Lästermaul, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungLäs-ter-maul
WortzerlegunglästernMaul
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend jmd., der lästert
Beispiele:
so ein Lästermaul!
sie ist ein Lästermaul ersten Ranges
jmd. hat ein Lästermaul (= jmd. lästert gern)
»Welches Lästermaul hat dir das zugetragen?« [Suderm.Frau Sorge1,171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lästerer  ●  Lästermaul  ugs. · ↗Lästerzunge  ugs. · ↗Schandmaul  ugs. · ↗Stänkerer  ugs. · böse Zunge  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nation begnadet behaupten bös stopfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lästermaul‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lästermäuler behaupteten, das Gebäude habe den Charme einer zu groß geratenen rheinischen Sparkasse.
Die Welt, 26.06.2001
Die englischen Gastfreunde von heute machen bessere Erfahrungen als Friedrich mit dem Lästermaul Voltaire.
konkret, 1993
Aber das Lästermaul begnügt sich nicht mit Worten, es lässt imponierende Taten folgen.
Die Zeit, 11.08.2003, Nr. 32
Ein gutes halbes Jahr später sind die Lästermäuler still geworden.
Die Welt, 22.05.2003
Er bekommt auch manche Kostproben des berühmt-berüchtigten Lästermauls zu schmecken.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1998
Zitationshilfe
„Lästermaul“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lästermaul>, abgerufen am 20.05.2019.

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