Löffel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Löffels · Nominativ Plural: Löffel
Aussprache
WorttrennungLöf-fel
Wortbildung mit ›Löffel‹ als Erstglied: ↗Löffelbagger · ↗Löffelbiskuit · ↗Löffelchen · ↗Löffelente · ↗Löffelerbsen · ↗Löffelreiher · ↗Löffelstiel · ↗löffelförmig · ↗löffelweise
 ·  mit ›Löffel‹ als Letztglied: ↗Arzneilöffel · ↗Blechlöffel · ↗Eierlöffel · ↗Esslöffel · ↗Hasenlöffel · ↗Holzlöffel · ↗Kaffeelöffel · ↗Kochlöffel · ↗Ohrlöffel · ↗Patenlöffel · ↗Rotzlöffel · ↗Rührlöffel · ↗Saucenlöffel · ↗Schöpflöffel · ↗Silberlöffel · ↗Soßenlöffel · ↗Suppenlöffel · ↗Teelöffel
 ·  mit ›Löffel‹ als Grundform: ↗löffeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
kleines Gerät zum Schöpfen, das aus einem Stiel und einem breiteren, muldenförmigen Teil besteht
Beispiele:
ein großer, kleiner, kurzer, hölzerner, silberner, verchromter Löffel
man nehme einen Löffel voll Zucker
ein Löffel Medizin, Suppe
sie rührte die Soße mit drei vollen, gehäuften Löffeln Mehl an
das Kind bekam täglich einen gestrichenen Löffel voll Lebertran
sie besitzt ein Dutzend Löffel
er nimmt den Löffel zur Hand, führte den Löffel zum Mund, rührt mit dem Löffel im Brei, leckt den Löffel ab
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich der Kaffee ist so stark, dass der Löffel drin steht
salopp, übertragen
Beispiele:
er tut, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen (= dünkt sich sehr klug)
salopp den Löffel abgeben (= sterben)
er hat sich über den Löffel balbieren/barbieren lassen (= er ist in plumper Weise betrogen worden)
2.
Jägersprache Ohr des Hasen, Kaninchens
Beispiel:
der Hase stellte, spitzte die Löffel
salopp, übertragen Ohr des Menschen
Beispiele:
er spitzte die Löffel (= hörte aufmerksam zu)
du wirst gleich eins hinter die Löffel kriegen (= eine Ohrfeige erhalten)
schreib' dir das hinter die, deine Löffel! (= merke es dir!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Löffel1 · löffeln
Löffel1 m. kleines Gerät mit schalenartiger Vertiefung zum Schöpfen von Flüssigkeit, besonders ‘Eßgerät’, ahd. leffil (9. Jh.), mhd. leffel, nhd. (mit Rundung des e seit dem 15. Jh.) Löffel, asächs. lepil, mnd. lēpel, leppel, mnl. lēpel, nl. lepel sind im Sinne von ‘Gerät zum Lecken, zum Schlürfen’ mit dem Suffix germ. -ila- (wie ↗Griffel, ↗Gürtel, ↗Schlüssel, s. d.) gebildet zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. laffan ‘lecken’ (9. Jh.; vgl. leffenti Part.adj., 8. Jh.), mhd. laffen, leffen, mnd. mnl. lāpen ‘lecken, schlürfen’; vgl. dazu schwach flektierendes ahd. gilephen ‘austrinken’ (8. Jh.), aengl. lapian, engl. to lap ‘auflecken, trinken’, nl. leppen ‘schlürfen, mit kleinen Zügen trinken’. Außergerm. sind vergleichbar griech. láptein (λάπτειν) ‘schlürfen, gierig trinken’, lat. lambere ‘lecken’, lit. lapénti ‘gierig herunterschlingen’, aslaw. lopotivъ ‘stammelnd, lallend’, lobъzati ‘küssen’, russ. (älter) lópot (лопот) ‘lärmendes Geschwätz, verworrener Lärm’, lobzát’ (лобзать) ‘küssen’, (derb) lópat’ (лопать) ‘fressen’. Zu erschließen ist eine lautmalende Wurzel ie. *lab(h)-, *lap(h)- ‘schlürfend, schnalzend, schmatzend lecken’. Zur Redensart jmdn. über den Löffel barbieren s. ↗Barbier. löffeln Vb. ‘mit dem Löffel essen, schöpfen’ (16. Jh.).

Löffel2 m. ‘Ohr des Hasen’, mhd. leffel läßt sich verbinden mit mhd. erlaffen ‘erschlaffen’ sowie mit ↗Lappen (s. d.) und im Sinne von ‘schlaff Herabhängendes’ an die dort genannte Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ anschließen. Oder sollte das Fachwort der Jägersprache nach der löffelähnlichen Form (s. ↗Löffel) gebildet sein?

Thesaurus

Synonymgruppe
Hasenohren · Löffel
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Löffel [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Cocktaillöffel · Limonadenlöffel
  • Honigaufnehmer · Honigheber · Honiglöffel
  • Apostellöffel · Tauflöffel
Assoziationen
Anatomie
Synonymgruppe
Gehör · ↗Hörorgan · ↗Ohr  ●  ↗Lauscher  ugs. · Lauschlappen  ugs. · Löffel  ugs. · Ohrwaschl  ugs., österr., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brei Gabel Kaffeetasse Kelle Löffel Messer Mund Schüssel Suppe Tasse Teller Topf Weisheit ablecken abstechen balbieren barbieren essen fressen gehäuft getaucht golden klappern klauen krumm langstielig silbern umrühren verbiegen verbogen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Löffel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der gedeckte Tisch ist da, die Frauen sitzen dran, aber irgendwer schlägt ihnen den Löffel aus der Hand.
Der Tagesspiegel, 07.03.1999
Er besitzt kein Stück, nicht einmal Löffel, so daß er alles bei uns geliehen hat.
Die Zeit, 14.07.1955, Nr. 28
Ich nahm ruhig den Löffel eines alten Mannes, der vor mir gegessen hatte.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 36
Alles schmeckt gleichartig, man bringt seinen Löffel mit - ziemlich viehisch.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 26
Der Vater verschmerzte seine goldene Uhr viel rascher, als Mama ihre silbernen Löffel.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14646
Zitationshilfe
„Löffel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Löffel>, abgerufen am 22.10.2019.

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