren · Kurzweil · kurzweilig · Kurzwelle · Kürzel · kurzerhand
kurz Adj. ‘von geringer Ausdehnung in Länge oder Zeit’. Das Adjektiv ahd. (9. Jh.), mhd. kurz ist vor der hd. Lautverschiebung entlehnt aus lat. curtus ‘verkürzt, gestutzt, verstümmelt’, einer Partizipialbildung zu der unter ↗scheren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Daneben begegnet ahd. kurt, das entweder als alte, unverschobene Form oder als Neuentlehnung anzusehen ist. Aus dem Lat. stammen auch anfrk. kurt, mnd. kort, mnl. cort, nl. kort. Dazu die Wendungen über kurz oder lang ‘früher oder später’, mhd. über kurz oder über lanc, ahd. noh ubar lang noh ubar kurz (um 1000); den kürzeren ziehen ‘im Nachteil sein, verlieren’, eigentlich wohl ‘beim Losen das kürzere Stäbchen ziehen und damit verlieren’ (16. Jh.). Kürze f. ‘Zustand des Kurzseins’, ahd. kurtī (9. Jh.), kurzī (10. Jh.), mhd. kürze. kürzen Vb. ‘kurz machen, Länge wegnehmen’, ahd. kurzen (9. Jh.), mhd. kürzen; dazu abkürzen Vb. (15. Jh.), verkürzen Vb. mhd. verkürzen. Kürzung f. spätmhd. kurzunge. kürzlich Adj. meist Adv. ‘vor kurzer Zeit, neulich’, ahd. kurzlīh (9. Jh.), mhd. kurzlich ‘kurz’. kurzfristig Adj. ‘für kurze Zeit, schnell’ (19. Jh.). Kurzschluß m. unbeabsichtigte Verbindung von zwei gegeneinander unter Spannung stehenden elektrischen Leitern ohne zwischengeschalteten Widerstand (19. Jh.), dazu Kurzschlußhandlung f. ‘unüberlegte, übereilte Handlung’ (20. Jh.). kurzum Adv. ‘um es kurz zu machen’ (16. Jh.); vgl. mnd. kortümme ‘durchaus’. Kurzwaren Plur. ‘kleiner Nähbedarf’ (19. Jh.), älter kurze Waren (18. Jh.), kürzere Waren (17. Jh.), eigentlich ‘Waren, die nicht mit der Elle gemessen werden’, daher anfangs auch Eisenwaren u. ä. umfassend. Kurzweil f. ‘die Zeit vertreibende, Vergnügen bereitende Unterhaltung’, mhd. kurz(e)wīle ‘kurze Zeit, Unterhaltung, Vergnügen’; dazu kurzweilig Adj. ‘unterhaltsam’, mhd. kurzwīlec. Kurzwelle f. elektromagnetische Welle von kurzer Wellenlänge (1. Hälfte 20. Jh.). Kürzel n. ‘stenographisches Zeichen, Sigel’ (20. Jh.). kurzerhand Adv. ‘schnell entschlossen, ohne lange zu überlegen’ (18. Jh.), nach rechtssprachlichem lat. brevī manū.

Thesaurus

Synonymgruppe
Belustigung · ↗Darbietung · ↗Entertainment · ↗Erheiterung · ↗Spaß · ↗Vergnügen · ↗Vergnügung  ●  ↗Ergötzlichkeit  veraltet · ↗Unterhaltung  Hauptform · ↗Amüsement  geh. · Kurzweil  geh., veraltend · ↗Lustbarkeit  geh., altertümelnd
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amüsement Bord Spannung Spaß Unterhaltung Vergnügen musikalisch sorgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kurzweil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die meisten scheinen mit seinen Theorien vertraut zu sein, selten führt Kurzweil seine Begriffe ein.
Die Zeit, 06.04.2013, Nr. 14
Kurzweil bieten pfiffige und zugleich lehrreiche Spiele, die mit den Werken verbunden sind.
C't, 1997, Nr. 2
Wenn ihm bei der Arbeit keine Kurzweil wird, fertigt er sie sich gesondert an.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 264
Es erschien allmählich eine nach der andern, und schließlich waren ungefähr zehn solche Mädchen versammelt, die uns Kurzweil bringen sollten.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21640
Schaltet man eine solche Deutung aus, so ist dem Stück gar zuviel Kurzweil nicht abzugewinnen; spannungsreich sind auch die banalen Liebeshändel nicht.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 7942
Zitationshilfe
„Kurzweil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kurzweil>, abgerufen am 13.12.2019.

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