Länge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Länge · Nominativ Plural: Längen
Aussprache
WorttrennungLän-ge
Wortbildung mit ›Länge‹ als Erstglied: ↗Längeneinheit · ↗Längengrad · ↗Längenkreis · ↗Längenmaß · ↗Längenwachstum · ↗längelang
 ·  mit ›Länge‹ als Letztglied: ↗Armeslänge · ↗Armlänge · ↗Bahnlänge · ↗Betriebslänge · ↗Bogenlänge · ↗Bootslänge · ↗Elementarlänge · ↗Ellenlänge · ↗Gesamtlänge · ↗Halslänge · ↗Haupteslänge · ↗Kantenlänge · ↗Kilometerlänge · ↗Kopfeslänge · ↗Kopflänge · ↗Mannslänge · ↗Midilänge · ↗Nasenlänge · ↗Oberlänge · ↗Pferdelänge · ↗Radlänge · ↗Rocklänge · ↗Satzlänge · ↗Schrittlänge · ↗Schwanzlänge · ↗Seitenlänge · ↗Streckenlänge · ↗Streichholzlänge · ↗Tageslänge · ↗Wellenlänge · ↗Zentimeterlänge · ↗Zigarettenlänge · ↗Zuglänge · ↗Ärmellänge · ↗Überlänge
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
meist im Singular
räumliche Ausdehnung in einer Richtung
Gegenwort zu Breite
a)
mit einer Maßangabe
Beispiele:
eine Straße von drei Kilometer Länge
Bretter auf zwei Meter Länge schneiden
b)
ohne Maßangabe
Beispiele:
die Länge von etw. messen
ein Brett der Länge nach durchsägen
2.
meist im Singular
das Langsein, das ausgedehnte Ausmaß
Beispiele:
eine solche, diese Länge habe ich noch nie gesehen
in seiner ganzen Länge stand er auf, reckte er sich auf
der Länge nach, langin voller Größe, längelang
Beispiele:
er fiel, schlug der Länge lang hin
ich lag plötzlich der Länge nach im Schnee
3.
nur im Singular
die geographische LängeAbstand eines Ortes der Erdoberfläche vom Nullmeridian in Greenwich
Beispiele:
die geographische Länge eines Ortes auf der Landkarte feststellen
dieser Ort liegt auf dem 20. Längengrad östlicher Länge (= dieser Ort liegt auf dem 20. Längengrad östlich von Greenwich)
jener Ort liegt auf dem 20. Längengrad westlicher Länge (= dieser Ort liegt auf dem 20. Längengrad westlich von Greenwich)
4.
Sport Maßeinheit   Pferdelänge
Beispiele:
beim Derby gewann ein Außenseiter mit einer halben Länge (Vorsprung)
die Verfolger wurden beim Rennen um einige Längen abgeschlagen
Bootslänge
Beispiel:
das Boot siegte mit einer halben Länge
5.
relativ große zeitliche Ausdehnung
Beispiele:
die Länge einer Winternacht, eines Sommertages
die Länge eines Vortrages, einer Aufführung
auf die Länge gesehen (= auf lange Zeit) ist das richtig
die Verhandlungen wurden unnötig in die Länge gezogen, zogen sich in die Länge
meist im Plural
Beispiele:
der Film hat einige Längen (= ist zum Teil langatmig)
in dem Stück kam es zu einigen Längen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lang · lange · längs · längst · unlängst · Länge · langen · anlangen · erlangen · verlangen · Verlangen · länglich · langsam · Langeweile · langweilen · langweilig · Langfinger · Langmut · langmütig · Langohr · langwierig
lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentlich ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch ↗gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. ↗-sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit ↗seit, ↗Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter ↗Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, reflexiv ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. ↗währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Breite Cm Dicke Durchmesser Kilometer Km Kürze Meter Millimeter Vorsprung Zentimeter beliebig eineinhalb episch erstrecken gesamt himmlisch maximal messen missen stattlich stauen strecken unterschiedlich voll zeihen ziehen zweieinhalb östlich übertreffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Länge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt handelt es sich um eine große Anlage von 800 Metern Länge.
Der Tagesspiegel, 07.07.2004
Wie bei zweitürigen Autos dieser Länge üblich, geht es hinten eher eng zu.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2004
Der schikanöse Charakter des künstlich in die Länge gezogenen Verfahrens wurde immer offensichtlicher.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 340
Denn der Prozeß der Einheit läßt sich nicht in die Länge ziehen.
Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 192
Mit ihnen hielten wir den englischen Teil des Grabens der Länge nach unter immer stärkerem Druck.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 247
Zitationshilfe
„Länge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Länge>, abgerufen am 16.10.2019.

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