Kuss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kusses · Nominativ Plural: Küsse
Aussprache
Ungültige SchreibungKuß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Kuss‹ als Erstglied: ↗Kussfreiheit · ↗Kusshand · ↗Kussmund · ↗Küsschen · ↗kussecht · ↗kussfest
 ·  mit ›Kuss‹ als Letztglied: ↗Fußkuss · ↗Gutenachtkuss · ↗Judaskuss · ↗Musenkuss · ↗Negerkuss · ↗Schaumkuss · ↗Schokokuss · ↗Verlobungskuss · ↗Versöhnungskuss · ↗Zungenkuss
eWDG, 1969

Bedeutung

einmaliges Küssen
Beispiele:
ein scheuer, heimlicher, ängstlicher, zarter, süßer, inniger, herzlicher, langer, heißer, leidenschaftlicher, feuriger, rascher, flüchtiger, heuchlerischer Kuss
der erste Kuss
ein Kuss der Liebe, Versöhnung
jmdm. einen Kuss (auf den Mund, die Wange) geben
jmdm. einen Kuss aufdrücken
gehoben jmdm. einen Kuss auf die Stirn drücken
gehoben einen Kuss empfangen
er raubte, stahl dem Mädchen einen Kuss
die Mutter bedeckte das Kind mit Küssen
Küsse (mit jmdm.) tauschen, wechseln
jmdn. mit einem Kuss wecken
sich mit einem Kuss von jmdm. verabschieden
sich zum Kuss über jmds. Hand beugen
jmdm. die Hand zum Kuss darbieten
mit Gruß und Kuss (= Briefschluss)
mit tausend Küssen (= Briefschluss)
bildlich
Beispiele:
Seid umschlungen, Millionen! / Diesen Kuß der ganzen Welt! [SchillerAn die Freude]
unter dem tödlichen Kusse der Schönheit [Th. MannTristan9,167]
übertragen
Beispiel:
kalter Kuss (= abgepacktes, mit Schokolade überzogenes Speiseeis)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

küssen · Kuß · Handkuß · Kußhand
küssen Vb. ‘mit den Lippen berühren (als Zeichen der Liebe und Achtung)’, ahd. kussen (9. Jh.), mhd. mnd. küssen, asächs. kussian, mnl. cussen, nl. kussen, aengl. cyssan, engl. to kiss, anord. schwed. kyssa und (mit wohl kindersprachlicher Reduplikation des Anlauts) got. kukjan ‘küssen’ sind ebenso wie hethit. kuu̯aš-, griech. kyné͞in (κυνεῖν, Aorist κύσ(σ)αι) ‘küssen’ lautnachahmende (sich daher der Lautverschiebung entziehende) Bildungen, für die sich eine Schallwurzel ie. *ku(s)- ‘küssen’ ansetzen läßt, vgl. auch aind. cúmbati ‘küßt’. Altes, aus dem Verb rückgebildetes Verbalabstraktum ist Kuß m. ahd. kus (9. Jh.), mhd. kus, kos, asächs. koss, kuss, mnd. kus, mnl. cus, cusse, nl. kus, aengl. coss, engl. kiss, anord. koss, schwed. kyss; vgl. Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 25 ff. Handkuß m. (17. Jh.). Kußhand f. ‘auf die eigenen Fingerspitzen gegebener, dem Partner mit einer Handbewegung scheinbar zugeworfener Kuß’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kuss  ●  ↗Knutscher  ugs. · ↗Schmatz  ugs. · ↗Schmatzer  ugs.
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biß Gruß Kuß Lippe Mund Muse Spinnenfrau Stirn Tintenfisch Umarmung Vergessen Wange dick feucht flüchtig gehaucht geraubt hauchen heiß herzhaft herzinnig herzlich innig leidenschaftlich schmatzend süß tauschen tausend zart zärtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er sie erreichte, streckte sie sich seinem Kuss entgegen und er empfand ihn als intensiv.
C't, 2000, Nr. 20
Nun müßte nur noch jemand auf der Basis von Bests Material eine Theorie des Kusses schreiben.
Die Zeit, 06.08.1998, Nr. 33
Küssen konnte man zu so etwas beim besten Willen nicht mehr.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 166
Und Du sprachst da von einem festen Kuß, den Du Dir erhaschen wolltest?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wie freue ich mich auf unser Wiedersehen, und wie freue ich mich auf den ersten Kuß.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.06.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Kuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuss>, abgerufen am 17.09.2019.

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