Kutte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kutte · Nominativ Plural: Kutten
Aussprache
WorttrennungKut-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kutte‹ als Letztglied: ↗Mönchskutte · ↗Priesterkutte · ↗Wetterkutte
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
weites, langes Gewand (der Mönche), das meist mit einer Kapuze versehen ist und von einer Schnur, einem Gürtel zusammengehalten wird
Beispiele:
Mönche tragen dunkle, braune, schwarze, weiße, härene Kutten
die Kutte des Eremiten, Pilgers
Laternenträger in blauen Kutten [WaggerlJahr19]
übertragen
Beispiele:
die Kutte anlegen (= Mönch werden)
jmdn. in die Kutte stecken (= jmdn. zum Mönch machen)
2.
dreiviertellanger, sportlicher, großzügig geschnittener Mantel aus wetterfestem Stoff, der oft mit einem Reißverschluss geschlossen wird
Beispiele:
eine gefütterte, gesteppte, saloppe Kutte
sie, er trägt eine Kutte aus synthetischem Material
Kinder lieben praktische Kutten und Anoraks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kutte f. ‘Ordenskleid der Mönche, schmuckloses weites Gewand’ (obd. noch ‘Arbeitskittel’), neuerdings (Mitte 20. Jh.) auch ‘dreiviertellanger großzügig geschnittener Mantel aus wetterfestem Stoff, oft mit Kapuze’, mhd. kutte, kut ‘Mönchsgewand’ ist Entlehnung von gleichbed. mlat. cotta, cota (auch cottus), das seinerseits wohl auf Latinisierung von afrz. cote, aprov. cota ‘schmales Gewand mit Ärmeln für Männer und Frauen’ (frz. cotte ‘Rock, blaue Arbeitshose’) beruht; vgl. ferner die aus dem Galloroman. übernommenen Formen span. port. cota ‘Panzerhemd’, ital. cotta ‘Kutte, langer Überrock, Chorhemd, Wappenrock’. Das afrz. Substantiv stammt wahrscheinlich aus dem Germ. Man nimmt eine Vorstufe anfrk. *kotta ‘wollener Mantel’ an, die sich zu den (hinsichtlich ihrer Herkunft allerdings ungeklärten) Bildungen ahd. kozzo (9. Jh.), koz (10. Jh.), mhd. kotze ‘grober, zottiger Wollstoff, Decke, Mantel aus solchem Stoff’, nhd. (obd.) ↗Kotze ‘grobes Wollzeug’ (s. d.), asächs. kott ‘Mantel’ stellen läßt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kutte · ↗Mönchsgewand
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Clubweste · Lederweste (mit Abzeichen)  ●  Kutte  Jargon
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Franziskaner Kappe Kapuze Kittel Kopftuch Mönch Nagel Priester Sandale Strick Talar ablegen abwerfen ausziehen blau bodenlang braun dunkel grau hären mittelalterlich orangefarben rot schlüpfen schwarz wehend weiß wollen Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kutte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das war gottlob nicht nötig, aber die Kutte hat er bewahrt.
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2002
In schwarzen Kutten mit weiten Ärmeln nehmen sie - über hundert Personen - zeitgleich Platz.
Der Tagesspiegel, 29.11.2001
Und am Abend geht er ruhevoll herum in der härenen Kutte.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 670
Er schob die Hände in die weiten Ärmel der Kutte und sah uns zu.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 103
Er ließ seine Hände in den breiten Ärmeln der Kutte verschwinden und senkte die Augen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 321
Zitationshilfe
„Kutte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kutte>, abgerufen am 19.10.2018.

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